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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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jetzt mit ihrem Vilde und den V�sten des Aonigspaares geschm�ckt. Dort steht ihr schwarzer, gelbgepolsterter Lehn-
sessel, gegen�ber ihr Schreibtisch, dar�ber das Vild eines Infanteristen von mit Tschako und Federbusch. Sehr
ansprechend ist auch hier die Gestalt des Aaisers wiedergegeben, im Ueberrock, die M�tze in der Hand, noch auf den
Stock leicht gest�tzt; neben ihm die Kaiserin in braunroter Toilette, wei�em Aapotthute, schwarzer Mantille. An der
C�r h�lt sich Prinz Aarl m Artillsrieumform, daneben der Gro�herzog von Mecklenburg-Schwerin im blauen Attila
und am Schreibtische Prinz Wilhelm, unser Raiser und A�nig, im Ueberrock des I. Garde-Regiments zu Fu�, die
kleinen Andenken betrachtend, die piet�tvoller Sinn aus der Zeit der K�nigin luise hier aufbewahrt haben mag.
Wie bezeichnend erscheint, nach diesem stillen Erinnerungsbilds, die Wahl des n�chsten Aquarelles aus dem
gleichen Jahre, das uns zum Aaiserman�ver nach Stra�burg im Elsa� f�hrt, also von der Vstmark zur westmark,
und das dort eine milit�rische Atmosph�re umgibt, wie jenes eine politische, wenn es auch einen �b�rgerlichen" Vor-
gang darstellt. Dazwischen lag noch das Aaiserman�ver des II. (pommerschen) Armeekorps unter General Hann
von lVeyhern, bei Stettin vom bis September so da� der Aaiser dann seit die s�mtlichen
Armeekorps des Deutschen Reichsheeres pers�nlich besichtigt hatte, au�er den beiden bayerischen Aorps, wo ihn
der Aronprinz vertreten.
Das Vild, von Hermann Luders, ist bezeichnet: �Stra�burg, 2^. September Seit jenem
ersten Vesuche aus Els�sser Voden im September (vgl. oben S. HI), der sich auf den n�rdlichen Grenzbezirk
beschr�nkt hatte, war der Aaiser bereits im n�chsten Fr�hjahre, im Mai wieder in den Reichslanden gewesen,
in Stra�burg, das eine �Aaiser-Medaille" zur Erinnerung an diesen ersten Vesuch pr�gen lie�, und in Metz. Nun
kam er zum dritten Male, diesmal als oberster Kriegsherr; um Stra�burg war das gesamte XV. Armeekorps,
unter General Eduard von Fransecky, zusammengezogen worden; die Grenzwacht in Metz hatte die Division, aus
Trier, vom VIII.(Rheinischen) Armeekorps an Stelle der ausmarschierten Garnison �bernommen. Am Nachmittage
des 6. September traf der Aaiser �ber Karlsruhe in Stra�burg ein; die Ehrenwache war aus Mannschaften
der hier versammelten deutschen Regimenter zusammengesetzt, Preu�en, Bayern, Sachsen, V�rttemberger; bei sch�nstem
Wetter erfolgte der feierliche Einzug unter gro�em Jubel. Am 59. September fand auf dem �Polygon", dem
Stra�burger Exerzierplatze, die Parade des XV.Aorps statt bei so aufgeweichtem Voden, da� viele Infanteristen ihre
Stiefeln stecken lassen mu�ten, aber nur, um dann in um so strammerer Haltung, mit �u�erster Anspannung, bei
ihrem Kaiser vorbeizumarschieren. Das war die ber�hmte �Stiefelparade", die �kar^e 6es dattes", wie die
Franz�slinge spotteten; der Kaiser aber wird wohl auch hier, wie er bei einem �hnlichen Vorkommnisse einmal aus-
gesprochen, nicht auf die Veine gesehen haben, sondern auf die Gesichter, und die konnten ihn, auch hier volle Genug-
tuung gew�hren, trotz allen �Anetens" und �Schlittschuhlaufens" im Lehmboden. � Dem Korpsman�ver am
20. September folgte ein Sonntag: an diesem 2^. September fand, nach dem Gottesdienste in der Thomaskirche,
auf der Terrasse vor der in pr�chtigen: franz�sischem Palaisstile erbauten pr�fektur, dem jetzigen Statthalter-
Palais, am Vstende des promenadenartigen Vroglie-Platzes, wo der Kaiser Quartier genommen, der Bauernfestzug
vor dem Kaiser statt, den unser Aquarell darstellt. Auch am 3. Mai ;8?7 war solcher Festzug der Landbev�lkerung
hier bei dem Kaiser vorbeigezogen; diesmal waren noch gr��ere Vorbereitungen daf�r getroffen worden durch den
Kreisdirektor V�hm aus den unterels�ssischen Gemeinden des Kreises Erstein, s�dlich von Stra�burg; bei herrlichem
Kaiserwetter gelang er aufs sch�nste. Voran ein berittenes Musikkorps in altb�uerlicher Tracht, dann die jungen
M�nner zu Pferde, an der Zahl, und auf 52 wagen nicht weniger als H50 junge M�dchen � so ziehen die
Els�sstschen Vauerngemeinden in ihren eigenartigen, geschmackvollen bunten Trachten vor�ber, von ihren �Maires", den
Gemeindevorstehern, hoch zu Ro� geleitet. F�nf Dorfb�rgermeister und acht Vauernm�dchen begr��ten als Deputation
das Raiservaar auf der Terrasse selbst. Mit einer Rosenf�lle und gr�nen Kr�nzen sind die wagen aufs reichste
geschm�ckt, mit stattlichen Viergespannen, auf unserem Vilde Schimmel und Rappen darauf die Els�ffermnen mit
feuerroten, langstatternden Aopfschleifen, blauen R�cken und gelben Brustt�chern. Der Maire, mit der deutschen
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