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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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sondern auch feine Mitteilungen ouragans als quantit� n�gligeable. Er beginnt seinen Vrief an kouise-Dorothee com
7. August mit einer ironisch-scherzenden Anrede an Grimm, dem seine G�nnerin diese wohl nicht gezeigt haben wird:
�En v�rit�, M. Grimm, vous ?tes un homme admirable; vous me faites le plus grand plaisir du monde par vos
rapsodies de me procurer des lettres de ma ch?re duchesse, et, quoique je me soucie fort peu des finances du
Roi Tr?s -Chr�tien 1, ni de toutes les sottises qui passent par la t?te du peuple fran�ais, je re�ois vos gazettes
avec une satisfaction singuli?re. Ne vous en enorgueillissez pas, M. Grimm; c'est pour l'amour de l'enveloppe
qui me les fait tenir. Voil?, madame, ce que je n'aurais pas eu le c?ur de vous dire, mais ce que cependant
je ne puis en aucune fa�on supprimer, parce que cela est tr?s vrai."
Zurzeit als Grimms erster Arief eintraf, war d'Alembert Gast des K�nigs in Potsdam. Dessen R�ck-
kehr nach paris benutzt Grimm, ohne auch nur im geringsten vom K�nig dazu ermutigt zu sein, zu einer
zweiten direkten brieflichen Ann�herung an Friedrich. Am \%. September schreibt er ihm ganz begl�ckt, von
d'Alembert Gutes �ber des K�nigs Befinden geh�rt zu haben, und dankbar daf�r, da� er jenem die Aorrespondenz
nicht gezeigt habe. Er benutzt die Gelegenheit noch einmal, zu betonen, wie wertvoll ihm diese Diskretion sei, unter
deren Voraussetzung allein freim�tige Steuerungen �ber die Neuerscheinungen und Zusendungen der f�r die Geffentlichkeit
nicht bestimmten Schriften m�glich seien, wenn Grimm in diesem Briefe von sich selbst sagt: �Quelque libert� que
je me permette en jugeant les ouvrages qui paraissent, j'esp?re que Votre Majest� n'y appercevra jamais envie
de nuire ? Hui que ce soit. Je puis me tromper souvent, mais mon devoir est de ne faire exception de personne,
et je regarderais comme un crime l'indigne projet de d�truire dans l'esprit de Votre Majest� un homme de
lettres, de quelque parti, de quelque religion qu'il puisse ?tre," so mu� ihm zugestanden werden, da� er diese
Unparteilichkeit in der Tat durchgef�hrt und sich bewahrt hat. Der Brief ist sehr lang und enth�lt auch verschiedene
literarische Besprechungen. Zum Zchlu� bittet Grimm den K�nig um Entschuldigung wegen der Form dieser direkten
und pers�nlichen Mitteilungen au�erhalb der eigentlichen Korrespondenz: �IIv a six semaines que je r�siste ? la
tentation de parler ? Votre Majest� de mon respect et de mon attachement, de ma reconnaissance de ses
bont�s; il est naturel que j'y succombe ? la fin." Den Neujahrstag des n�chsten Jahres benutzte Grimm dazu,
wieder an den K�nig zu schreiben. Sein Brief l��t nicht den Schlu� zu, da� auf den vorigen eine Antwort erfolgt war.
Die einleitenden Gedanken dieses Gl�ckwunschbriefes sind f�r den vor feiner platten Schmeichelei zur�ckschreckenden
Schreiber so charakteristisch, da� fie hier Alatz finden sollen:
,,5ire
Les anciens commen�aient leur ann�e par un sacrifice aux Dieux, Je les imite en portant mes hom-
mages aux pieds de ce que je connais de plus grand et de plus auguste. Si Votre Majest� avait v�cu dans
ces temps recul�s, la simplicit� et Ja religion des peuples vous auraient plac� dans l'Olympe, et tous ces faits
�tonnants que nous avons vu se passer sous nos yeux, �loign�s de notre si?cle, nous les regarderions comme
un encha�nement de faits fabuleux, fruit d'une brillante imagination de quelque grand po?te. Notre mythologie,
Sire, ne peut vous accorder une place en paradis. Votre Majest� y serait en trop mauvaise compagnie; mais
elle nous permet de prier pour la conservation de vos jours sacr�s et cela vaut mieux." 3niWX�x$ des n�chsten
Jahres s (765) nahm er die Reise von Hewetius nach Berlin zur Veranlassung, diesem einen Brief mitzugeben, indem
er in fast zudringlicher Weise die Gunst des K�nigs erbittet. Friedrich aber, den diese Art unangenehm ber�hren
mochte, versagte ihm nach wie vor nicht nur jede pers�nliche Ann�herung, sondern auch die bald darauf durch Ver-
mittlung der Herzogin van Sachsen-Gotha erbetene Verleihung eines Titels oder Grdens.^ Die fortgesetzte Inanspruch-
nahme der Herzogin durch Gnmm hatte Friedrich schon l�ngst als Ungeh�ngkeit getadelt.^ Emp�rt schreibt er ihr
1 Diese Aeu�erung bezieht sich auf eine sehr eingehende Besprechung einer kleinen Schrift von Roussel de la Cour; Richesse de
l'�tat in der Korrespondenz vom 5. Juli ;?6Z. 3So�|fe( flatte darin die Einf�hrung einer mit dem Einkommen steigenden Kopfsteuer vor-
geschlagen, &i� bei zwei Millionen 5tciiec3at|Ietn 698 Millionen Stores bringen w�rde und die alle anderen Steuern ersetzen k�nnte. �
�Hettner, Geschichte der franz. literatur. VI.Aufl. Vraunschweig {88\, S. 42�.
� �Vgl. dieBriefe des K�nigs an die Herzogin Luise�
Doroth�e vom 9-M�rz 176^ und vom 5?. und 26. Februar (766.
        
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