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Aus den Erinnerungen eines Leibpagen des Großen Königs

Full text: Aus den Erinnerungen eines Leibpagen des Großen Königs

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nichts zu sehen oder zu h�ren! Des A�nigs kleine Corps marschirte �ber in� Vr�cke, er ritt selber den, FeldmarschaU
entgegen, um ihn im Marsche zu treffen, kein Leidmarschall und nichts zu h�ren oder zu sehen! Der A�nig konnte
sich dieses nicht reimen. . ..Der A�nig sowohl als der Feldmarschall, beide wu�ten sie nicht, woran sie waren, der
A�nig sehr unruhig, der Feldmarschall nicht minder, und nicht den Grund hiervon. Der A�nig schickte nach den,
Feldmarschall und der Feldmarschall nach dem A�nig. Endlich traf sich der vom Feldmarschall abgesandte Graf
Schwerin, Vrudersohn des Feldmarschalls, mit dem vom A�nig Abgesandten, und dieser kam zum A�nig. Ehe nun
dieser zur�ckkommt, ist es wohl Abend geworden, dahero der Nachtmarsch des Feldmarschalls. Mit Tagesanbruch
war der Feldmarschall mit seiner Ann�e da, ... Nun kam noch ein ungl�cklicher Umstand dazu, der wohl vieles
zu der Verdrie�lichkeit des A�niZs beitrug; er war zum sterben krank geworden. Die Ursach diese: der A�nig hatte
sein Zchlafgemach in einer ganz neu gemauerten und ausgewei�ten Aammer genommen. Es ist weltbekannt, der
A�nig schwitzte �u�erst stark. Dann mu�ten zwei gro�e silberne Sch�sseln mit Aohlen angef�llt alsdenn in sein Zelt
oder Zimmer gebracht werden, da� er sich bei solchen umzog. Dieses gesch�he nun auch in diesem neuen Zimmer.
Der Dunst von beiden war unbeschreiblich; wir mu�ten den Aammerhusaren Glasow^, welcher den A�nig wecken
mu�te, zweimal ohnm�chtig aus dem koche tragen. Der A�nig in seinem Vette von dem gro�en Dunste ganz bet�ubt,
seines Besinnens ganz nicht f�hig, mu�te aus dem Vctle, so wie er war, geholfen werden, so in dem Dunst angezogen,
ohne das geringste zu genie�en, aufs Oferd gesetzt, zur Armee, und seine kleine Armee mit der des Feldmarschalls
in Marsch gesetzt. Der A�nig bekam ein solches Erbrechen, da� man glaubte, er werde vom Pferde fallen, und
solchen Durst, den er nicht l�schen konnte. Mehr denn 50 Gl�ser Wasser, so ich ihm reichen mu�te, halfen nichts,
und dieses Erbrechen dauerte auch big mitten der Sataille fort, bis er ein Glas wein und Vissen Vrod nehmen
konnte. Die ganze Armee hatte sich in Marsch auf Vcfehl des A�nigs gesetzt, der A�mg ritte vorauf, nun kam der
Feldmarschall angesprengt, sehr vergn�gt den A�nig wiederzusehen, sprang wie ein J�ngling vom Pferde, an A�nig,
k��te ihm den Rockscho� und sagte: Hier bin ich. Der A�nig, so krank, verdrie�lich, sagte, freilich im Zorn: Wo
hat Sie der T... gehabt? Ey, sagte der Feldmarschall, freilich aufgebracht, ich habe meinen Adjutanten Vorck zu
Euer Majest�t gesandt, aber Sie haben ihn mir. nicht wieder zur�cke geschickt, ich kann vor nichts. Die Armee ist
zwar erm�det, aber wo befehlen Euer Majest�t da� ich attaquiren soll hier auf diese Berge? ND. Es waren
die Verge auf dieser Seite des Ziskabergs, wo die Feinde eine heftige Kanonade auf uns machten. Mein Herr
Feldmarschall, sagte der A�nig, wir m�ssen die Feinde ganz umgehen und auf ihren rechten Fl�gel angreifen. Nun
ging der Marsch so frisch vor sich, durch ein Dorf^ und so von einem gro�en Damm rechts ab. ... Der Feind
hatte vor seiner sonst ebenen Fronte gro�e Mor�ste, da� keine Canone her�ber konnte. Der Feldmarschall hatte
�ber diesen einen Grt gesehen, wo die Kavallerie und Infanterie des linken Fl�gels durch konnte; nun kam der
Feldmarschall an A�nig gesprengt und sagte: Nun, Euer Majest�t, ist es jetzt Zeit. Der A�nig hatte noch warten
wollen, allein der FeldmarschaU salulirte den A�nig mit dem Degen und sagte nun: Euer Majest�t, Frische Eyer,
gute Eyer! Nun legt der H. Verfasser diese Worte dem A�nig in Mund, ich w��te aber nicht, wie er dieses ohne
die geringste Veranlassung zu haben h�tte sagen k�nnen. Genug der FeldmarschaU war fort, der A�niZ rief
ihm noch nach, aber kein Halten mehr, so sing die Bataille an, und der A�nig s�he seinen treuen FeldmarschaU
nicht lebendig mehr. ...
Unsere Cavallerie sowohl als der linke Fl�gel der Infanterie kamen gl�cklich sauf) jene Seite des Morastes
durch, unsere �Qwallerie attaquirte die feindliche und schmi� ihr erstes Treffen �bern Haufen, h�tte aber meiner
Meinung nach sich nach dem heftigen CHoc ralliiren m�ssen, um auch das 2 te Treffen zu werfen. Dieses war nicht
geschehen, und nun kamen sie, wie es wohl zu glauben ist, nicht mehr geschlossen auf ein festes stehendes Volk
angesprengt, welches durch eine heftige Canonade jedoch die Unsere wieder, zum weichen brachte. Unsere Infanterie
1 Genera lstabsroerk II, S, U9. � a Ver Name ist irrig, Glasow war 3� dieser Zeit nicht mehr "Kammer Nachla�
?)entfcl I, 2, S. 77; Preutz, Friedrich der Gro�e. II, S. 3^f 402.
� * Unter-poc�nto* vgl.Plan 4 de5 �eticcatfltabsmerfs.
        
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