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Kunst und Kunstgewerbe in den königlichen Schlössern : X Bildnisse von Mitgliedern des Theaters Friedrichs des Großen

Full text: Kunst und Kunstgewerbe in den königlichen Schlössern : X Bildnisse von Mitgliedern des Theaters Friedrichs des Großen

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jn erster ?iuie Famen f�r diese Aufgaben �le T�nzerinnen der Berliner (Dper in Betracht und unter ihnen
vor allen Barbara Campanini, genannt die Barbarina.
Die romanhaften Umst�nde, unter denen die Barbarina nach Berlin tant, ihre auch durch ihre zahlreichen
Vildnissc bekundete Sch�nheit und bas tiefer gehende Interesse f�r die au�er durch ihre Erscheinung auch durch Witz
und Grazie bevorzugte T�nzerin, bas man bei dein jungen A�nig voraussetzte, ihre Heirat mit einem hohen preu�ischen
Veamten und ihre schlie�liche Erhebung in den Grafensland
durch 'Kont^ Friedrich �t>tll?clm II. hat, beg�nstigt durch ein
reiches Aktenmalerial in den berliner Archiven, eine ganze
Literatur �ber fie hervorgerufen, die uns in den Stand setzt,
ihren Lebenslauf von der IViegc bis zur 23af?rc 511 verfolgen.
'
(Beboren \72\ in parma, wurde Barbarina fchon
fr�h f�r das Ballett ausgebildet und zeichnete sich in dieser
Kunft derartig aus, da� ihr Lehrer Fossano sie im Iahrc
nach parts brachte. 3^?rc Erfolge hier waren au�ergew�hnlich;
als ganz besondere Leistung werden ihre Tuflspr�nge hervor-
gehoben, bei denen es ihr gelang, achtmal die Beine gegett^
einander zu schlagen, was 6er ber�hmten T�nzerin Caiuargo
nur viermal gl�cken wollte. Vie (Erfolge der Sarbarina be
schr�nkten sich nicht auf die 23�lme allein, und die Chronique
scandaleuse der Zeit wei� viel von den Triumphe� ihrer
Sch�nheit �ber die Herzen und Geldbeutel ihrer reichen und
vornehmen Verehrer zu berichten. Auch in ?0116011, wo sie
den Ivinter l?4O/4l uud 1,7^/^2 zubrachte, entz�ckte Var>
barina die Theater liebende Welt uni kann erst im Herbst (743
wieder in paris nachgewiesen werden, Hier kn�pfte der Ge-
sandte Friedrichs des Gro�en, Herr von (T^ainbrier, mit ihr
Unterhandlungen an, die dann sp�ter in Venedig mit dem
Agenten Cataneo zum Abschlu� gebracht wurden und die
T�nzerin verpflichteten, in die Vienstc Friedrichs des Gro�en
in Berlin zu treten. ?in Liebesverh�ltnis mit dem jungen
?ovb Stuart �??acfettjie lie� die Barbarina die von ihr ein^
gegangeneu Verpflichtungen bereuen, und fie weigerte sich, die
Keife nach Berlin anzutreten. Es w�rde zu weit f�hren, auf
die in dieser Sache gepflogenen Verhandlungen einzugehen, das
Ende Dom lliede war, da� �ie T�nzerin mit ihrer Mutter und
ihrer Schwester Marianne auf Befehl des Senates von Venedig
itu KontijUd^iiKiipft'tfii^fiibinrtt,ycrlin
unter starker Eskorte an die �sterreichische Grenze gebracht und dort dem Agenten des preu�ischen Gesandten iu U)ien
�berliefert wurde, der die Gesellschaft dann schlie�lich nach manchen Fa�lichkeiten wohlbehalten in Berlin ablieferte.
Die wiederholten Versuche Mackenzies, die T�nzerin von ihren Verpflichtungen zu befreien, blieben ohne Resultate.
1 !)gl. Schneider: Geschichte &k Q}per und de� glichen (Dpeniiiaufcs in Berlin. Berlin (652. Baseler: Die Bar&arina.
Berlin (890. Glioier im& Hovbcit: Sorbar�tta Campanini, eine Geliebte ,friebrit$f de? (Srogeti. Berlin i'toy. Diefclbcn: Un �toile de
la danse au XVIIIsi?cle. Ln Bubarina Oimpanini (\?2\ �>?<)y). paris \3\u. Die ?Kuftellini�) dieser bci�i'ti Urteil Autoren, fcm>cit fie &tru
2.>cil�ner 2(ufctitl�?lt der Sarbaiina betrifft, kritisiert l>r. D0I3 etngcl}cn? in &cn zur Branbenburgifd^cn miii pren�if<^eti
<�cfdjid)tc, ?S?�. XXIV,*, 2g^fft/ iii?icm er ihre Nliznvcrl�ssi^kcit un�t zahlreiche Irrt�mer nadytorijr, Auf die von diesen Autoren f�lschlich
als Portr�ts der bubarina r>er�ffci!llichten 33il&cr ronuue ich iwch jiiniif.
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