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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Klingens ziemt, von ihren kehrern geleitet, von deutschen Fahnen umweht. Es ist ein ganz besonders reizvolles Vild, die
Gestalt des Kaisers in frappanter Nat�rlichkeit, die fr�hliche Jugend, die w�rdigen Schulmeister, die anmutige tandschaft.
Wie gern mag der Kaiser auf diese Rheinischen Jungens geblickt haben ; blieb der sich hier dokumentierende vaterl�ndische
Geist und Sinn ihnen erhalten, dann konnte das liebe Vaterland ruhig sein bei solcher zukunftsfrohen wacht am Rhein.
Noch an demselben Nachmittage des 8. September verlegte der Kaiser sein Hauptquartier auf das linke Rhein-
ufer, nach schlo� Vr�hl, uni von hier aus das Kaiserman�'ver auch des VIII.(Rheinischen) Armeekorps abzuhalten.
Diese ehemals Aurk�lnische �Sommerresidenz Auguswsburg", Meile s�ds�dwestlich von K�ln gelegen, vom Kurf�rsten
Alemens August von K�ln pr�chtig erbaut, war in den Jahren 5309�^6^Z dem Napoleonischen Marschall
Davout zugefallen und war dann von K�nig Friedrich-Wilhelm IV. seit aus drohendem Verfalle zu altem
Gl�nze wiederhergestellt worden. Hier versammelten sich an dem Sonntagnachmittage des 9.September die Rheinischen
M�nnergesangvereine von K�ln, Aachen, Vonn, Krefeld, Neu� und Koblenz, um den: Kaiser eine Serenade zu bringen,
wie has auch am Abend des H. September zu Venmth von den D�sseldorfer und Krefelder Gesangvereinen geschehen
war. Diese Serenade des 9. September zeigt unser 9?. Vild, von Hermann k�ders. In dem durch architektonische
Sch�nheit ausgezeichneten Creppcnhause und auf der rotbelegten Doppeltrcppe sind die S�nger versammelt, eine gewaltige
schwarze Schar, wohl 300 an der Zahl, von beiden Seiten bis zu dem Kaiserpaare auf dein Podest sich heraufschiebend,
das der Vorstand wohl soeben begr��t hat. Nun soll der Gesang beginnen, und erwartungsvoll ist die Haltung der
oben versammelten. Ausnehmend wohl gelangen die Vortr�ge, auf des Kaisers besonderen Wunsch wurde auch hier
�Die wacht an: Rhein" gesungen, die in Krefeld entstanden und zuerst erklungen war. sinks neben dem Kaiser, im
Infanterie-Waffenrock, wohl dem Seiner K�nigs -Grenadiere, und der Kaiserin, in dunkelgelber Toilette, steht ein
rheinischer Musketier in tadelloser Haltung mit �Gewehr auf"; hoffentlich wird er mit anhebendem Ges�nge �Gewehr
ab" nehmen d�rfen! Rechts vom Kaiser steht hochaufgerichtet der Kronprinz, im hellblauen Waffenrocke mit den gelben
Aufschlagen seines Schleichen Dragoner-Regiments Nr. 8, dem f�r seine tapfere Reitertat bei Nachod bie Ehre
zuteil geworden war, diesen Thef zu erhalten, und das nun f�r immer seinen Namen tragt als �Dragoner-Regiment
K�nig Friedrich III.". Neben dein Kronprinzen sehen wir den Gro�herzog von Mecklenburg-Schwerin, im dunkelblauen,
wei�verschn�rten Attila seines Hannoverschen Husaren^ Regiments Nr. Hinter dem rechts stehenden Infanterieposten
neigt sich das scharfe Profil des Feldmarschalls Moltke wie lauschend leicht nach vorn. Das Ganze ist licht und festlich
gehalten, die K�pfe, vielleicht die Kaiserin Augusta ausgenommen, von guter Portr�t�hnlichkeit; aus dem breiten Fenster
f�llt der Vlick hinaus auf die stolzen V�ume des alten Schlo�parkes, die so manchen Wandel der Zeiten geschaut.
Das Kaiserman�ver des VIII.Korps, unter General August von Goeben, verlief analog dem des VII.; der
Parade am und dem Korpsman�oer an� folgte ein Ruhetag und dann drei Feldman�vertage vom
September zwischen Z�lpich und Euskirchen; am September nachmittags fuhr der Kaiser nach Koblenz,
am Abende des hatte ihm zu Vr�hl auch der Vr�hler Krieger- und Gesangverein ein St�ndchen gebracht.
Im unmittelbaren Anschl�sse hieran f�hrt uns das 
    
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