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Kronprinz Friedrich Wilhelms III. Kampagne in Frankreich 1792

Full text: Kronprinz Friedrich Wilhelms III. Kampagne in Frankreich 1792

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dazu Dom K�nig� gefordert und erhalten. Da man allgemein erwartete, da� es dort gewi� zu ernsthaften Auftritten
kommen, also etwas zu sehen sein w�rde, so war ich sehr geneigt auf diesen Vorschlag einzugehen. � 3^ fa�te daher
den kurzen Entschlu�, mich geradezu beim K�nig melden zu lassen. � Er lie� mich gleich herein kommen, empfing
mich ganz freundlich und bewilligte meine Bitte, jedoch mit den: Zusatz, da� ich den folgenden Morgen dahin abgehen
k�nne. � Vis Verdun waren aber wenigstens zwei Meilen, diese erst an, andern Morgen zur�ckzulegen, w�re gewi�
zu sp�t gewesen, wir beschlossen also noch diesen Abend abzugehen, wenn ich zuvor meinen du jour Ritt abgemacht
h�tte, und es anfinge finster zu werden. 3n Tonsenvoye trafen wir zusammen und ritten nun in Gottes Namen auf
der Verduner Chaussee fort. � Wie wir �ber die H�he zwischen Samoynicuj; und Grande bras kamen, genoffen wir
eines herrlichen Anblicks, den uns jenseits der Maas die unz�hligen Wachtfeuer der vor Verdun in einem Halbzirkel
sich gegen�berstehenden Gesterreichischen und Franz�sischen Korps gew�hrten. � Noch seltsamer wurden wir aber gerade
vor uns durch eine, wie es uns allen schien, sehr regelm��ige Illumination �berrascht, von der sich keiner Auskunft
geben konnte. 3C l�nger wir ritten, je mehr nahm indessen die Regelm��igkeit ab, und am Ende war es die Vester-
reichische Bagage, die bei Grande bras psrquirte, und gewi� nichts weniger als eine Illumination beabsichtigte. �
Nie h�tte ich eine solche T�uschung f�r m�glich gehalten. 3U Bellevillc, wo mein Vruder im Quartier lag, stiegen
wir ab, lie�en uns eine Streu bereiten, und blieben dort �ber Nacht. � Man versicherte uns hier, der Abzug der
Gesterreicher und Hessen w�re auf den andern Morgen, ohngef�hr um 5 Uhr, festgesetzt. � u
Oktober. �Ho wie der Tag graute, sa�en wir zu Pferde. Die ganze Chaussee bis an das Thor hin
war mit hessischer Vagage angef�llt, und zu unserm Erstaunen begegneten uns auf der Vr�cke die Husaren von Eben,
wo uns die Offiziere versicherten, da� sie die letzten w�ren, indem der F�rst Hohenlohe sich schon in der Nacht mit
den kaiserlichen abgezogen h�tte, und kein 2Nann von ihnen mehr jenseits Verdun befindlich w�re. � Diese Nachricht
war ein Donnerschlag f�r uns; was nun machen? wir entschlie�en uns endlich die Vesterreicher aufzusuchen, in der
Hoffnung, sie noch irgendwo zu finden. � Allein da war keine 3pur mehr �brig geblieben, nicht einem Mann
begegneten wir, sie mu�ten also schon weit weg sein, wir gaben also auch diese Hoffnung auf. � Endlich entdecken
wir etwas in einiger Entfernung auf der H�he von Velrupt. � Die Truppen waren aber blau. � Nun entstand
unter uns ein neuer Zweifel, ob dies Hessen oder wohl gar etwa schon Franzosen sein sollten. � Prinz kouis Ferdinand
und ich entschlossen uns eine Rccognoszirung zu machen, da wir die besten und raschesten Pferde ritten, indem die
andern so matt waren, da� sie in dem tiefen, nassen und Z�hen Lehmboden gar nicht mehr anspringen wollten. �
wie wir einige Hundert Schritt fort gallopirt waren, entdeckten wir einzelne teute in den vorw�rts liegenden Wein-
bergen, die Trauben sammelten, mit Varenm�tzen und gelben Unterkleidern. Nun war kein Zweifel mehr �brig, da�
es Hessen w�ren, wir ritten also auf sie zu. �e klagten sehr �ber die Vesterreicher, da diese viel zeitiger aufgebrochen,
als es die Absicht gewesen, ohne sie davon zu benachrichtigen; sie w��ten nun nicht wohin. Der F�rst Hohenlohe
h�tte eine Position diesseits Verdun nehmen sollen, er w�re aber nun weg gegangen, ohne da� sie die geringste Nach-
richt von ihm hatten. � Dies war allerdings sehr �bel. � Da wir ihnen aber nichts helfen konnten, und blos hier
waren, um die Truppen zu sehen, unsere Neugierde indessen an dem Anblick dieser braven, aber sehr abgerissenen und
erm�deten teute befriedigt hatten, so ritten wir wieder zur�ck, und begegneten endlich zu unserer gro�en Freude einer
Division von wurmser Husaren. � Diese Division hatte bis dahin bei den Hessen bleiben m�ssen, und sollte nun
wieder zu ihrem Regiment sto�en, es ging ihr jedoch nicht besser als uns, denn auch sie suchte vergebens nach ihrem
Aorps. � Das Aorps follte, wie es hie�, auf der Chaussee von Etain fortgegangen sein. � Auch hier machten wir
noch einen letzten aber eben so vergebenen Versuch sie auszuforschen. � Da auch dieser fehlschlug ritten wir nach der
Tote 5t. Michel, wo die Vriaade von Thadden kampirte, die jetzt zu dem Aalkreuthschen Rorps geh�rte, und von
dort nach Verdun, um bei Mr. le Roux zu dejeuniren. � wir waren noch nicht lange hier, als wir mehrere von
des K�nigs teutcn auf der Stra�e erblickten, und da wir sie nach der Ursache ihres Hierseins befragen, erfahren wir
1Im Drud: wir. � *Im ?ruck: einen Mann.
        
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