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Das Kurfürstliche Lusthaus Bornim

Full text: Das Kurfürstliche Lusthaus Bornim

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Im n�chsten 3a re' \6?6, erscheint neben den Tirolern ein einheimischer Teichgr�ber aus Alt-Landsberg mit
Hamen Martin Rotkopf. Auf Veranlassung des Gro�en Aurf�rsten wurde mit ihm unterm \y. 2Nai desselben Jahres
ein Vertrag geschloffen, durch welchen er �einige Teichgr�berarbeit in Vornimb" �bernahm. 3m einzelnen wurden
folgende punfte vertraglich festgelegt: Er sollte gehalten sein, �den gro�en Graben 511 Bornimb, bas ncw angehenckten
Gartens-St�ck, was noch �brig ist, al� von dem vorigen Graben ab zur Seiten des lusthauses bis zum ende und
wieder di� Huer herab an die helffte der breite durch fein� eigene leute auszuf�hren". Ferner verpflichtete er sich,
den Grund des Gartens eine Rule breit inwendig gegen den Garten vom Graben ab und auswendig bis an die
Terrasse und den erhobenen weg mit dem alten Gartenbodm in eine kontinuierliche Fl�che zu bringen und hernach
den Graben dem vorigen gleich breit als ,33 Fu� anzulegen und 7 Fu� tief zu machen. Material und Werkzeug
wurden ihm geliefert. F�r jede Rute der ?�nge des Grabens nebst aller Arbeit, wie Graben, Auskarren &er Erde
und Aufplacken, erhielt er H Taler. Nach Beendigung des ganzen Werkes sollten ihm noch 2 XDifpelKorn und 3 F�sser
Vier gegeben werden.
Vom H. November liegt uns ein weiterer Bericht �ber die Grabenarbeit vor. Der Gberf�rster von
t�deritz hatte sich mit dem Amtsschreiber und dem planteur in Potsdam eingefunden, um die im Sommer
fertiggestellte Grabenarbeit auszumessen und die tiroler zu entlohnen. Der Bericht ist an den Gro�en Aurf�rsten
im kager vor Stettin gerichtet.
Die Tiroler hatten nach Vlesendorfs Kontraft einen Graben von 9? H�ten fange, 2 Ruten Breite und
5 Fu� Tiefe sowie einen anderen von 58 Ruten S�nge, 2 Ruten Brette und 6 Fu� Tiefe hergestellt. Ferner hatten
sie auf des Ackers H�he, wo der Graben kontinuieren sollte, einen Berg von 3{ Ruten l�nge abgekarrt und aus-
gegraben. F�r diese Arbeit hatten sie vertraglich H5Z Taler 22 Groschen zu fordern. Es stellte sich jedoch beim
Nachmessen heraus, da� sie den Graben in der N�he des Gartens hatten breiter als 2 Ruten graben muffen, stellen-
weise 3, auch H Fu� breiter. F�r diese nicht vereinbarten Leistungen beanspruchten fie 30 Taler, die ihnen auch
bewilligt wurden. m ganzen Relief sich ihre Forderung vom 2Nai bis 3, November auf H6Z Caler 22 Groschen,
hiervon waren ihnen laut Baurechnung vom abreibet bereits 260 Taler gezahlt, so da� die Tiroler also noch
209 Taler 22 Groschen zu verlangen hatten.
Der tandsbergsche Teichgr�ber hatte an dem schmalen Graben 5 Ruten fertiggestellt bei einer Breite von
5 Rute und 3^/2 Fu� Tiefe. Er hatte daf�r 90 Taler 52 Groschen zu fordern. Erhalten hatte er abschl�glich
h^ Taler Groschen, so da� noch 29 an ihn zu zahlen waren.
Am 59. November lie� der Aurf�rst den Erdarbeitern noch 300 Taler anweisen, wof�r sich der Meister
der Tiroler verpflichtete, im n�chsten Jahre uni �Marien" sich zu gestellen, und drei von seinen Anechten wohl als
B�rgen zur�cklie�.
Gleichzeitig wurden die Teiche ausgegraben. Zun�chst, imJahre die beiden langen Teiche, sp�ter wohl
noch die beiden kleineren. Sie waren ausweislich des Erbregisters des Amtes Potsdam vom Jahre mit �Giebeln-
und Carpensamen besetzt" und wurden �nur bcy anwesenheit der gnadigsten Herrschaft gefifchel; Sonst aber nicht".
Dieses Absischen der Aarpfenteiche geschah zur allgemeinen Belustigung. Man findet dies best�tigt in einem Briefe 2
der Aurf�rstin kuise-Henriette an den Vberpr�sidenten G. v. Schwerin etwa aus dem Jahre 5658, in welchem sie sich
ihm gegen�ber beklagt, da� sie das Vergn�gen des Aarpfenfischens in Oranienburg nicht habe genie�en k�nnen, da
man den Aarpfenteich zu fr�h abgelassen habe.
Inmitten des Gartens lag das kusthaus. Den Beginn des Baues kann man erst in die siebziger Jahre
verlegen, denn in den, Bericht de Chiezes vom 20. sto.) August �ber den Bau in Potsdam und Berlin findet
man Bornim mit keinem Worte erw�hnte
1 Geh. Staatsarchiv Ms. 24. Das Erbregister vom Jahre ;:oo ist mit dem aus dem Jahre ;5SY zusammengebunden.
� * Hirsch,
Vie Briefe der Nurf�rftin luise-Henriette von Brandenburg an den Oberpr�|ii>cntpn �Ho von Schwerin, in Forschungen 3, Vrandenburg.
u. Preu�. Gesch., Ad. 8, Nr. 57.
� 'Geh. Staatsarchiv Rep. 9, DDD.
        
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