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Aus den Erinnerungen eines Leibpagen des Großen Königs

Full text: Aus den Erinnerungen eines Leibpagen des Großen Königs

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er nul solchein links abmarschirt, h�tte sich nach dem General H�lsen gezogen, und die Vataille w�re vor uns gewonnen
worden; aber so vermochte ihm der Adjutant kieutenant Vvpen da� er auf seine Sicherheit mu�te bedacht sein, denn
mehrere Reiter vom Feinde wollten schon auf den A�mg zuhauen, alles was uni ihn war, zog den Degen, um ihn
zu sch�tzen, nun kamen von dein General Seydlitz Reiter, welche den A�nig wieder befreiten. Der A�nig nahm also
seine Retraite nach Melnik. General h�lsen und Zielen jedoch behaupteten auch ihren Posten bis Abends y Uhr,
General H�lsen wu�te nicht einmal, was sich alles bei des A�nigs Armee zugetragen hatte, so gewi� glaubte er, der
Feind sei geschlagen, und nun traten sie ihren Abmarsch erstlich an nach Melnik. Als der R�ntg sich nach dem rechten
Fl�gel begeben wollte, weils so mi�lich auf dem linken auss�he, da gingen die Gestreicher so schon zu uns �ber-
gegangen waren, wieder hin zu die Ihrigen �ber, selbst von diesen mochten wohl wieder welche auf die Unseren
geschossen haben.
Nun sagt H. Verfasser, der A�nig habe sich auf eine Vrunnr�hre gesetzt und habe sein Schicksal nachgedacht
uno die Ursachen der verlorenen Schlacht, (die er) sich selbst beizumessen gehabt, ihm so gro�e Unruhe verursacht habe.^
Da� der A�nig sich auf ein St�ck Hol; gesetzt � ob Brunnr�hre, hier�ber habe ich mir nicht bek�mmert, genug er
sa� da und beklagte sich frei �ber die nicht befolgten Vefehle, so von ihn, gegeben worden. Vei Gott, er war nicht
schuld an dem Verlust, sondern es verhielt sich so wie ich oben schon von Anfang gesagt habe. ... Er sagte auch:
meine fragen sollens mir auch einmal bezeugen, was ich gesagt habe, und wie wenig meine Vcfehle defolgt geworden.
Hierauf lebe und sterbe ich, da� dies die aufrichtige Wahrheit ist. Ware der A�nig sich eines andern bewu�t gewesen,
wie hatte er dieses wohl sagen k�nnen.
Ro�bach
�Der A�nig hatte schon die ganze Disposition auf den 5ten (November) ausgegeben, falls sich die Feinde
einfallen lie�en ihn anzugreifen. Gr setzte sich auch mit die H. Generals ganz geruhig zu Tische. Von diesem Hause ?
konnte man aus dem Dachfenster die ganze Stellung des Feindes sehen, der A�nig war selber oben gewesen und hatte
sie gesehen und glaubte, es stehe noch alles so wie den Hten November, denn da stand die Rcichsarmee auf ihrem
rechten Fl�gel. Er lie� aber den Cavitain v. Gaudy oben und befahl ihm, genau Achtung zu geben, wenn er was
bemerkte. W�hrend dem Essen kamen verschiedene Vfftcier von die Feldwachen und piquetter und meldeten, da� sie
sich nicht mehr halten k�nnten. Der A�nig sagte, sie m��ten stehen bleiben. Wie dieses war, so kam der Capitain
Gauby und sagte dein A�nig: Nun sind sie fort bis auf einige Bataillons, die haben sich auseinandergezogen, wie nur
deucht, in ein Glied. Der A�nig ging oben, um es zu sehen, glaubte aber nicht, da� was ver�ndert sei, und wie er
herunterging, so konnte man aus einem Saalfenster die ganze feindliche Ann�e hinter dem Hauptquartier des K�nigs
stehen sehen. Nun jagte der A�nig: 2Nem lieber Se^dlitz, nehme Er nur die Kavallerie und gehe er auf den Feind
los, ich werde Ihm mit der Infanterie sogleich folgen. Als nun der General Seydlitz mit der Cavallerie fortging und
zum Feinde ankam, so standen 4 diese noch in Aolonnen. NL. Sie waren schon ganz hinter unserm linken Fl�gel. ...
Der A�nig war auch gleich mit der Infanterie da, denn in 5 Minuten standen die Zelter noch und war auch keins
mehr zu sehn! demi imkager hatte man die Feinde ganz genau sehn k�nnen, dieserhalb war alles parat, um imNu
aufzubrechen, welches denn auch sogleich gesch�he. General Seydlitz kam so geschwinde �ber sie her, da� sie nicht
wu�ten, was sie anfangen sollten, ob erstlich aufmarschirt oder in Aolonnen wollten bleiben. Der General Seydlitz
fiel gleich �ber sie her und warf alles. Zwei Regimenter von die Oestreicher waren bei sie, Trautmansoorff und
Vretlach, diese hielten sich �u�erst tapfer und wehrten sich brav, allein nach erlittenem gro�en Verlust mu�ten auch sie
das weite suchen. Nun wahrend dieses vorging, war auch die Infanterie schon da, marschirte auf. Die feindliche
-1Flilgeladjutant fciitnaiit v. Oppen, der bei Jorndorf fiel.� 'Retzow, Charakteristik I, S. IH2�(*5. � 3 Dem Herrenhause
Don Ro�bach.
� * Richtig: marschierten.
U*
        
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