Path:
Aus den Erinnerungen eines Leibpagen des Großen Königs

Full text: Aus den Erinnerungen eines Leibpagen des Großen Königs

74
diesem Ariege niederzuschreiben, �311 meiner K�hne Nachricht", abgeschlossen 3toelitz in Pommern den 20. Juli J805.
Sie bilden ein Huartheft von J22 eng beschriebenen Seite�. Eine Mitteilung daraus �ber die bekannte Rede des
K�nigs an seine Generale vor der Schlacht von keuchen brachte schon I.D.E. fireu�, der Herausgeber der ?uvres
de Frcd�ric le Grand (XXVII, Ceii 3, Vorwort, S. XXXV). Die seitdem verschollene Handschrift tauchte im
Jahre 5906 bei einem Dresdener Antiquar auf und wurde f�r das Ariegsarchw des Gro�en Generalstabes erworben.
�... Schon in meinem elften Jahre bin ich in die Veit getreten, n�mlich im Jahre f?H6 ward ich f)age
bei den Feldmarschalln von Vorcke. >lL. Es war vor Zeiten A�nigl. Vefehl, da� alle Feldmarsch�lle, Generale und
deren Gemahlinnen junge Edelleute als Pagen halten mu�ten. kam ich nach Verlm, ward Page bei Ihro
Majest�t der A�nigin, Gemahlin Friedrich des Gro�en. Von hier nahm mir der A�nig nach Potsdam bei die
Unrangirten, von diesen bei sich zum Pagen. Dieses bin ich denn gewesen bis nach der Vataille von keuchen, bei
welcher mir der A�nig zum Lieutenant ernannte und gleich vom Schlo� zu Tissa in der Nacht nach Glogau, Verlin,
Magdeburg, keipzig und Bayreuth absandte. Bei meiner Zur�ckkunft lie� der A�nig mir durch den damaligen
Vbnst v. Arusemarck sagen, ich m�chte mir ein Regiment Cavallerie w�hlen, bei welchen� ich gerne sein m�chte, er
wolle mir zum premier-kieutenant bei solchem machen! Ich dankte f�r diese gro�e Gnade, ich wollte es ihm �ber-
lassen und mir gerne gefallen lassen, wohin er geruhen w�rde mir hinzugeben. Nun lie� er gleich nach Eroberung
von Vreslau seine Fl�gel-Grenadier-Compagnie des VatMons Garde kommen, 2 bei diese setzte er mir. Vci diese
habe ich den �brigen Theil des ?j�hrigen Aricges bis zum Frieden gestanden, wo ich denn Adjutant ward und nach
Verlauf von 1.0 Jahren obiggedachte Compagnie selber erhielte und Major im Bataillon ward, n�mlich 5??2; und
h�tte ich nicht dag Nngl�ck gehabt, durch einen Menschenfeind, den weltber�chtigten Scheel 2, die Ungnade des A�nigs
mir zuzuziehen, so w�re ich gewi� bis jetzo in meinem ?^. Jahre noch in der Armee und h�tte mein Gl�ck gemacht,
allein dieses ist vorbei und hat mir das� Gl�ck nicht wieder anlachen wollen. ..."
�Nicht gegen den Verfasser des ?j�hrigen Aricges und seine Beschreibung hiervon treibt nur an; nein,
unrechte Berichte von verschiedene Vorf�lle und Vegebenheiten, die ich gewi� besser wei� als mancher, der auch unter
dem A�nig den Arieg mitgemacht, und gehet es mir nahe, da� man dem gro�en Feldherrn will Sachen andichten
und Worte in den Mund legen, die er nie gedacht, und Beschuldigungen andichten will, die er nicht verdient.
. . . Einmal ward ich von dem Major, nachherigen General v. pfau^ durch meinen Schwager den jetzigen
Major v. Arnstedt aufgefordert, doch eine Beschreibung von den sbis) jetzo dunkel gebliebenen Vorf�llen aus dem ? j�hrigen
Ariege zu machen, da er gewi� wisse, ich sei hiervon ganz genau unterrichtet; ich that solches auf Pflicht und Gewissen.
Als ich hiermit fertig war, so fiel mir ein, ob solches auch dem A�nig m�chte zuwider sein, wenn ich einige Sachen,
die bisher dunkel geblieben, nun wollte der Welt erstlich bekannt machen. Viescrhalb schrieb ich meinem Schwager
und bat ihm, den Major v. Pfau im vertrauen zu fragen, ob ich beim A�nige auch vielleicht ansto�e, wenn ich nun
das sagte, allein mein Schwager hatte nicht die Gef�lligkeit f�r mir, den v. Pfau zu fragen noch mir wieder zu
schreiben. Es verblieb also hierbei und ist ganz in Vergessenheit gerathm, da der Einj�hrige Arieg bald
darauf anging.
Seine jetzige A�nigl. Majest�t hatten so viel vom ?j�hrigen Ariege sprechen geh�rt und sehr verschiedentlich.
Dieses erfuhr ich und erdreistete mir ihm zu sagen, was Friedrich der Gro�e aus Bescheidenheit in seinen Schriften
nicht erw�hnte und sagen mochte, auch nicht alles wu�te und wissen konnte, wies ergangen, mir aber noch im
Ged�chtnis geblieben. Es ist dieses aber nicht weiter gedacht worden und wohl weggeschmissen.
'
Den �ltesten Fl�geladjutanten. � 9 Viese "Kompagnie bildete w�hrend des Krieges die Bedeckung d� k�niglichen Haupt-
quartiers. Sie traf, von Leipzig kommend, Ende Januar 1758 in Breslau ein. Generalstabswerk VII, 5,218. � �vgl. Urkundliche
Beitr�ge zur Geschichte des Preu�ischen Heeres, Heft ;o, S. *. � * \77O� 79 Major im Generalquartiermeisterftabe, gefallen J79*
im Gefecht am 3
    
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.