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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Malachitleuchter und gr�ne )ardinieren, drau�en auf dem weiten Schlo�hofe gr�ne Kasaken � alles gibt ein farben-
frohes Vil�, das die behagliche Intimitat aufs gl�cklichste widerspiegelt.
Aus den Zimmern der Schwester Charlotte im Mnterpalais, die ihm der Zar zur Wohnung �berlassen,
begab sich der Kaiser an, ersten Tage nach seiner Ankunft �ber die noch mit Eis treibende Newa hin�ber nach der
Peter-Pauls-Festung, deren Kathedrale die Grabst�tte der Kaiserlichen Familie birgt. Unter bunten Heiligenbildern,
bunten Mosaiken auf Goldgrund, zeigt unser Bild den m�chtigen Sarkophag von wei�em Marmor, in schlichten
Formen, mit Vronzemschrift und Vronzeadlern an den vier Ecken, in seiner Einfachheit von edelster Wirkung. Zu
der gr�nen russischen Uniform tr�gt der Kaiser das St. Georgskreuz und den ?our le m�rite, gleichsam als Symbol
russischer und preu�ischer Zusammengeh�rigkeit, die in der hier Ruhenden �ie sch�nste Verk�rperung gefunden; schon
trifft er einen Strau� wei�er Rosen auf dem Zargdeckel, auf den er nun seinen Kranz niederlegen wird. Bei aller
R�hrung, den der Erinnerung Strom hier in dem Kaiser erweckt haben mag, tr�gt sein Antlitz doch auch den Aus-
druck einer inneren Befriedigung, da� es ihm verg�nnt gewesen, diesen Akt der Piet�t zu erf�llen. Auch zu der
Grabstatte der erst k�rzlich, an: 2. Februar verstorbenen Gro�f�rstin Helene -paulowna, geborenen Prinzessin
Charlotte von W�rttemberg, ging der Kaiser dann; ihr war er in herzlichster Freundschaft zugetan gewesen, und
mit ihr hatte ihn, neben anderen sch�nen und edlen, echt weiblichen Eigenschaften, auch ihre stets bew�hrte gut
preu�ische Gesinnung innig verbunden.
Unter allen Festen traf hier den Kaiser noch ein herber Verlust in seiner n�chsten Umgebung: am 3. Mai
starb in St. Petersburg sein Aoiresponocnz-Sckret�r Ferdinand Borck der J�ngere svgl. Hohenzollern -Jahrbuch
S. 75 f.), ein treuer Diener seines Herrn, der einen schwer ersetzbaren Schatz von Tradition mit ins Grab nahm.
Sonst aber verliefen diese Petersburger Tage nach jeder Richtung hin harmonisch und aufs angenehmste, so da� der
Kaiser dieser Zeit f�r die Hauer die dankbarste Erinnerung bewahrt hat. Auch k�rperlich f�hlte er sich so frisch und
kr�ftig, wie seit lange nicht, als am 9. Mai die R�ckreise angetreten wurde. Unterwegs aber erk�ltete sich der Kaiser
beim Umkleiden im �berhitzten Salonwagen; das hielt ihn nicht ab, am Mai trotz kalten Wetters die Parade der
K�nigsberger Garnison abzunehmen, hatte aber eine starke �Grippe" zur Folge, die von seiner R�ckkehr nach Berlin,
in der Nacht zum Mai, bis zum 23. Mai anhielt; an: 26. Mai aber hielt der Kaiser die Fr�hjahrsparade auf
dem Tempclhofer Felde in gewohnter IVeise ab. � Da� die hohe Politik, von der unsere Bilder freilich nichts zeigen,
auch bei dem St. Petersburger Besuche zu ihrem Rechte gekommen sein wird, ist daraus zu vermuten, da� den Kaiser
neben Moltke auch Bismarck hierher begleitet hatte.
Von diesen Geschehnissen der �u�eren Politik f�hrt uns das 65. Bild, von Fritz Schulz, zu einer Handlung
f�r das innere Gedeihen der Armee, der �Grundsteinlegung zum Kadettenhause zu lichterfelde am September
Das von Friedrich dem Gro�en an Stelle des von K�nig Friedrich-Wilhelm I, zuerst nach dem �Hetzgarten"
des Kurf�rsten Friedrichs III.in der Neuen Frieknchstra�e zu Berlin verlegten, nun bauf�lligen �
    
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