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Vor fünfhundert Jahren : Graf Friedrich von Zollern der Großkomtur und Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg 1412

Full text: Vor fünfhundert Jahren : Graf Friedrich von Zollern der Großkomtur und Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg 1412

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der Vrden f�r ihn die teure Zeche in der Herberge hatte bezahlen m�ssend Im Sommer des Jahres aber hatte
er in einem
� leider bisher unpubliziert gebliebenen, anscheinend verloren gegangenen � Schreibens wahrscheinlich
bald nach seiner Ankunft in der Mark, dem Grden nicht nur ein V�ndnis seynung) angetragen, sondern wohl auch
noch eine Reihe von besonderen Anliegen zur Sprache gebracht, um derentwillen ihm die Absendung bevollm�chtigter
Gebietiger erw�nscht war. Daraufhin erfolgte nun eben jene Gesandtschaft des Grafen Friedrich von Zollern Aomturs
zu Valga, in Begleitung des fr�heren Vogtes der Neumark, Albrecht von der Dube, dis m den Oktober des Jahres
fallen mu�, obwohl das Datum derselben �czum bister (Viesterfelde bei Aunzendorf, Areis fr�her Grdensgut,
jetzt Dom�ne) sch>>d her von dem meister" sich bisher noch nicht genau hat feststellen lassen.
Vegreiflicherweise mochte Heinrich von plauen, der �brigens den Vurggrafen schon in einem Ichreiben, datiert
Marienburg, den 6. August zu feiner Ernennung zum kandesverweser der Marken aufs herzlichste begl�ck-
w�nscht hatte, wegen des drohenden Aneges mit Polen nicht ohne weiteres auf den f�rmlichen Abschlu� eines solchen
B�ndnisses eingehen. Die eigenen N�te waren eben noch dr�ngender als die des Vurggrafen in der Mark. Aber ein
freundliches Nachbaiverh�Itnis sollte denn doch angebahnt werdend Und so erhielt Graf Friedrich wenigstens die
Vollmacht, den gegenseitigen Schutz der beiderseitigen Untertanen zu verabreden.
Die T�tigkeit des Grafen sollte sodann zun�chst eine wesentlich informatorische sein, jene weiteren Anliegen des
Burggrafen genauer zu vernehmen; woran aber dem Hochmeister vor allem lag, war offenbar, seiner ehrlichen Ent-
r�stung �ber den Schiedsspruch Tigismunds vom 2H. August 1^2 ungeschminkten Ausdruck geben zu lassen, was man
denn im einzelnen in der Urkunde selbst nachlesen kann. Und besonders bezeichnend ist es, da� Heinrich von flauen
gerade die Wiederaufnahme der verr�terischen Bisch�fe^ so entschieden ablehnen zu m�ssen glaubte.
Gro�en Umfang nimmt schlie�lich in der Instruktion auch die Behandlung der Streitigkeiten mit den S�ldner-
f�hrern Heinrich von Grunenberg und Hans von Huei� ein: zweifellos ein h�chst unerfreuliches Rulturbild jener
z�gellosen Zeit, f�r den Hochmeister aber wohl haupts�chlich eine Geldfrage, und diese waren ihm gerade dazumal eben
besonders peinlich!
Es lag in der Natur der Sache, da� Burggraf Friedrich dem Vrden damals wie sp�ter in seiner Bedr�ngnis
recht wenig helfen konnte. Hatte doch auch er in der Mark mit seinen eigenen Angelegenheiten gerade genug zu tun! Und
in allem Wesentlichen mu�te er zudem den Weisungen �gismunds folgen, wie dessen Instruktion vom ?< Dezember
<^1?) beweist (E. Brandenburg, A�nig Sigmund und Aurf�rst Friedrich I., Berlin I.895, T. 33 nebst Anmerkung).
Immerhin war die Aufnahme des Aomturs bei jenem eine fehr freundliche gewesen, wie aus einem schreiben Heinrichs
von flauen vom 26. November 1.^1,2 hervorgeht, das ebenfalls noch unpubliziert, aber wiederum m mehrfacher
Beziehung merkw�rdig ist ss. Beilage 2). Und der Vrden seinerseits konnte wenigstens in einer Beziehung, wie es
scheint, dem Vurggrafen in der Tat einen erheblichen Dienst leisten. Es geht n�mlich aus diesem zweiten Schreiben
des Hochmeisters hervor � und diesen f)unkt hat auch I.Voigt, der es verschiedentlich zitiert hat, anscheinend �ber-
sehen �, da� dem Vurggrafen ganz besonders an der am Schl�sse erw�hnten �Buchse" mit zugeh�rigem Wagen gelegen
war. Es ist ja bekannt, da� gerade der Vrden fr�h solche gewaltigen Gesch�tze herstellte, und die m�chtigen �B�chsen-
steine", die sich noch bis auf den heutigen Tag erhalten haben, legen von deren Gr��e ein handgreifliches Zeugnis ab.
Insbesondere hatte schon Aonrad von Iungingen die gro�e Gesch�tzgie�erei auf der Marienburg angelegt, und
sein Nachfolger Ulrich von Iungingen ist neuerdings geradezu der Arupp des Mittelalters genannt worden.
1
�(56 m (mehr als 2(00 M. nach heutigem Gelde, abgesehen von den Nebenausgaben!) vor den Herren borkgrofen von Noren-
berg mit den synen 115 den Herbergen Zu losen zu Marienburg, als her 7 tage und ? nacht alh^ lag." Cre�lerbuch, herausgegeben �on
A. Joachim, K�nigsberg 5. 570, und schon Fr. A. Vo�berg, Geschichte der preu�ischen M�nzen usw., Verlin (8^3, V/ 3. (28/2?.
�
2 3. Doigt, Erwerbung der Neumark, S. 520; (?.Brandenburg, K�nig Sigmund und Kurf�rst Friedrich I, von Vrandenburg, Berlin \ty\,
S. 52, Anmerkung. � 'Er war seinem verwandten jedenfalls auch pers�nlich bekannt, mindestens seit dessen Anwesenheit inMarienburg im
Iahre u�9 (s. oben), als er selbst noch Komtur 311 �fterobe war (U- November bis (3. April itto),
� * Die Vemerkung, die gewi�
ehrlich gemeint war, da� der Orden niemandem lieber als dem Burggrafen g�nnen w�rde, wenn er �be? das Ronigrich tzu po?an" k�me,
bezieht sich zweifellos auf Siaismunbs nie ganz aufgegebenen Teilungspl�ne, bei denen auch Friedrich von N�rnberg eine Rolle spielen f�llte;
vgl.I.
    
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