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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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haben �, wie sie von deutschen Beobachtern anerkennend hervorgehoben wird, spricht sich auch auf unserem Bilde
aus; die Carabinieri hoch zu Ro� scheinen sie nur zu beobachten, nicht etwa zu bewachen � �zum Sehen geboren,
zum schauen bestellt".
So sch�n dieser Vegr��ungsabend verlief, noch h�her wird der folgende Tag das Interesse Aaiser Wilhelms
erweckt haben, wo ihm auf dem Exerzierpl�tze am Mail�nder Aastell der Visconti und Sforza, der Piazza d'Armi,
ein ganzes Armeekorps m f)arade vorgef�hrt wurde. Nach dem Abreiten der Fronten der in vier Treffen, unter dem
General f)etitti, aufgestellten Truppen, erfolgte der Vorbeimarsch in Kompagnie*, Eskadrons- und Vattenefront im
Schritt, mit �Augen links", zuletzt ein Massieren der Truppen, an denen Aaiser und K�nig nochmals vorbeiritten.
Noch war die neue Umformierung der Infanterie und Aavallerie, die kleidsamen kurzen Waffenr�cke, nicht durch-
gef�hrt, so da� sich die Soldaten inden graublauen langen, bis unter das "Knie reichenden �(Cupotts" mit umgeschlagenen
Kragen und wei�en Halst�chern nicht gerade vorteilhaft pr�sentierten. Doch fanden Haltung, Ruhe und Ordnung,
sowie der leichte, exakte Marsch auch vor dem preu�ischen milit�rischen Auge Anerkennung, da sie Disziplin und
inneren Halt erkennen lie�en.
Unser 93. Bild, von Hermann ?�6ers, zeigt uns eine Truppe schon in einer der heutigen gleichen Tracht:
es sind die Versaglieri, die volkst�mlichste Waffengattung des neuen Italiens, ein Mittelglied etwa zwischen unseren
F�silieren und J�gern, in ihren leichten dunkelgr�nen, gelbverzierten kurzen Waffenr�cken, am gelben Aoppelschlo� das
wei�e Areuz von Saroyen, mit hellgr�nen Achselschn�ren und den malerischen schwarzen tackh�len mit lang wallenden
blaugr�nen Hahnenfedern; die Offiziere und der Fahnentr�ger mit der zum Gru�e gesenkten gr�nwei�roten Trikolore
tragen rote Aufschl�ge und Hosenstreifen und blaue Sch�rpen. So ziehen diese echt kriegerischen Soldaten vor�ber in
dem beschleunigten Marschtempo, das ihre Eigenart bildet, wohl nach den hornkl�ngen ihres Versaglieri-Marsches,
wie er heute in den italienischen Garnisonen �berall noch ert�nt: �Avanti o Bersaglieri � Chi avete la gamba
buona � Chi siete venuti a Roma � Portar' la Ubert?!"
Der Aaiser in preu�ischer Generalsuniform, mit dem blauen Annunziatenbande, wie auch der Feldmarschall
Moltke neben ihm, der A�mg in hellgrauer Uniform mit dem Vrangebande des Schwarzen Adlerordens, sind allein
aus der Suite festzustellen, in der die malerischen italienischen Helme mit dem antiken Stahlkamme hervortreten. �
Auch bei der Galaoper am Abende dieses Aaradetages, an welchen: der Aaiser unter anderem auch Abordnungen der
waldenser Gemeinden und von der Republik San Marino empfing, war er das Ziel enthusiastischer Demonstrationen
seitens des Publikums. Da schlechtes Wetter den beabsichtigten Ausstug an den Comer See aufgeben lie�, gewann
der Aaiser f�r Mailand noch zwei verh�ltnism��ig ruhige Tage, bis am 23. Vktober nachmittags die R�ckreise
angetreten wurde, wieder �ber den Brenner, leider nicht ohne Erk�ltung in Bozen, die den Aaiser nach der am
25. Oktober nachmittags erfolgten R�ckkehr in Verlin noch ziemlich lange plagte. Sonst aber waren und blieben
die italienischen Eindr�cke die allerg�nftigsien, von der Herzlichkeit, Heiterkeit und Zufriedenheit, die ihn in der
k�niglichen Familie, am Hofe und in der ganzen Vev�lkcrung umgaben, war er des kobes voll, und auch die
italienische Landschaft halte ihn wieder ungemein angezogen mit ihren pr�chtigen Gebirgsformen und der villsn^
funkelnden fruchtbaren Ebene.
Gb Waffenbr�derschaft auch auf dem f)aradefelde gekn�pft werden kann? jedenfalls hat die Piazza d'Armi
von Mailand ein festeres Vand gekn�pft, als es die Schlachtfelder von Custozza und A�mgar�tz vermocht hatten. �
wie innig trotz des sich immer mehr entwickelnden Dreibundes die russischen Veziehungen Aaiser Wilhelms
blieben, zeigt unser HH. Vild, von Wilhelm Meyerheim: �Mit Aaiser Alexander II. von Ru�land Besuch der
Aaserne des Aaiser^AIexander Garde^Grenadier-Regiments Nr. 5. am Mai � Sein Regiment hatte der
Zar nat�rlich schon wiederholt besucht, so am 6. September, dem Tage vor der Drei Aaiser Parade, und wieder
am 5. Mai ;6?H; beide Besuche aber hatten ohne die Begleitung des Kaisers Wilhelm stattgefunden, der ein
vierteljahrhundert lang nicht in der Aaserne in der Alexanderstra�e gewesen war, als er jetzt, am 3. April 5876, vor
HohtNHOlllrn'InhiIiuch 19(2. 6
        
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