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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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wiederholenden Versicherungen des Kronprinzen ersehen, er werde daf�r sorgen, da� ?r/ieriot bas Geld daf�r binnen
kurzem bezahlt werde. 1 Seit dem Regierungsantritt Friedrichs jedoch wurden Ou'eriot die baren Auslagen regelm��ig
verg�tet, wie er es selbst im Anhang zu feinem Briefe vom 28* 3un U'k'k berichtet. Zwei solche Rechnungen vom
59. April (7^ mit� von, 2TTai J7^5 sind erhalten und werden mit den Briefen von Chieriot an den K�nig ver-
�ffentlicht werden. Anders lag die Sache mit dem ihm seit dem November \736 zustehenden festen Gehalt, mit dem
Thieriot, der ein lockerer Vogel und in dauernder Geldverlegenheit war, sehr rechnen mu�te. �Ilr�galait les filles
de l'Op�ra et n'y �pargnait ni son estomac ni son argent. Quand apr?s ces exploits il n'y avait plus que le
diable qui loge�t dans sa bourse, ilretournait ? la table de la Popelini?re ou d'Helv�tius qui �tait son ordinaire
et o? il s'enivrait parfois comme un Suisse.*' 2 3n 0?C Erledigung dieser Geldangelegenheit spielt nun wiederum
Voltaire eine recht fragw�rdige Rolle als vermeintlicher Freund und F�rderer der Interessen seines Sch�tzlings. l�ir
hatten schon oben gesehen, wie er nichts dabei fand, diesem zu schreiben, er nehme jede Gelegenheit wahr, zu Friedrich
von ihm zu sprechen und ihn ins rechte Licht zu stellen, ohne da� er auch nur daran dachte, es zu tun. Als gleich
zuverl�ssigen Mittler zeigte er sich auch jetzt, 3m Januars?) {?%{ � bis dahin h�ren wir von dieser ganzen Geld-
geschichte nichts � schreibt Voltaire an d'Argental, dem gegen�ber er hinsichtlich ihres gemeinsamen Freundes Thieriot
noch etwas verschnupft tut: �Quoique je n'eusse pas lieu d'?tre tr?s-content de Tiriot, cependant j'ai cru devoir
solliciter Sa Majest� prussienne en sa faveur. Je puis vous assurer que je suis le seul qui lui aie parl� de r�gler
? Tiriot une pension et le roi m'a promis qu'il ferait cet arrangement sans d�lai. IIm'a m?me d�t, de combien
est cette pension. Cependant je n'ai point de nouvelles de loriot depuis que je lui en ai donn� des nouvelles
positives. Ilfaut qu'il ait touch� ses appointements." 3 Davon ist in dem scheinbar aus jener Zeit vollst�ndig
erhaltenen Briefwechsel zwischen Friedrich und Voltaire gar keine Rede. Aber wir k�nnen diesem Briefe vielleicht
entnehmen, da� erst damals die Frage einer bestimmten Gehaltszahlung an Thieriot zur Er�rterung kam. Daf�r
spricht, da� in allen uns vorliegenden und in Betracht kommenden Correspond en vor 17^0 nie von irgendwelchen
aus einer solchen Zusage sich ergebenden Forderungen Thieriots die Rede ist. M�glicherweise waren gar feine
bestimmten Abmachungen nach dieser Richtung hin getroffen worden. Denn w�re schon von Anfang an ein bestimmter
Betrag festgefetzt gewesen, so h�tte Voltaire nicht in so unbestimmter Angabe, wie: �Votre pension n'est pas mau-
vaise", noch im November 5?H0 an �T^ieriot schreiben k�nnen. Friedrich mochte, um so mehr als bisher kein Ansinnen,
sich materiell erkenntlich zu zeigen, an ihn gestellt wurde, glauben, �jieriot w�rde sich mit der Ehre und der Ver-
g�tung seiner Auflagen begn�gen. Aus dieser allerdings nicht berechtigten Auffassung k�nnte man sich dann auch die
dilatorische Bel^andlung der ganzen Angelegenheit in ihrem weiteren verlaufe einigerma�en erklaren. 
    
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