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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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alle Generale und Kommandeure �oit Potsdam bei mir. Zum Tee
hatte ich den Prinzen von wied, Herrn und Fiau von Aleist sowie
den Graf von G�tzen eingeladen. Nach beut Tee sang ich ein
wenig, dann machten wir einen reizenden Spaziergang, der sehr lang
dauerte. Wir soupierten im .freien, da es sehr warm war, und
nach dein Essen zeigten ich und Herr voll Aleist dem Prinzen von
Neuwied das Spiel Rabouge, was uns sehr am�sierte. An� 28.
morgens traf �nein Bruder Georg ein, sp�ter mein Schwager Wilhelm.
An biefcm Etage gab es Theater, nach dem Diner hatte man noch die
Honoratioren pou Potsdam; die Kom�die hie�: �Das Blatt hat sich
gewendet", ein mittelm��iges Stitrf oder vielmehr eine Farce, die n�r
durch das ausgezeichnete Spiel von Herrn Estland ertr�glich wurde,"
Parade am berliner Schlosse vor Kaiser Alex-
ander i. und K�nig Friedrich. Wilhelm III.
empfing Seine Kaiserliche Majest�t beim Aussteigen an der (Treppe,
und so ging der Jug inBegleitung der Raiserlichen uud K�niglichen
Suite nach den Kammern des h�chstseliaen K�nigs Friedrich Wilhelm II.
Majest�t. Hier waren der K�nigin Majest�t, alle Prinzen und
Prinzessinnen des K�niglichen Haufes nebst einer zahlreichen hohen
Noblesse versammelt. Der K�nigin Majest�t empfing des Kaisers
Majest�t in dem Zimmer am Garde du Corps Saal. Nu� wurden
in den daran sto�enden Cour Kammern Seiner Kaiserlichen Majest�t
die K�nigliche Familie und die hohe Noblesse vorgestellt. hierauf
zeigte des Herrn Feldmarschalls von M�llendorss Excellenz den Kaifers
und K�nigs Majest�ten an, da� die Kavallerie und Infanterie,
welche die Chaiue gemacht hatten, die allerh�chsten Vefehle erwarteten
en parade vorbei zu marschiren; worauf beide Majest�ten nebst dero
Suite sich herunter verf�gten und vorgenannte Truppen in aller-
h�chsten Augenschein nahmen ;die Herrn (Dfft3ier5 salutirten vor des
Kaifers Majest�t. Nachdem bas ganze Milit�r abmarschirt war,
begaben sich beide Majest�ten wiederum nach eben angezeigten Cour
Kammern, und nach einem von des Kaifers und der K�niglichen
Familie eingenommenen d�jeuner verf�gten Allerh�chstdirselben sich
um 3V* Uhr nach Potsdam, wobei des Kaifers des K�nigs und der
K�nigin Majest�t in einem wagen fuhren."
am 25. Oktober 1805. von Paul Seidel.
Kurz vor dem Zusammenbruch Preu�ens im Jahre 1(806
erlebte Berlin noch einmal im Oktober und November �.805 den
h�chsten Glan; h�fischen Prunkes bei den� Vesuch Kaiser Alexander?
von Ru�land, der eine Reihe anderer f�rstlicher Besuche im Gefolge
hatte, wie den des Erzherzogs Anton als Vertreter des Kaisers
von Gefterreich, des Herzogs von Weimar, der Geschwister der
K�nigin luife,F�rstin von (T-fiutn und Saris, Prinzessin vonSolms
imb Prinz Georg von Mecklenlmrg-Strelitz.
Vie politische Bedeutung dieser Zusammenkunft hat Baillru
eingehend bargelegt. 1 Zweck dieser Zeilen ist es nur, auf bas von
Heinrich D�hling gemalte und hier abgebildete Gouachebild hin-
zuweisen, das sich in einem nebenroum des Potsdamer Stadtfchlosses
vorfand und als bei Gelegenheit dieses Vesuches entstanden erkannt
wurde. Darling hat den Moment festgehalten, in dem nach dem
Einzug Kaiser Alexanders in Berlin uub nach Vegr��nng der
K�nigin im Schlosse die Herrschaften wieder den tustgarten vor dem
Schlosse betreten, um die d�cliner Garnison, soweit sie beim (Ein-
Zug Spalier gebildet hatte, in Parade an sich vorbeiziehen zu lassen.
In den Akten des Gberhofmarschallaintes fand ich ferner eine �Nach-
richt von der Ankunft und dem Aufenthalt 5r. Russisch Kaiserlichen
Majest�t Alexanders I.inBerlin und Potsdam den 25. Oktober 5�N5",
deren teilweiser Abdruck von altgemeinem Interesse fein d�rfte.
Sobald K�nig Friedrich "Wilhelm III.die Nachricht von dem Nahen
Kaiser Alexanders erhalten hatte, sandte er ihm den Generaladjutanten
von K�ckeritz nach Frankfurt a, V. zur Begr��ung entgegen.
InPotsdam erfolgte am n�chsten Tage die Besichtigung der
Garnison, die vom Schlosse ab bis zum Berliner Tor heraus eine
Cha�ne bildete. Das K�nigspaar fuhr mit feinem Gast in einem
achtsp�nnigen wagen an den Truppen entlang. In einem zweiten
wagen folgten Prinz und Prinzessin Wilhelm mit dem Herzog von
Weimar sowie der Prinz Heinrich. Bei der R�ckkehr in bas Schlo�
wurden dem Kaiser auch die j�ngeren Kinder des K�nigspaares vor�
gestellt, w�hrend er den Kronprinzen und Prinzen Wilhelm sowie
die Prinzen Friedrich vonPreu�en und Wilhelm vonGramen bereits
am Tage vorher im Berliner Schlosse gesehen hatte.' Am 2?. kehrten
die Herrschaften �ach einer Parade imLustgarten wieder nach Berlin
zur�ck, wo tun 5 Uhr gro�es Viner imRittersaal mit dein ber�hmten
goldenen Seroice Friedrichs des Gro�en stattfand und am Abend die
�per Armida von Gluck geh�rt wurde.
�AlsSe, Kaiserliche Majest�t nun die letzte Nacht in Miiilche-
berg zugebracht hatten, begaben Allerh�chstdieselben sich am folgenden
Vonnittag den 25. tober auf den weg nach Berlin; und nach
einem bei der F�rstin von Holstein Veck in Friedrichsfelde, wohin
die beiden Prinzen Heinrich und Wilhelm Br�der Sr. Majest�t sich
verf�gt hatten, zuvor eingenommenen Dejeuner kamen Allerh�chst�
dieselben in dem wagen des Prinzen Heinrich K.H. un�t in h�chst-
dera Begleitung hier inBerlin an. Die hiesigen Grenadier Bataillons
und bas Regiment M�llendorff parabirteu in 2 Reihen von derlangen bis zur Hundebr�cke. Von hier aus zog sich das Regiment
Gens d'armes zu Pferde in 2 Reihen am Schlo� uud Lustgarten
lang; an diese schl�ssen sich die Garde du corps und vollendeten
diese linie bis an das portai des K�niglichen Schlosses atmmeit der
Hofapotheke. Im tustgarten waren \z Kanonen aufgepflanzt, welche
so lange der Kaiserliche Zug durch die Stadt dauerte, ununterbrochen
bis zur Ankunft im Ichlo�portal abgefeuert wurden. Der von einer
unz�hlbaren Menge Zuschauer mehrere Mal� wiederholte Ruf: �?s
lebe Seine Majest�t der Kaiser Alexander� erf�llte die JEnft, Ver
Stallmeisier Schur ritt vor dem Kaiserlichen Wagen. Seine Majest�t
der K�nig inBegleitung des Kronprinzen und Prinz Friedrich K.H.
Von dem gro�en Gefolge des Kaisers seien hier nur der
Gbermarschall Graf Tolstoi, der F�rst Czartorinky und Prinz
Dolgorucki genannt, von denen nur der erste neben dem Kaiser im
Schlosse, die anderen im Hotel Stadt Paris wohnten. Mit gegen-
seitigen Besuchen, milit�rischen Besichtigungen sowie Besichtigung der
Sehensw�rdigkeiten, wie des Zeughauses, der militaire,
des Kadettenhaufes, der Porzellanmanufaktur, der Friedrichstadt, ins-
besondere des Wilhelmplatzes mit den f�nf Denkm�lern, wurden die
Tage hingebracht. In einer zweist�ndigen Konferenz beim Kaiser
am 2y., an der au�er dem K�nignoch der Feldmarschall von Mollen-
dorf und der Kabmettsminifter von Hardenberg teilnahmen, wird
auch die Politik zu ihrem Rechte gekommen sein. An dem Nach�
mittag dieses Tages kehrte man �ber Charlottenburg wieder nach
1 pool Vaille�: K�nigin �luise, ein tebe>i5b!ld , 5. jblff. ttipzig, �tefcrfe � vgl. auch Schuft�- Dl� fugend des K�nig* Friedrich� Wilhelm IV. von
preutzen und des Haifets und ��nlgs Wilhelm I., Yd.I. 5, 352 ff.& Dttiriittt.
        
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