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Aus den Poesien Friedrichs des Großen : Deutsche Übersetzungen

Full text: Aus den Poesien Friedrichs des Großen : Deutsche Übersetzungen

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V, der du treu die leichte Flora liebst,
Du junger, lieber Fr�hling, der du gibst
Den wiesen, G�rten ihre Vlumenpracht,
Die oft schon schwindet, ach, in einer Nacht,
Schenk deine ewige Jugend diesem land,
Damit, wenn w�tet titer der Sonne Brand,
?r nicht all das, was du so reich geschenkt,
Mit seiner Glut erbarmungslos versengt.
Und mit dem Alter Geist und Witz entfleucht,
Und wenn der Herbst zerst�rt des Sommers Pracht,
So kommt der inter, der Zum Greis dich macht.
Verdru� bringt Gram dir, Sorge beugt dein Haupt,
Gebrechlichkeit die letzte Hoffnung raubt.
V lieber Fr�hling, der bu nahst mit Eile,
Zu scheuchen Aalte, wind und langeweile,
Aus intern schlaf, der sie umfing so fest,
Die fruchtbare Natur erwachen l��t,
G da� wir j�hrlich neu mit dir erst�nden
Und f�hlten neu die liebe sich entz�nden!
Da bleibend unsre St�tte nicht auf Erden,
So la� uns sterben, eh wir Greise werden!
Des tebens Fr�hling sind die Jugendjahre;
5chnell flieht die Zeit dahin und bleicht die Haare.
wenn tiefe Falten in die Stirn sie gr�bt.
Wo jugendlicher Frohsinn einst gelebt,
Wenn bann der Mittag fort den Morgen scheucht
Vie folgenden Verse sind der Mutter des K�nigs, Sophie-Dorothea, zum Weihnachtsfeste des Jahres I.7^^gewidmet^
Drei K�nige brachten einst, o K�nigin,
Dem Christuskind mit andachtvollem Sinn
Als Gaben Weihrauch, Myrrhe^, pures Gold.
�/ ba� Ihr gn�dig mir gestatten wollt,
Wenn ich Euch ebenso zum gleichen Cage
Die gleichen Gaben darzubieten wage.
Die Myrrhe stellt die Zarte tiebe dar,
Die Ehrfurcht, die ich allzeit Euch bewahr.
Der Weihrauch ist mein inniges Gebet,
Das Euer Leben zu verl�ngern sieht.
Und dient Euch das Metall in diesem Schrein
Zum Zeitvertreib, so wird es gl�cklich sei�.
Einen wirkungsvollen Aontrast bildet der Geburtstagsgl�ckwunsch vom 2^. Juni l,?5H an den Marquis
d'Argent Zur kurzen (Erl�uterung sei vorausgeschickt, da� d'Argens urspr�nglich franz�sischer Gffizier gewesen war,
w�hrend des Rheinfeldzugs J73t$ bei f)hilippsburg schwer verwundet wurde und infolgedessen sowie wegen eines
Sturzes den Dienst quittieren mu�te. (Er widmete sich fortan literarischer T�tigkeit und verfa�te unter andern� die
�Lettres juives", auf Grund deren ihn Friedrich auch des �fteren �Freund Isaak" nennt. (Er kam zum ersten Male
\7>{\ nach Berlin, trat dann bald dem K�nige nahe, wie die vertraute Korrespondenz beweist, die sich zwischen ihnen
ankn�pfte und die im Siebenj�hrigen Aneg ihren H�hepunkt erreicht. Die Kr�nklichkeit d'Argens', die ihn zum
Hypochonder machte, f�hrte schlie�lich auch zu seiner Entfremdung mit dem k�niglichen Freunde. Die �ngstliche Sorge
um seine Gesundheit bildet oft das Htichblatt des Witzes Friedrichs, der denn auch d'Argens' Vett eine drastische Epistel
gewidmet hat.^ Das oben genannte Gedicht tr�gt die �berschrift: �Aufd'Argens' Geburtstag" und ist unterzeichnet:
�von feinem ganz ergebenen und gehorsamen Diener, seinem Hofpoeten Friedrich." Es lautet;
An diesem gro�en Tag Johann Vaptist
Geboren ward, der nicht der T�ufer ist.
Der Prediger, den es zur w�ste trieb
�
Zinn, Marquis d'Argens ift'Z, der Gro�es schrieb,
Die Einsamkeit nicht suchte, feine St�tte
Als weiser �?�ann sich w�hlt' im Federbette.
Die Tr�gheit lie� ihn alle Arbeit f�ief}n,
Und sanft und weich umf�ngt der Schlummer ihn.
Sei pliilippsburg stritt er so ritterlich,
D�nn lieh er eines Juden Maske sich.
Um arg die Toren, Fr�mmler durchzuhecheln.
G, m�ge stets der Schlaf fein Haupt umf�cheln
Und, ohne da� ihn Honig, Heuschreck n�hren,
Sein leben bis ins h�chste Alter w�hren.
Auf den Charakter Mana-Theresias und ihres Gemahls, Raiser Franz' I., ist die folgende Satire in Form
eines Epigramms gem�nzt:
vom Gro�herrn feierlich geschickt, erschien

    
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