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Das Kurfürstliche Lusthaus Bornim

Full text: Das Kurfürstliche Lusthaus Bornim

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Weitere Bearbeitungen sind nur nicht bekannt geworden.
Wie seinerzeit bei Anlage des patfes Vabelsberg unserem Herrschcrhause in der Person des F�rsten
pou pssckler-2Nu5kau ein vollendeter �artenf�nftler erstand, so war dem Gro�en Aurf�rsten der treueste Ratgeber in
6011 Fragen der Architektur und der Gartenkunst der klevische Statthalter F�rst Johann-Moritz von Nassau-�iegen.
Nach dem vorhandenen Briefwechsel 1 darf es wohl als sicher gelten, da� der F�rst von Nassau an der Gestaltung
der kurf�rstlichen Residenz Potsdam und ihrer Umgebung ganz hervorragenden Anteil hat. Die Nlark und Potsdam
insbesondere waren ihm nicht unbekannt, denn schon in den Jahren t65^ und (658 halte er sich im
Vrandenburgischen aufgehalten. Den Zweck seiner l�ngeren Anwesenheit im November \66{ in Potsdam deutet der
Herr von Jena in seinen, Briefe vom ;5. November (66^ aus Berlin 2 an: �F�rst Moritz ist schon acht Cage 511
Potsdam, einen Entwurf zu machen, wie sie vermeinen, da� es recht zu bauen und anzulegen ist." Auch Bornim
war ihm nicht unbekannt, denn der Aurf�rst schildert ihm seine Mi�erfolge mit der Font�ne zu �Vornehm", wobei
er je6e n�here �rtliche Bezeichnung fortl��t.3
Da� die Gartenanlagen erst ins teben gerufen wurden, nachdem der Gro�e Aurf�rst durch Moritz von Nassau
in den Vesitz des Buches �ber Gartenkunst gekommen war, ist gewi� kein Zufall, wie sehr dem Aurf�rsten an diesem
Buche gelegen war, zeigt uns der darauf bez�gliche Briefwechsel. Hchon am November hatte er den F�rsten
von Nassau erinnert: �Lw. kden vergessen das grosse Buch nicht." Am 5. Februar mahnt er ihn erneut:
�... wollen Lw. tden .. . nicht vergessen, wie auch wegen des grassen Buches in meine bibliotheck." Daraufhin
scheint F�rst Moritz das Buch �bersandt zu haben, denn der Gro�e Aurf�rst dankt ihm unterm 9. M�rz �Ich
sage Ew. kden auch f�r das schone Buch grossen danck. Ich Hab schon dinge darau� gezeignet, welche ich zu potzdam
appliciren werde." Ja, der Aurf�rst dankt ihm sogar noch einmal an: 2. April kden", so schreibt er
aus A�nigsberg, �vnterschidene schreiben wie auch das vberschickte buch von gertten Hab ich woll empfangen, vndt
sage derselben daf�r freundlichen danck, vndt haben Ew. kden mich damitt zum h�chsten obligiret, vndt Hab ich de�-
gleichen noch keines in meiner bibliotheck." � Im folgenden Jahre beginnt man den Garten nach holl�ndischem
Muster anzulegen, ja es springt schon eine Font�ne, die aber bereits aus Mangel an Wasser eingehen mu�.�
wenn man noch die Frage streifen will, was den Gro�en Aurf�rsten gerade zur Auswahl der Gegend bei
Bornim bewogen haben mag, so l��t eine Sch�pfung des klevischen Statthalters wegen ihrer �hnlichkeit mit Bornim
den Schlu� gerechtfertigt erscheinen, da� sie zur Auswahl des Gel�ndes von Bornim f�r den Gro�en Aurf�rsten mit-
bestimmend war oder da� gar der F�rst Moritz selbst den Platz f�r den Aurf�rsten zur Anlage des Gartens und des
lusthauses ausgew�hlt hat. Diese Sch�pfung sind die Anlagen im Revier des Freudenberges bei Aleve. hier baute
sich F�rst Moritz, der � wie bezeugt ist
�
von Jugend auf kein gr��eres Vergn�gen kannte, als �bauen, graben
und pflanzen" zu lassen, an dem Rande einer kleinen waldigen Anh�he ein tandhaus. Ganz besonders bestach ihn
bei der Anlage der Wechsel von Berg und Tal. Auellwasser benutzte er zur Anlage von Font�nen, in zierlichem
Grottenwerk rauschte ein Wasserfall, der dem Munde zweier Tritonen und einer bizarren Maske entquoll.^
Auch in Bornim finden wir diesen angenehmen Wechsel von bergigem Terrain und Niederung. Am Nord-'
abhang der Zachelsberge, auf einer Anh�he inmitten der wiesen erhob sich das tusthaus. Unter einen: holl�ndischen
Planteur wurden Gartenanlagen ins keben gerufen. Ciroler Erdarbeiter und inl�ndische Teichar�ber legten Gr�ben
und Teiche an, die dem Verkehr mit Wasserfahrzeugen und der Fischzucht dienstbar sein sollten. Springquellen am
Fu�e der Zachelsberge lieferten Wasser f�r Font�nen, im Grottenwerk wurde durch Wasserkraft eine Wasserorgel getrieben.
Beiden Sch�pfungen ward �brigens ein gleiches Schicksal: sie sind f�r immer dahin!
1 lNeinarduZ, Eigenh�ndige Vrirfe des Gro�en Kurf�rsten an 3*>l}�nii'ini>ri� von Nassau, inForschungen zur Vrandenburgischen
und Preu�ischen Geschichte, Vand ;y, leipzig 1906, 3. U5ff.
� !0. lVrlich, Geschichte d?5 Preu�ischen Staat� im \7. Jahrhundert,
Vd.I,S. �GV
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� Meinardus, a. a. (D. l,Nr. 6. d. Colin ?/l?. Ittat *665.
� * Vas. I, Nr. 8.
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5 Das. Nr. 9.
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? Das. Nr. (0,
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7 Vas. Nr. n.
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Das. Nr.H-
� 9 Dr. Georg Galland, Der Gro�e Allrfllrst und Moritz von Nassau der Vrasilianer. Studie zur
Vrandenburgischen und Holl�ndischen Kunstgeschichte, Frankfurt a. M.
        
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