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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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treffend zusammen, die hier ohne Zweifel Me eigensten Gedanken Kaiser Wilhelms ausspricht: bas Aadettenkorps m�ge
bleiben �eine Pflanzst�tte altpreu�ischen Geistes der Treue gegen den Kaiser und K�nig, der Ciebe zum Vaterlande,
des Gehorsams und des Pflichtgef�hls, zum Hegen f�r die Armee und dadurch f�r bas Vaterland. Begonnen in
gro�er Zeit, m�ge der Bau stets und immerdar die Armee und das Aadettenkorps daran erinnern, da� Gottesfurcht,
Treue, Vaterlandsliebe, Gehorsam und pflichttreue die Tugenden sind, welche Unser Volk und Unsere Armee gro�
gemacht haben". Und ebenso gibt die Ansprache des jetzt als Ministerpr�sident, Zur Entlastung Vismarck's, fungierenden
Ariegsministers Graf Roon � f�r den der General Georg von Hamcfe, als �Staatsminister und 2. Chef der Armee-
verwaltung" die kriegsministeriellen Gesch�fte f�hrte, wie er auch jene Urkunde �erlas � dem den Kaiser bei solchen
milit�rischen Feiern immer st�rker bewegenden Gedanken der Zusammengeh�rigkeit von Armee und Volk vollen
Ausdruck: �Das heute baulich begr�ndete, erst nach Ueberwindung mancher Schwierigkeiten und Bedenken ins (eben
tretende Werk gibt dem tande und Heere ein neues Zeugnis von der unerm�dlichen F�rsorge nicht nur des Kriegs.*
herrn f�r die Ann�e, sondern auch des kandesvaters f�r das Volk, weil alles, was jener n�tzt, auch dieses sch�tzt.
Und in dieser Beziehung finde ich mich veranla�t, Euer Majest�t auch im Hamen des Tandes den ehrfurchtsvollsten
Dan? auszusprechen." Der Aaiser selbst tat die Hammerschl�ge auf den Grundstein mit dein U?cihcspruche: �Der
Jugend zur Bildung, der Armee Zum Heile"; bann dankte er Roon f�r jene Rede: �was die Armee Gro�es erreicht
hat, dankt fie zum gro�en Teile auch Ihnen", und an die Kabelten richtete er die mahnenden Worte: �Treue und
Gehorsam, die Grundpfeiler einer milit�rischen Erziehungsanstalt, sind stets in Eurem Institute gepflegt worden, und
kann Ich blo� w�nschen, indem Ich auf die zahlreich gefallenen, dekorierten und in die h�heren Stellungen gelangten
Vffiziere hinweise, da� diese Euch ein Vorbild sein m�gen." Fast 3300 aus dem Aadettenkorps hervorgegangene
Offiziere waren {87O/7J zu Felde gezogen, von denen �ber 1(000 fielen oder blessiert, fast alle aber dekoriert wurden.
Unter dem purpurnen, wei�bedachten A�nigszelte mit der Aaiserstandarte, umgeben von gr�numwundenen
schwarzwei�en Flaggenmasten mit den Fahnen aller beteiligten deutschen Staaten und mit Medaillons mit den Sieges-
namen von zeigt unser Bild die gl�nzende Versammlung. In der Baugrube steht der Aaiser, in der Uniform
des Kadettenkorps, den Hammer in der Rechten, vor dem Grundsteine, an der Stelle, wo der Altar der Aadettenkirche
errichtet werden soll. Ein kupferner Aasten ist hier unter vier Zentner schwerem Sandsteindeckel versenkt worden, der
unter anderem die Generalstabswerke von und die Geschichte des Aadettenkorps und auch ein Heft des
�Soldaten-Freundes" umschlie�t, und den der Aaiser nun mit den Hamm erschlagen befestigt. Hinter dem Aaiser rechts
steht Roon in der Uniform seines Vstoreu�ischen F�silier-Regiments Nr. 55, links der General von Aameke, ein Aifsen
haltend mit der Aelle, deren sich der Aaiser bedient hat. Rechts von Roon stehen die Baubeamten, Vauinspektor Steuer,
Baumeister Haeberlin, kandbaumeister Tuchermann. Am Altar, hinter dem die Marmorb�sten von Aaiser und Aaiserm
hervorleuchten, sind unter dem Feldpropste Thielen elf Geistliche versammelt; hier wird dann der Verliner Aadettenpfarrer
Vollert die N)eiherede halten: �Dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein Gotteshaus werden"
(5- Mose 28.22). Dahinter aber sind die zun�chst Beteiligten aufmarschiert, die 700 Berliner Aadetten, unter ihrem
Gberst Julius von Vallet des Barres, in Paradeuniform, hinter ihnen noch die Deputation der jungen Potsdamer Aadetten,
ringsum die Abordnungen von allen Regimentern der Armee, welche der Aaiser zu dieser Feier befohlen hatte. Auf dem
Podium unter dem Zelte sind neben den F�rstlichkeiten, der Aaiserin, dein kronprinzlichen Paare mit ihren S�hnen Prinz
Wilhelm und Prinz Heinrich, den Prinzen Aarlund Friedrich-Aarl, die Feldmarsch�lle und die Aommandierenden Generale
versammelt, unter denen U)rangel und Moltke besonders hervorragen. Auch die Zivilbeh�rden waren nicht unvertreten :
au�er den Staatsministern nahmen auch der Berliner Oberb�rgermeister Hobrecht (f ?. Juli und der kandrat des Areises
Teltow, Prinz Handjery, an der Feier teil, die mit dem Choral von Ceuthen �Nundanket alle Gott" stimmungsvoll ausklang.
Tags darauf, am 2. September wurde die Siegess�ule zu Berlin enth�llt.
Der italienische Verb�ndete von hatte nicht �bel tust gezeigt, auf Frankreichs Seite zu treten, wenn
die deutschen Siege nicht rascher gewesen w�ren als die politischen Entschl�sse hier wie dort. Um so bedeutungsvoller
lio^cn�ollfni-^a^tbud; >y!2. 5
        
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