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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Vbcrstleutnant Rautenberg, Chef der Artillerie-Abteilung, ernannt. Der armeegcschichtskundige ?ouis Schneider und
but Direktor Hiltl von der ber�hmten waffensammlung des Prinzen Aarl von Preu�en, die sp�ter bas Zeughaus
erwarb, wurden den Veratungen dieser Kommission beigesellt.
Vie Aonunissionsvorschl�ge vom ?. Juli die im gro�en ganzen auch der Ausf�hrung zugrunde gelegt
wurden, gingen dahin:
Vas obere Stockwerk solle dazu bestimmt sein, �in einer systematisch und nach historischen Epochen
geordneten Aufstellung von Fahnen, Standarten, Ausr�stungen, Bekleidungen, Waffen und Troph�en, sowie von V�sten,
Vildnissen, Montierungsst�cken und Reliquien der F�rsten und ber�hmten Feldherren die fortschreitende Entwicklung
der Armee nach ihren verschiedenen Ruhmesperioden zu veranschaulichen".
Im Erdgeschosse solle ein �Artillerie-Museum, d. h. eine Entwicklung der groben Feuerwaffen, von der
�ltesten Zeit bis zur Jetztzeit, dargestellt durch Gesch�tze, Lafetten, Geschosse, Gesch�tzzubeh�r, Modelle," und zugleich
ein �fortifikatonsches Museum, enthaltend Modelle von Festungen, Angriffen, Ingenieur-Ger�ten," geschaffen werden.
Der Haupteingang sei auf die S�dseite zu verlegen, dem Aronvrinzlichen Palais gegen�ber, und f�hre durch den Hof,
auf einer Freitreppe, dem Charakter des Geb�udes entsprechend hergestellt und emblematisch verziert, zum ersten Stockwerke.
Die finanziellen Aufstellungen Hitzig's hierf�r schl�ssen mil der Mahnung: �M�ge man sparsam, aber nicht geizig sein."
Die Ausf�hrung bedingte zun�chst die Herausnahme aller Verschlage und w�nde im Erdgeschosse und der
Gewehrstellagen aus dem oberen Stockwerks und damit die Herstellung der R�ume: �wie sie von dem genialen
Baumeister (Andreas Schl�ter) gedacht und urspr�nglich ausgef�hrt waren". Zur pers�nlichen Pr�fung dieser Vorschl�ge
an Vrt und Stelle erschien der Aaiser am Nachmittage des 26. September im Zeughause, nachdem er vorher
das im werden begriffene �Familien-Historische Museum" im Schlosse Monbijou, das jetzige Hohsnzollern-Museum,
besichtigt hatte. Unsere Vilder zeigen uns sehr anschaulich, zu welchem Zustande das Zeughaus damals herab-
gesunken war, und was wir auch hier der Initiative und der Tatkraft Aaiser Wilhelms verdanken, der hieraus eine
Sehensw�rdigkeit der Reichshauptstadt zu schaffen wu�te. Die Zwischenw�nde und Gfenr�hren auf dem 69. Vilde,
auf welchen Hitzig die Umbaupl�ne dem Aaiser erl�utert; die lichtt�tenden kattenverschl�ge der durch die Taterne nur
unvollkommen erhellten, gepflasterten Sattelzeug-Aammern des 89. Vildes sprechen f�r sich. Auch sonst bed�rfen diese
Vildcr keiner weiteren Erkl�rung. Die Mitglieder der Kommission sind vollz�hlig versammelt, au�er dein Major
Fassong, und unschwer zu erkennen: Dresky am Generalswaffenrocke, Ising, der sp�tere langj�hrige Kommandant des
Zeughauses, an seiner m�chtigen Figur, Rautenbcrg an seinem Vollbarte, w�hrend Schmelzer einen Schnurrbart tr�gt;
der stets korrekte louis Schneider ist im Frack und wei�er Vinde erschienen. Vazu kommt der Vepot- Vizefeldwebel
M�ller und der den Aaiser auch hier begleitende Fl�geladjutant Graf kehndorff.
Nur zwei kleine Z�ge aus dem Eingreifen des Kaisers sei zu erw�hnen hier verg�nnt. Nach dem Entw�rfe
sollte die Ruhmeshalle, d. h. der in: n�rdlichen oberen Stockwerke zu schaffende hochgew�lbte Auppelraum und zwei
Gberlichts�le, die Herrscherhalle und die beiden Feldherrnhallen, gegen die Zeughaus-Sammlungen mit Mauern
abgeschlossen werden: der Aaiser ordnete statt dessen Gitter an, von T�ren durchbrochen � das Volk in Waffen sollte
nicht von seinen F�rsten und Feldherren geschieden sein � und empfahl die ber�hmten Gitter inIv�rzburg und Nancy
als Vorbilder, die er an Grt und Stelle durch Aommissare zu studieren und von bestimmten Punkten aus, die er
genau bezeichnete, photographisch aufzunehmen befahl. Und als sein Kaiser-Standbild gr��er und aus kostbarerem
Materiale als die Statuen der anderen Preu�enk�nige f�r die Ruhmeshalle veranschlagt wurde, mi�billigte dies der
Aaiser ganz und gar: �Ich bin nicht damit einverstanden, da� Mein Vild in anderer Form als die �brigen A�nigs-
Standbilder angefertigt wird, und bestimme Ich ausdr�cklich, da� dies unterbleibt."
Die bei dem ganzen Werke leitenden Gesichtspunkte sprechen sich am klarsten aus inden �Motiven" zu jenem
Gesetzentwurfe, deren Fassung den Weisungen und den Aorretturen des Aaisers gem�� festgestellt wurde: �Das vom
deutschen Volke so lange ersehnte und erstrebte Ziel, Deutschlands Einigung, ist nach schweren K�mpfen erreicht. Nicht
mehr allein steht Preu�ens Armee, vereint mit ihr wacht Deutschlands Heer �ber der Sicherheit des Vaterlandes. F�r
        
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