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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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mit dem Alerander-Regimente korrespondierenden Garde-Grenadier-kandwehr-Regiments, von der russischen National-
hymne und dem Kaiser-Alexander-Marsch begr��t, unter dem Hurra der Grenadiere. Vag Fr�hst�ck verlief sehr
animiert, der Zar sprach mit gewohnter Liebensw�rdigkeit mit den einzelnen Vfsizieren; die gegenseitigen Crinkspr�che
der beiden Herrscher wurden von der russischen Nationalhymne und dem �heilDir im Siegerkranz" begleitet. Gegen
H Uhr war der Kasernenbesuch beendet, und nach einem �diplomatischen Diner" beim Kronprinzen reiste der Zar
um 3 Uhr nach Ems weiter.
Unser Bild gibt den geschilderten Empfang wieder; die Figuren sind ziemlich steif, die Portr�t�hnlichkeit nicht
hervorstechend, doch sind immerhin zwischen den beiden Kaisern der Kronprinz und Prinz Friedrich-Karl, weiter hinten
rechts der Prinz Albrecht von Preu�en, s�mtlich in Infanterieuniform, zu erkennen; auch der Gro�herzog von Mecklen-
burg-Schwerin war hier zugegen, tinks vom Zaren steht an der spitze seines Vffizierkorps der Regimentskommandeur
Oberst Vodo von wufsow.
Einem wichtigen Ereignisse in seiner Stellung als Reichsoberhaupt ist unser n�chstes Aquarell gewidmet:
das 95. Vild, von Gskar wisnieski, gilt der ersten Anwesenheit des Kaisers in den Reichslanden Elsa�-Lothringen:
�Nach dem zweiten Kavallerie-Man�ver bei Wei�enburg am 26. September � Von Stuttgart her, wo er zur
Besichtigung des XIII. sw�rttembergischen) Armeekorps unter General Emil von Schwartzkoppcn vom 2^. bis
2H. September geweilt hatte, bei herrlichstem Wetter und von der w�rttembergischen Bev�lkerung begeistert
begr��t, traf der Kaiser mit dem Kronprinzen am 2H. September nachmittags m der ehemaligen freien deutschen
Reichsstadt Wei�enburg im Elsa� ein, unter heftigen! Regeng�sse, der aber den frohen deutschen Zuruf der Einwohner
und des zahlreich in das alte Festungsst�dtchen gestr�mten Landvolkes � es m�gen wohl auch manche Pf�lzer aus
der bayerischen Rheinpfalz darunter gewesen sein � nicht Zu dampfen vermochte. Immer neuer Iubelsturm rief den
Kaiser an das Fenster seines Absteigequartiers in der Kreisoircktion, und ebenso den Kronprinzen, den Sieger von
Wei�enburg von: H. August in seiner Wohnung beim Oberstleutnant von Wtzing des hier garnisonierenden
7. Brandenburgischen Infanterie-Regiments Nr. 60 (heute Infanterie-Regiment Markgraf Karl). Hier auf diesem
historischen Voden war eine Kavallerie-Diviston zusammengezogen worden unter dem General Karl von witzendorff,
aus den in Elsa�-kothringen stehenden Kavallerie-Regimentern des XV.Armeekorps, 3 Dragoner-, 2 Ulanen-Regimenter
und das 5. Bayerische Chevaulegers-Regiment, zu denen noch das K�nigs-Husaren-Regiment <^. Rheinisches) Hr. ? aus
Vonn � vgl. Hohenzollern -Jahrbuch 59O6, S. 66 � und eine Reitende Artillerie-Abteilung aus Trier hinzugezogen
waren. Zwei Tage, am 25. und 26. September, exerzierte die Kavallerie-Division zwischen Geitershof und Schleithal,
s�d�stlich von N>ei�enburg, zu gro�er Zufriedenheit des obersten Kriegsherrn, der auf der Fahrt nach und von dem
Exerzierfelde �berall in den Vrtschaften enthusiastisch begr��t wurde. Zum ersten Male sahen die Els�sser ihren
Kaiser, dessen leutseliges Wesen uni so mehr ihre Herzen gewann, je mehr sie ihn in majest�tischer Pracht, mit Krone
und Hermelin, sich vorgestellt hatten, wie sein Bild an vielen H�usern aushing. Vie er sich nun in schlichter Uniform
zeigte, auch im Attila seines Husaren-Regiments, wie er sich ohne Eskorte in der Stadt bewegte und f�r Els�ssische
Einrichtungen reges Interesse bewies, da wuchs die treuherzig-warme Stimmung der Els�sser zu wahrer Begeisterung,
deren ungeschminkte Frische auch den Kaiser und seine Umgebung freudig �berraschte, da dies nach kaum sechs Jahren
deutscher Herrschaft nicht zu erwarten gewesen war. Das an, Nachmittage des 25. September bei Wei�enburg
veranstaltete Rennen der Offiziers und der Bauern auf ihren selbstgez�chteten Els�sser Pferden � wof�r der Kaiser
zwei Ehrenpreise stiftete � wurde so zum wahren Volksfeste; auch von Stra�burg war ein S�ngerverein gekommen,
dem Kaiser eine Serenade zu bringen. � Icach dem Exerzieren am 26. September fuhr der Kaiser auf den Gaisberg,
zur Uebersicht �ber das Schlachtfeld und zum Besuche der Denkm�ler. Am Abende hielt General Walther von Gott-
berg, des Kronprinzen Gberquartierrneistsr von vor dem Kaiser einen Vortrag �ber die Schlacht von w�rth.
Der folgende Tag war dem Besuche dieses Schlachtfeldes bestimmt, der trotz str�menden Regens ausgef�hrt wurde:
�Ich kann doch die vielen Menschen nicht vergebens warten lassen, die sich ja versammelt haben, um mich zu sehen,"
fi*
        
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