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Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

Full text: Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

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befindet sich bas aus f�nf Halbmonden bestehende Wappen der piccolomini, denn Papst Pius II. ist identisch mit
dem ber�hmten Humanisten Aeneas Sylvius piccolomtni� Dar�ber besinnen sich die beiden gekreuzten Schl�ssel und
die p�pstliche Tiara. 3n der ZT�itte der Inschrift befinden sich die Reste eines kleinen einge�tzten Rundbildes, das den
Apostel petrus in einer Varke mit dem Areuze darstellt.
Vei dem Griff entstammen der urspr�nglichen Form nur noch die in Silber gegossene und mit stachen
Akanthusbl�ttern verzierte Griffstange sowie die auf der 21Atte der Parierstange sitzende, in Silber getriebene Muschel.
Der urspr�ngliche, aus einem Chalzedon bestehende Anauf ist durch einen mit Rankenwerk verzierten ZNetallknauf
und die Parierstange durch eine mit sp�tgotischem Vlattwerk �hnlich behandelte in gebogener Form ersetzt. Auf
der alten Parierstange mu� analog der Behandlung auf verwandten Schwertern die wi�mungsinschrift des Papstes
gestanden haben, was, wie wir noch sehen werden, wahrscheinlich die Veranlassung zu ihrer Ersetzung durch eine
neue Parierstange gab. Die Scheide besteht aus in vergoldetem, gegossenem Silber hergestelltem, sich aus einer
Vase entwickelndem, durchbrochenem Akanthusblatlwerk, in das auf jeder Seite drei rautenf�rmige Felder in gleich'
m��igen Abst�nden eingesetzt sind. Urspr�nglich enthielten diese Felder zweifellos das Wappen und sonstige Abzeichen
des Papstes pius II., die dann sp�ter durch Teile des kurf�rstlichen Wappens ersetzt worden sind. Auf dem jetzt
glatten, unverzicrten Mundst�ck der Scheide und auf deren Spitze waren urspr�nglich das p�pstliche Wappen in
farbigem Email angebracht.
Vei der Ver�nderung des Schwertes f�r seine Zwecke als kurf�rstliches Zeremonialschwert sind die Fassung der
durchbrochenen Teile der Scheide sowie das mit einigen Tierfiguren gravierte Mundst�ck und die Spitze ganz neu
hergestellt. Auch sind die in Emailfarben aus silbernen gravierten platten hergestellten Teile des brandenburgischen
Wappens an Slelle der herausgenommenen p�pstlichen Abzeichen eingesetzt worden. Die Formen der Ornamente an
dem Knauf und der Parierstange des Griffes weisen auf die Zeit von 5550 bis hin und lassen die Um�nderung
des Schwertes in dieser Zeit wahrscheinlich erscheinen. Die sechs verwandten Wappen sind die von Brandenburg,
Aassubien, Pommern sauf der Vorderseite), R�gen, N�rnberg und Zollern sauf der R�ckseite), eine Zusammenstellung,
wie sie von Aurf�rst Joachim I. (f in der Regel verwandt wurde. Messing (a. a. G.) hat schon mit Recht darauf
hingewiesen, da� der bekenntnistreue Joachim I. schwerlich so konsequent alle p�pstlichen Abzeichen, Wappen und
Inschriften, an dem Schwerts zerst�rt haben kann, sondern da� gerade dieser umstand auf feinen Nachfolger und auf
den Eintritt der Reformation hinweist. Joachim II, hat sich allerdings in der Regel eines Wappens mit acht Feldern
bedient, aber es kommen hierin Abweichungen vor, und in dem gegebenen Falle standen eben nur sechs Pl�tze zur
Verf�gung. Wir k�nnen daher wohl, da sowohl die stilistischen Merkmale wie die innern Gr�nde sich damit vereinen
lassen, mit Sicherheit annehmen, da� die Verwandlung des vom Papste geweihten Schwertes in ein weltliches Aur-
fchwert gleich nach der Einf�hrung der Reformation 5559 erfolgt ist.
Es ist nun ja naheliegend, �a� auch das Schwert in seiner urspr�nglichen Form schon als Zeremoniaischwert
des Aurf�rsten Albrecht-Achilles und seiner Nachfolger gedient hat. Nachrichten dar�ber oder Abbildungen aus dieser
fr�hen Zeit sind uns nicht erhalten. Das bekannte Vild des Aurf�rstcn Albrecht Achilles auf dem Schwanenordens-
Altar in der Georgen-Aapelle der St. Gumpertskirche in Ansbach zeigt ihn kniend in anbetender Stellung, hinter ihm
in derselben Haltung der Graf zu tindau und Ruppin mit einem Hermclinhute in den H�nden und Gans Edler Herr
zu putlitz mit einem geschulterten Schwerte (vgl. die Abbildung S. 23). Irgendwelche �hnlichkeit zwischen diesen: Schwerte
und dem Rurschwertc ist nicht vorhanden, bei den Gepflogenheiten dieser Zeit in bezug auf realistische wiedergaben
auch nicht zu erwarten. Vemerkenswert ist aber, da� schon damals ein Gans Edler Herr zu Putlitz als Tr�ger des
Schwertes seines Herrn dargestellt ist, dessen Nachkommen sp�ter auch als Erbmarsch�lle der Aurmark Brandenburg
bei feierlichen Gelegenheiten, wie z. V. den Versetzungen des Gro�en Aurf�rsten und A�nig Friedrichs I., die Tr�ger
des Aurschwertes sind.
Auch der �ltere Vruder Albrechts, Aurf�rst Friedrich II., f�hrt im Juni also kein Jahr vor seinem
Verzicht auf das Aurf�rstentum zugunsten seines Vruders Albrecht, ein Schwert, das als Symbol der W�rde seines
        
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