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Aus den Erinnerungen eines Leibpagen des Großen Königs

Full text: Aus den Erinnerungen eines Leibpagen des Großen Königs

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Infanterie war noch in Kolonnen, der (Dbrift M�ller * hatte feine Batterie so gestellt, da� sie ganz vortreffliche Wirkung
that, unsere Infanterie griff an, und ob zwar nur 6 Bataillons recht zum Feuern famen, so mu�te doch alles vom Feinde
weichen. Aber die Schweizer 2 hielten sich sehr brav und haben sich an dreimal wieder gesetzt, w�re dieses nicht
geschehen, so w�rde die Niederlage der Feinde noch schrecklicher geworden sein als fie nun w�rklich war. Alles fl�he
mas nur konnte nach Eckardsberga, wo sie eine Br�cke hatten. 8 Die so stockfinstere Nacht war eingetreten. Die Feinde
konnten nicht so verfolgt werden wie es sonsten geschehen w�re. Es mu�te alles so stehn bleiben, wies bei Veendigung
der Bataille war. prinj Heinrich und General p. Heydlitz waren blessirt geworden. Niemand konnte recht erkennen,
was Feind oder Freund w�re. Dieses war des Feindes Gl�ck, denn sie hatten nur eine Br�cke, wor�ber sie bei
Lckardsberga mu�ten." Des anderen Morgens fr�he brach der K�nig mit der Car>aIIene gleich auf, un, sie weiter
zu verfolgen. Sie stachen die sch�ne Br�cke in Brand, unsere Dragoner mu�ten absitzen, um solche zu retten; allein
es war keine M�glichkeit mehr, sie brannte bis auf die pf�hle ab und ehe wir nun �ber konnten, hatten die Feinde
einen gro�en Vorsprung gewonnen und wir konnten sie nicht mehr einholen, w�re der Abbrand der Br�cke nicht
uns so hinderlich gewesen, so w�rde die Niederlage der Feinde ganz unbeschreiblich gro� geworden sein."
southen
�Der Ronig vereinigte sich mit General Zielen, und so kamen wir nach Neumarkt, wo die B�ckerei der
Feinde war. Husaren und Aanduren waren zur Bedeckung, die Husaren wurden gleich von unseren geworfen, die
f)anduren zogen sich hinter Gr�ben und Mor�ste, aber unsere Husaren schonten nichts, auch hier griffen sie solche an,
schlugen sie v�llig, nahmen ihre Canonen sie weg, ein gro�er Theil wurde todt gehauen, ein noch gr��erer gefangen
und was nicht gleich auf Sicherheit bedacht gewesen war, mu�te heran. Diese leute waren ganz erschrecklich von
unseren Husaren zugerichtet, ja sie mu�ten ihre eigenen Canonen nach Neumarkt ziehen.
Nun kam die vom H. Verfasser angef�hrte Rede des K�nigs. Ja es ist an dem, da� der K�nig diese so
kernhafte Anrede hielt, aber nicht alles so richtig, wie H. Verfasser sagt. Der K�nig sagte: M?me Herren, die Feinde
stehen bis an die Z�hne in ihrer Verschanzung, hier m�ssen wir sie angreifen, entweder sie schlagen oder alle da bleiben.
Keiner mu� denken anders durchzukommen und wem dieses nicht anstehet, der kann gleich seinen Abschied bekommen
und nach Hause gehen. Da� der K�nig einen so gro�en Trumpf hierauf gefetzt, ist nicht an dem. Der K�nig brauchte
solche Worte nicht zu sagen, denn ein wort oder Zureden von ihm war bei seiner so braven Armee schon genug,
denn ein jeder sagte: der K�nig hats befohlen, und so mu� ses) wohl gehen, denn w��te der K�nig nicht da� es ginge,
er w�rde es nicht befohlen haben; und so w�rde ein jeder, wenn er tausend keben gehabt, solche mit Freuden hin-
gegeben haben. Also waren solche Ausdr�cke gar nicht n�thig, der K�nig kannte seine keute schon und war zu sehr
�berzeugt, da� ein jeder durch seine Aufmunterung mehr thun (w�rde) aus kiebe und Anh�nglichkeit, als wenn er sich
harte Ausdr�cke bedient h�tte. Da� jenes harte Wort gesagt ist, ist an dem, aber aus des K�nigs Mund ist es nicht
gekommen, sondern der Major Villerbeck sagte es, weil der K�nig sagte: Dem dieses nicht anstehet, der kann gleich
zu Hause gehen. Hierauf sagte dieser: Ja das m��te ein funleserlich) H.... sein, nun w�re es Zeit. Da� der K�nig
hier�ber l�chlete und ihm nicht mi�fallen hatte, ist nicht zu bezweifeln, er hats ihm auch nie vergessen.
Es waren einige Bataillons Freiwillige aus der Armee gezogen, um den ersten Angriffauf den Feind zu machen in
ihren Verschanzungen. 5owie der Konig erfahren, die Feinde w�ren �bers Schweidnitzsche Wasser, so mu�ten diese wieder
einr�cken, aber das gab ein tamento, keiner wollte wieder einr�cken, sondern es wollten noch immer mehr Freiwillige sein.
Des Morgens am Cage der Bataille wurde gleich sr�he aufgebrochen. Die s�chsische Kavallerie besonders
und etwas von die Vestreicher waren vor ihrem rechten Fl�gel vorausgeschickt, aber unsere Husaren und etwas von
1d. Maller.
� '
Die franz�sischen ZchweiM-Regimenter wittmer, Diesbach, planta, �Cafleflas.
� '?s ist Me Unstrutbr�cke bei
Freiburg gemeint. � * Retzow, Charakteristik I,S. 24�� 245. vgl. Nofer, Forschungen zur brandenburg. u. preu�. Geschichte I, 5. 6c>ess.
        
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