Path:
Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

Full text: Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

10
Vber^Nurg Grafen als dem Justitiars des Canots das Schwerdt �berlassen : welches wegen der Obrigkeitlichen Macht,
so es bedeutet, den K�nigen gemeiniglich unmittelbar^ pfleget vorgetragen zu werden. Das Reichs^Vannier aber ward
bim Herrn Grafen von Dohna zugestcllet, hinter Se. Majest�t Qinuncl damit 511 folgen: nicht allein weilen es gebr�uchlich,
dem Reichs-Vannicr diesen Platz einzur�umen, wie es dann ehmals in Frankreich bey Francisci I. keich^Veg�ngnisse,
und noch neulich in Schweden, bey des itzigen K�nigs Kr�nung, also gehalten worden; Sondern weilen es auch mit
demselben sich wol nicht anders schicket, denn da� es, als ein Sinnbild der ganzen Gber-Herrschaft, und absonderlich
der h�chsten Gewalt imKriege, hinter Se. Majest�t hohen Person, samt dem Reichs-Feld-Herrn oder dem Connestabel,
herziehe, und als ein 23egriff aller der andern Regalien, so wie bey Tragung der IVapen mit der Vlut-Fahne geschicht,
den Marsch der Regalien bey der proce�ion beschlie�e, und sie gleichsam mit feinem Schilde bedecke."
�Vas Kleid des K�nigs war rother Scharlach, mit einer reichen g�ldenen Vroderie, und mit gro�en diamantenen
Kn�pfen, das St�ck zu dreitausend Dukaten; und der K�nigs^Mantel ein Purpur-Sammct, vollen gestickten g�ldenen
Kronen und Adler, mit Hermelin gef�ttert, und vorne mit einer Agraffe, zwar nur mit drey Diamanten zusammen-
gehangen, aber des werthes von einer Conne Goldes. Der Zepter war Gold, �ber und �ber mit Diamanten und
Rubinen, und oben an der Spitze, worauf ein aufgereckter Adler sich ausgebreitet, noch mit zweyen ungemein gro�en
Rubinen gezieret: deren der Eine, wegen seiner etwas runden Form, die Erd-Kugel oder den Chron, und der Andere,
wegen seiner k�ng und Dicke, den gantzen Teib des Adlers abbildet; an sich aber insonderheit auch dieser Merkw�rdigkeit
wegen f�r unsch�tzbar zu halten: da� Se. Czansche Majest�t solchen, aus Ihrem eigenen Zepter, an Se. K�nigliche
Majest�t noch als Churf�rsten^ geschenket, und dadurch nicht weniger, als wie Hernachmahls auch Pohlen, durch die
an Se. Churf�rstliche Durchlauchtigkeit 2 verpf�ndete Rcichskleinodien, dero bevorstehendes K�nigreich vorgedeutet. Die
Krone war gleich dem Zepter von purem Gol�e. aber nicht, wie gew�hnlich, mN taubwerk; sondern von lauter dicht
aneinander gef�gten Diamanten: die auf den geschlossenen S�geln von dem ganzen Umkreise, wie aus einem St�ck
zusammengegossen, und nicht anders, dann durch den Unterschied ihrer Gr��e getheilt zu sein schienen; da einige zu
achtzig, neunzig und hundert Grain, ja einige Vrillanten gar zu hundert und drei�ig, an Gewicht hielten, wie folgends
auch mit unterschiedenen! Feuer in das Gesicht sielen.
Die Kleidung der K�nigin bestand aus einem g�ldenen Vrokat mit Pre�-Vlumen, und aus einem Demant-
Schmucke, der alle N�hte des Kleides, und die ganze Viuft, zwischen den Vroderien, dedeckte. Ihr Mantel und Krone
waren wie der des K�nigs; nur da� Ihr die Krone auf Ihrem blosscn Haupte sa�, und unter den dicken Vuckcln
Ihres nat�rlich getrollten kohlschwarzen Haares, desto Heller Herporschi minerte. Auf der rechten Seite der Vrust hatte
sie noch einen Strau� oder Aigrette von lauter Virnperlen; unter denen f�rnehmlich die eine wohl unvergleichlich sein
mu�, weilen man keine dergleichen, in dem kaufe so mancher Jahre, hat aufzubringen wissen, wie es aus eigener
Besichtigung leicht zu erkennen sein wird, wozu diese perle so wohl, als auch alle die andern auf viele Millionen sich
belaufende Iubelen, in dem K�niglichen Schatze den Liebhabern noch t�glich gewiesen werden."
Im Kr�nungszuge trug der K�nig die Krone und hielt das Zepter in der Hand, vor ihn: gingen: �Der
Herr Tantzier von Creutz mit dem Reichs-Siegel, solches auf einem Carmesin-Sammeten Pulsier tragend; der Herr
tand-Hofmeister von perband mit den, Reichs-Apfel, folchen ebenfalls auf einem Carmesin-Sammeten Pulsier tragend;
Und welcher Himmelblau emailliret, und mit Diamanten und Rubinen, als wie der Zepter, versetzet war; der Herr
Vber-Vurggraf mit dem blassen Reichs Schwerdt."
Hinter den, K�nig gingen: �Der Herr Graf von Dohna, von Reicherts-Walde, mit dem Reichsbanner von
Silberst�ck, nach der Farbe des Wappen Feldes, und mit g�ldenen Fransen und dem gantzen Reichs-Wappen."
1
�Nemlich Anno WZ, als Se. Czarische Majest�t mit )hrer Gro�- Gesandschaft nach K�nigsberg kam, und daselbst von
Sr. R�nigl. Majest�t von Pn'ussen, damahls noch als Churf�rsten, auf das pr�chtigste aufgenommen ward." � a �Dies geschah Anno (700
und verm�ge des vierten Artikels des im Vecemdr. 31�. 1099 geschlossenen Traktats, der unter anderem auch dieses Umstand� wegen,
im Merkure galant angef�hret wird im Monat April non Anno ;?oO.'
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.