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Kronprinz Friedrich Wilhelms III. Kampagne in Frankreich 1792

Full text: Kronprinz Friedrich Wilhelms III. Kampagne in Frankreich 1792

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Kronprinz Friedrich-Wilhelms (III.) Kampagne in Frankreich j?92
von
Fritz Vehrend
?yn den Tageb�chern varnhagens von (?nfe, die selbst Bismarck mit Behagen gelesen zu haben bekennt, findet sich
unter dem 2. M�rz J8^7 folgende Eintragung: �Ich las des verstorbenen K�nigs Tagebuch aus der Champagne
im Milit�rwochenblatt abgedruckt und las es mit gro�em Anteil. Der K�nig erscheint etwas d�nn und matt, aber
in gro�er Wahrheit und im Ganzen vorurteilslos und aufrichtig. Das Heft ist ein zeugender Beleg f�r Goethes
Schilderung in den einzelnen Angaben wie in der allgemeinen F�hrung durchaus best�tigend. Die Verh�ltnisse sind
durch kurze Z�ge scharf bezeichnet. Ich las das Heft in solchen, R�ckblick auf Goethe und auf die Geschichte �berhaupt
mit au�erordentlicher Befriedigung. Es gef�llt mir auch sehr vom jetzigen K�nige, da� er die Ver�ffentlichung zugab
und die ihm bemerkbar gemachten Stellen nicht streichen lie�,"
Diesen �R�ckblick auf Goethe" hat sich die Forschung nicht entgehen lassen; schon Hermann H�ffer, dann
Alfred Dove � in seiner durch Alarheit und Unbefangenheit gleich ausgezeichneten Einleitung der �Aampagne" in
der Cottaschen Jubil�umsausgabe Goethes � zogen dieses Tagebuch heran. Eine der Doveschen Angaben vermag ich
zu pr�zisieren dank der Verwaltung unseres Ugl.Hausarchivs, die mir die Benutzung der Vriginalniederschrift Friedrich-
Wilhelms III.gestattete: sie ist, wie die Aufschrift von des A�nigs eigener Hand sicherstellt, im Nla'rz erfolgt.
�Remimscenzen aus der Campagne inFrankreich vom August bis ZIsten �Oktober ;?92" betitelte der k�nigliche
Autor die von ihm selbst niedergeschriebenen, hier und da von ihm abge�nderten Vl�tter; sie sind im Beiheft des
Milit�rwochenblatts (zu November und Dezember abgedruckt und allen zug�nglich gemacht worden.
IVir d�rfen annehmen, da� als Unterlage dem K�nige ein eigenh�ndig gef�hrtes Feldtagebuch diente. Lin
Teil desselben, die Zeit von: September bis 29. Oktober behandelnd, ist noch erhalten und hat mir vorgelegen.
Auf elf pergamentfeiten mit spitzem Stift geschrieben erweckt es schon �u�erlich die Erinnerung des Krieges: es sind
zumeist schnell hingekritzelte Notizen, schwer zu entziffern, an den Au�enseiten durch Staub und Schwei� angegriffen.
So viel l��t sich aber mit Sicherheit sagen, da� dieses Tagebuch den �Reminiscenzen" nur im allgemeinen einen Anhalt
bot. Die breit ausgef�hrte Episode z. V. vom 9. Oktober mit dem Prinzen Couis
-
Ferdinand ist im Tagebuch
unerw�hnt. Und wenn auch in den Tagen aufkeimender kiebe hier der Umri� einer zierlichen Frauensperson �
unschwer raten wir auf Nllle.Ntorlan � festgehalten ist, so haben doch die �Reminiscenzen" eben das Beste aus der
pers�nlichen (Erinnerung des K�nigs empfangen. Da� die wesentliche Kriegsliteratur dem Verfasser bekannt war, ist
anzunehmen; eine eingehendere Darlegung weist er einmal mit dem kurzen Hinweis auf das aufschlu�reiche IVerk des
franz�sischen Generals bei valmy, La vie de Dumouriez (Hamburg \7^, schon vorher Les M�moires du g�n�ral D.,
        
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