Publication:
1912
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-3101
Path:
39
Unser Aquarell gibt den hier nach der Regimentsgeschichte stizzierten Empfang des Kaisers anschaulich wieder;
in dem rotgl�henden Fackelglanze, der die Aegmtzer Stadtkirche scharf beleuchtet, treten die einzelnen F�rstlichkeiten, die mit
bemerkenswerter f)ortr�t�hnlichkeit dargestellt sind, deutlich hervor, und auch die lebendige Teilnahme der Einwohner-
schaft kommt durch die anmutige Vamen- und Kindergruppe vor dem alten Schlo�vorlale wirksam zur Geltung. Unter
dem sternumstrahlten �W" an der Eingangspforte leuchtet der alte ruhmvolle Regimentsname �v. tourbi?re" hervor,
des �K�nigs von Graudenz".
Auch nach dem skandinavischen Norden erstreckten sich die friedlichen und freundlichen Beziehungen Kaiser
Wilhelms, wie sie in dem Besuche des schwedischen Ko'nigsvaares, K�nigs Gskar II. und der K�nigin Sophie,
geborenen Prinzessin von Nassau, in Berlin zmn Ausdrucke kam, dem unser 95. Bild, von Wilhelm Meyerheim:
�Exerzieren vor dem K�nige von Schweden am Juni gewidn^et ist. K�nig Vskar, ein Enkel Vernadotte's,
der dritte Sohn K�nigs Gskar I., sehr unvermutet durch den kinderlosen Tod seiner beiden �lteren Br�der am
6�. September auf den Thron gelangt, war dem Kaiser Wilhelm schon als J�ngling, bei der Hochzeit der K�nigin
Glga von W�rttemberg, Gro�f�rstin von Ru�land, in St. Petersburg bekannt geworden. Sp�tere Begegnungen
hatten ihre gegenseitige Sympathie noch verst�rkt, und mit den, Veutschen Kronprinzen verband den jungen K�nig seit
dessen Besuche in Schweden im Jahre 5873 eine immer enger werdende Freundschaft. Die Grundlage hierf�r gaben
die durchaus deutschfreundliche Stimmung des K�nigs, die sehr merklich abstach gegen die seines Vaters, des K�nigs
Gskar I., und seines Bruders, K�nigs Karl XV., und seine stark ausgesprochene protestantische Gesinnung. Auch
sonst war die Pers�nlichkeit Gskars II. wohl geeignet, Sympathien zu erwecken: er war sehr gro�, schlank, der dunkle
Vollbart umrahmte ein energisches Gesicht, f�r Kunst und Wissenschaft war er lebhaft interessiert und besonders bestrebt,
in die deutschen Verh�ltnisse n�her einzudringen durch eingehende Gespr�che mit den ihm Vorgestellten jeden Berufes.
Vor allem freilich zeigte er sich hier f�r die milit�rischen Dinge intendiert, und Kaiser Wilhelm kam diesem Bestreben
gern entgegen. Nach der Ankunft des K�nigspaares am 28. Mai 5975 fand am 29. Niai Gro�e Parade auf dem
Tempelhofer Felde bei g�nstigstem Wetter statt; am 50. Mai wurde das Stiftungsfest des kehrbataillons in Potsdam
gefeiert, am 35. Mai exerzierte dort auf dein Bornstedter Felde eine kombinierte Brigade im Feuer vor dem K�nige.
Vie K�nigin Sophie, die trotz der f�r sie so schmerzlichen Folgen des Jahres 5866, des AufH�rens der Selbst�ndigkeit
ihres Heimatlandes Nassau, sich freundlich, ja herzlich gezeigt und auch an der Gro�en Parade mit sichtlichem Wohl-
gefallen teilgenommen halte, reiste am 50. Mai nachmittags nach Dresden weiter, K�nig Gskar aber f�llte noch den
5. Juni mit milit�rischen Besichtigungen aus: die Garde-Feldartillerie-Brigade exerzierte vor ihni im Feuer, dann
zeigte ihm ein Garbe-Infanterie- Bataillon die �Vataillonsschule", und zuletzt besichtigte er eingehend die Kaserne des
Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Reginlents, in dessen Kasino er fr�hst�ckte, und lie� sich hier Turnen und Vajonettfechten
vorf�hren, �berall selbstverst�ndlich geleitet von Kaiser Wilhelm � kaum da� sich der Kaiser bewegen lie�, nach dem
Ballett �Sardanapal" im Gvernhause die Soiree beim Hausminister Graf Schleinitz vor Mitternacht zu verlassen, eher
als der K�nig, der bis nach Uhr dort blieb. Am 2. Juni vormittags reiste K�nig Vskar ab, bei Hofe und in der
Stadt den g�nstigsten Eindruck zur�cklassend.
Unser Bild zeigt das Artillerie-Exerzieren, hinter der Hasenheide, das bei den, K�nige, der selbst Artillerist
war, besonderes Interesse fand. Auch Kaiser wilhelni hat Artillerie-Uniform angelegt, der K�nig tragt die schwarze,
goldverzierte schwedische Artillerie-Uniform mit dem gelbblauen Federbusch auf dem Generalshute. An der Spitze des
Gefolges sprengt der Kronprinz auf braunem Rosse � auch Kaiser und K�nig reiten Braune �, dahinter Prinz
Friedrich-Karl auf einen� Schimmel. An Rauch- und Staubwolken fehlt es nicht, die zu dem milit�risch gut aus-
gef�hrten Bilde ja auch, der Wirklichkeit entsprechend, hinzugeh�ren. � Va� unser Kaiser nach des K�nigs Abreise,
neben Meldungen und einem Vortrags Bismarck's, dem Maler Freyberg eine Portr�t-Sitzung gew�hrte und nach-
mittags an der Korsofahrt in der Hofj�gerallee im Tiergarten teilnahm, sei nur erw�hnt als Zeichen, wie vortrefflich
ihm der schwedische Besuch auch �u�erlich bekommen war.
                            
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