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Aus den Erinnerungen eines Leibpagen des Großen Königs

Full text: Aus den Erinnerungen eines Leibpagen des Großen Königs

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Hun fing die feindliche Armee an sich in 2-Narsch zu setzen und durch kowositz zu befiliren, um unfern linken
Fl�gel anzugreifen. Dieses gesch�he nun auf die vom H. Verfasser jenes Buches, Beschreibung des ?j�hrigen Krieges,
bemerkte Weise. Die Bataille nahm nun ihren Anfang, und hatte der linke Fl�gel alle seine Patronen verschossen.
Der Herzog von Beyern sandte zum K�nig um Patronen. Dieser �bersandte ihm vom rechten Fl�gel die H�lfte aller
vorhanden seienden, weil dieser nicht zum treffen kam, bis wieder andere herbeigeschaffte Patronen solche ersetzten.
�b nun zwar der rechte Fl�gel nicht zum Treffen kam, so konnte der K�nig doch solchen nicht links sich ziehen lassen,
um den� Herzog beizustehen, denn er mu�te besorgen, der Feind besetze den Sulowitsch, und alsdenn so w�re alles
verloren gewesen. Hun war die gro�e ?�c?e zwischen die beiden gro�en Verge, n�mlich zwischen dem rechten und
linken Fl�gel. Sowie dieses die Feinde gewahr wurden, so sandten fie 8 Bataillone, diese einzunehmen. Der K�nig,
der diese Absicht merkte, gab gleich Vefehl unserer Cavallerie, in die gedachte kucke einzur�cken. Der Gbrist v.M�ller '
von der Artillerie hatte eine sch�ne Batterie auf einem H�gel aufgef�hrt, mit dieser bescho� er die 8 Bataillons so
tapfer, da� sie sich gen�tigt sahen zu weichen, und w�re unsere Kavallerie nicht so heftig mitgenommen gewesen, gewi�
w�ren nicht viele von jenen 8 Bataillons zur�cke gekommen. Auch wurden unsere Canouen auf towositz gerichtet.
Unter dieser Zeit war der nun verstorbene Generallieutenant Hacke mit einige feiner Grenadiers nach towositz vor-
gesprengt und hatte die H�user der Vorstadt von kowositz, welche mit Stroh gedeckt, in Brand gesteckt. 2 Hun konnten
die Feinde nicht weiter hier durchziehen, weil alles brannte; mehrere hundert Blessirte verbrannten hier, die sich in die
H�user gerettet hatten. Hun endlich erm�deten die Feinde auch, da sie sahen, es sei nichw auszurichten. Sie waren
also auf ihre Retraite bedacht und �berlie�en uns das Schlachtfeld. Hiermit endete die merkw�rdige Bataille sich, die
mit Sonnenaufgang sich anfing und bis nach ihrem Untergang gedauert hatte. Unser gr��ter Verlust war bei der
Capa�crie; bei der Infanterie verloren wir nur einen General, n�mlich den v. Quabt/'
pr�g
�Der A�nig war schon aus Dresden zum Feldmarschall v.Schwerin gereist im Winter und hatte die ganze
Campagne mit solchem beredet und sich besprochen, wie sie agiren wollten und wo sie zusammentreffen wollten.
Nun trat die Zeit ein, wo es geschehen sollte. Als der Feldmarschall bei Iungbunzlau stand, so schickte er einen
Adjutanten den lieutenant Vorck von dorten zum A�nig ab, um weitere Verhaltungsbefehle zu erhalten, kr hatte
gesucht diesen Vorck sicher zum A�nig zu bringen, weswegen er ihm einige Husaren mitgegeben, die ihn, begleiten
mu�ten. Der Lieutenant v. Borck kam auch gl�cklich zum A�nig mit dem Schreiben des Feldmarschalls Schwerin an,
der A�nig fertigte diesen kieulenant auch sogleich wieder ab und sagte zu ihm: Gr��e Er nur den Feldmarschall und
sage Liihm, morgen fr�he sehen wir uns. was der A�nig weiter geschrieben, kann ich nicht wissen und wird wohl
keiner erfahren haben. Genung, Borck ritte mit seinem Schreiben ab, und so jung ich und meine Aameraden der
v. Schwerin, v. Aoeckeritz und v. Pirch auch waren, so machten wir doch auf unsere Art Bemerkungen, da� man
diesen nun so wichtig gewordenen Voten so ganz sorgenlos ohne die allergeringste Vedeckung hatte abreiten lassen. .. .
Genug, Vorck ritte weg und ward gefangen. . . .Der A�niZ, gewi� sich �berzeugt, der Feldmaischall w�rde noch
nicht zugleich mit ihm, doch m sehr kurzer Zeit bei ihm sein, er marschirte also in gr��ter Fr�he ab, kam an die
Moldau, sandte mit jedem Ponton Grenadiers ab, die auf jener Seite sich postirten, und so wurde mit allen Pontons
die Uederfahrt eines Bataillons bewirkt, die sich denn gleich an einander schloffen, und fo in m�glichster Geschwindig-
keit die Br�cke geschlagen. Der A�nig ritt gleich hin�ber, sandte Husaren-Patrollen nach dem Feldmarschall weg �
1 v. M�ller, damals Oberstleutnant. � a Der damalige Grenadierkapit�n v.Hacke befehligte die Fl�gelgrenadierkompagnie des
Bataillons Retzow (Grenadier-Garde, Nr. h). Viese geh�rte zum Grenadierbataillon Aleist, das sich bei dem linken Fl�gel unter dem
Herzog von Vevern befand. Er starb (785 als Generalleutnant, RegimentZchef und Gouverneur non Stettin. � � Vesprechung zu Haynau
am 29-3 aTluar (757c vgl. Generalstabs werkII,2. (3�tv
        
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