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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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bereits eingefunden hatte, und von da zu Wagen auf die H�he des Niederwaldes, hier von dem Forstpersonale der Um-
gegend mit weidm�nnischen waldhornkl�ngen begr��t. Au�er dem Gro�herzoge von Mecklenburg-Schwerin war sonst kein
deutscher F�rst zugegen. Hier am Grundsteine, wo der Vlick sich auf das heute freilich von Regenwolken leicht verh�llte
Rheintal mit seinen gr�nen Ufern auftut, hielt Graf Eulcnburg, jetzt Gberpr�stdent der Provinz Hannover, die wirksame
Festrede mit klangvoller Stimme, trotz niedergehenden Regenschauers. Mitden Worten, die sein K�niglicher Vater einst am
Denkmale der Freiheitskriege auf den: Areuzberge zu Verlin dem preu�ischen Volke zugerufen, tat der Aaiser hier f�r
das deutsche Volk die drei Hammerschl�ge: �Den Gefallenen zum Ged�chtnis, den Lebenden zur Anerkennung, den
k�nftigen Geschlechtern zur Nacheiferung I"und der Aronvrinz rief dabei: �MitGott f�r Aaiser und Reich!" V�ller-
schall und Glockengel�ut vom Rheine herauft�nend begleiteten die Feier, der die freudige Teilnahme der aus dem ganzen
Rheingau herbeigestr�mten Volksmenge und der gl�nzende Schmuck der Rheinst�dtchen und der Rheindampfer zum
sch�nsten Rahmen diente. Auf der R�ckfahrt nahm der Aaiser zu R�desheim in einer Festhalle das Fr�hst�ck ein,
dann gings weiter nach Aarlsruhe, zu den Man�vern des XIV.(Vadischen) Armeekorps, unter General August von
Werder, bei Rastatt, wobei der Aaiser die Gefechtsfelder von wiedersah, u. a. auch, am 20. September, die Vild-
st�ckl-Stelle vom 29. Juni dem unser 23. Vild gewidmet war (vgl. Hohenzollern -Jahrbuch 5909, S. 6^). Auch
noch das Aavallerie-Eferzieren bei Darmstadt besichtigte der Aaiser am 2H. und 25. September, bevor er wieder in
Vaden-Vaden seine Hcrbstt�tigkeit beschlie�en durfte.
Unser Vild zeigt den Aaiser in der Uniform des Aoblenzer Garde-Grenadier-Regiments A�nigin Augufta
unter dein mit hellgr�nen Girlanden geschm�ckten roten Zelt; hinter der Kaiserin Augusta, in gelbgr�nem Aost�m,
steht der Gro�herzog von Mecklenburg-Schwerin in seiner Husarenuniform. Zwischen Aaiser und Aronprinz steht
Prinz Wilhelm in der Uniform des I.Garde-Regiments zu Fu� � drei Aaiser nebeneinander! kinks dahinter lehnt
in bekr�nten� Rahmen ein Vild des zuk�nftigen Germania-Denkmals. Der Festredner, Graf Eulendurg, eine vornehme,
elegante Erscheinung, im dunkelblauen Frack mit goldenen An�pfen, weist mit sprechender Geb�rde hinaus auf das
Rheintal, das A�nig Wilhelms siegreicher Degen damals besch�tzt. Neben ihm stehen Werkmeister mit gelbem Schurz-
felle; dahin ragen Vereinsfahnen auf. Sch�n ist die tandschaft trotz des leichten Wolkenschleiers, der alle Farben dampft
und die Weinberge fahlgr�n erscheinen l��t; doch tritt jenseits des Rheins �as gerade gegen�berliegende Vingen deutlich
hervor mit seinen roten D�chern, und auch die Rheindampfer sind wohl zu erkennen.
In A�mannshausen �in der Aron'" wird heute noch der Pokal aufbewahrt, aus welchem damals, am
September 53??, �Drei Aaifer" den Ghrentrunk A�mannsh�user Auslese getan haben: Aaiser Wilhelm, der
Aronprinz Friedrich (III.) Wilhelm und Prinz Wilhelm (II,). Aber auch den Pokal, aus welchen, Anno A�nig
Friedrich-Wilhelm IV. getrunken, lie� sich der Aaiscr dort reichen; wie er bei seinen Hammerschl�gen auf der H�he
piet�tvoll des A�niglichen Vaters gedachte, so weihte er hier im Cale den Trunk aus diesem Vecher den, Andenken
feines A�niglichen Vruders: �M�ge mir Gott die Araft verleihen, alles Gute zur Ausf�hrung zu bringen, was er nicht
vollenden konnte." So sprach der ruhmgekr�nte Sieger aus drei Ariegen, der Vegr�nder des neuen Deutschen Reiches.
Fast beruhigend wirkt es, wenn wir auf dem n�chsten Aquarelle sehen, da� es doch auch indiesem so lebhaft
bewegten Jahre Tage gab, an denen der Aaiser sich wahre Erholung g�nnen konnte. Denn eine solche boten ihm
doch wohl die Jagdfahrten ins sch�ne Waldrevier, wie sie unser 99. Vild zeigt, von Hermann k�ders: �Fahrt zur
Jagd, Springe Dies in der tanddrostei Hannover gelegene Hofjagdrevier, an der Deister-Vergkette und dem
Gebirgszuge des Gsterwaldes, drei Meilen s�ds�dwestlich von Hannover, war von Aaiser Wilhelm schon wiederholt
besucht worden, doch stets bei Nebelweller, so da� ihm der Reiz der Gegend bisher verschleiert geblieben war, der sich
ihni diesmal, den: �dritten Herbstmonde" zum Trotz, im vollen Sonnenglanze enth�llte. Am November
fuhr der Aaiser mit der prinzlichen Jagdgesellschaft �ber Hannover zum Jagdschlo� Springe, am November fand
eine Treibjagd, am eine Suche auf Rotwild und Sauen statt, bei herrlichstem Wetter, ini milden Sonnenscheine.
25 St�ck Rot- und Rehwild, darunter H Hirsche, und Sauen betrug die Strecke, wovon auf den Aaiser 5 St�ck
        
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