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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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de Ja M�dicine vous ordonne de pr�sider aux couches de Madame du Ch�telet, Le nom sacr� de l'amiti�
m'impose silence et je me contente de ce qu'on me promet." Voltaire ging aber zun�chst wieder nach kuneville.
Dort starb die Ntarquise du Chatelet am \O. September im Wochenbett. Nun wurde der Schmerz �ber den Verlust
der Freundin ein neuer Grund des Aufschubes der Reise. Er sei weit davon entfernt, nach Preu�en zu gehen, schreibt
Voltaire an d'Arnaud, der ihm aus Anla� des Todes der Marquise seine Teilnahme ausgedr�ckt hatte (\^. Oktober \7%<)).
Einen zweiten Vorwand findet er in einer den K�nig Stanislaus von polen beleidigenden Stelle im Antimachiaoell.
Dieser m�sse es �belnehmen, wenn Voltaire von seinem Hofe an den feines Veleidigers gehen w�rde. Schlie�lich
hatte Voltaire sich dadurch verletzt gef�hlt, da� der K�nig seine Bitte um Verleihung des Vrdens pour le m�rite, den
���auperruis schon seit \7%7 befa�, nicht ber�cksichtigte, und da� der 2Narquis 6'2trgcns ungestraft das Ger�cht ver-
breiten durfte, Voltaire sei bei Friedrich II. in Ungnade gefallen. Aergerlich �ber diese Ausfl�chte schrieb ihm der
K�nig am 25. November 5 7^9, er entnehme aus allen Vorkehrungen Voltaires f�r die n�chste Zukunft, da� ihm
wenig Hoffnung bleibe, ihn zu sehen. An Entschuldigungen werde es ihm ja bei feiner Einbildungskraft nie fehlen.
Vald werde es eine Trag�die fein, deren Ende er abwarten wolle, eine Anspielung auf den Co6 der Marquise, bald
h�usliche Angelegenheiten, bald der K�nig Stanislaus, bald irgendein �on dit", ��a gazette des sots", wie der K�nig
an anderer Stelle solche Alatschger�chte nennt. Hier meint er die angebliche Ar�nkung durch d'Argens' Mitteilungen.
Trotzdem erfolgte am 20. Januar des n�chsten Jahres eine neue Einladung f�r den Sommer nach Abschlu� der
Revuereisen in Preu�en. Als Voltaire jetzt seine mangelnde Gesundheit vorsch�tzte, griff der K�nig zu einem anderen
Mittel, auf dessen Erfolg er bei der Eitelkeit und Empfindlichkeit Voltaires mit Sicherheit rechnen konnte. Er lud
d'Arnaud ein, und zwar tu einem f�r den Dichterling weit �ber Geb�hr schmeichelhaften, den Dichterf�rsten verletzenden
Gedicht, mit den: er auf eine ihm von d'Arnaud gewidmete poetische Epistel antwortete. Der K�nig spielt darin auf
eine Dichtung d'Arnauds an, in der er feine M�tresse Manon in so schamloser weise besungen hatte, da� er eine
Gef�ngnisstrafe von drei Monaten daf�r erhielt. Die an d'Arnaud gerichteten Verse Friedrichs lauten:
D'Arnaud par votre beau g�nie
Venez r�chauffer nos cantons,
R�veiller ma muse assoupie
Et divisiner nos Manons.
Dans peu, sans ?tre t�m�raire,
Prenant voire vol jusqu'aux cieux,
Vous pourez �galer Voltaire,
Et pr?s de Virgile et d'Hom?re
Jouir de vos succ?s fameux;
D�j? l'Apollon de la France
S'achemine ? sa d�cadente,
L'amour pr�side ? nos chansons,
Et dans vas hymnes que j'admire,
La tendre volupt� respire
Et semble dicter ses le�ons.
Venez briller ? votre tour.
�levez -vous, s'il baisse encore.
Ainsi le couchant d'un beau jour
Promet une plus belle aurore. *
D'Arnaud antwortete darauf wieder mit einer poetischen Epistel, die er sehr gewandt mit den nachstehenden beiden
Versen schlo�:'
A ma muse qui vient d'�clore,
Vous annoncez un sort brillant,
Grand roi, Voltaire ? son couchant
Vaut mieux qu'un autre ? son aurore.
Mais si vous daignez me pr?ter
Quelques traits de votre lumi?re,
A ce prix, j'ose me flatter
D'obtenir l'�clat de Vo�ta�re.
von der absichtlich �bertriebenen Huldigung des A�nigK f�r d'Arnaud erfuhr Voltaire zun�chst nichts; da� sie ihm
aber nicht werde vorenthalten werden, das konnte der A�nig mit Sicherheit annehmen. Daf�r w�rden schon seine
1 So nach dem von Moland in feiner Voltaire.Ausgabe 37, S. 137/28 nach der Publikation des Gedichtes m l'Amateur d'auto
graphes, (668, S. 22 wiedergegebenen authentischen. Text. Preu�, ?uvres XIV, No, XXII weicht an einigen Stellen ab. Auch scheint
mir seine Datierung des Gedichtes noch in das Jahr 1759 nicht richtig 311 sein. ?s liegtn�her anzunehmen, da� es erst im Februar (750
nach Voltaires lehler Absage �nb nach des K�nigs �rgerlichen Aeu�crungen dar�ber verfa�t und abgesandt worden ist. VesnoireZterres
setzt es ebenfalls unrichtig erst in den Mai. � 9 Vgl. Besnoiresterres, Voltaire et la soci�t� au XVIII�si?cle. II-�d. Vd. III.
Paris ;s?!, S. tu.
        
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