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Friedrich der Große : Festrede

Full text: Friedrich der Große : Festrede

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Gro�en herzustellen. Als NUnister der ausw�rtigen Angelegenheiten glaubte Hertzberg es verantworten zu k�nnen, dl�
Sch�tze der Archive alsbald f�r diesen vaterl�ndischen Zweck zu erschlie�en. Die Staatsm�nner, die den Grafen
Hertzberg abl�sten, sind andrer Meinung gewesen; sein Plan wurde zun�chst verworfen und dann vergessen. Erst dank
dem �gro�en und freien Sinne", der die Regierung unseres ersten Aaisers kennzeichnetes erhielt die Akademie jenen
ehrenvollen Auftrag, als Grundlage f�r die Geschichte des frideriziamschen Zeitalters die Urkunden aus K�nigFriedrichs
Nachla� in monumentalen Sammlungen der Geffentlichkeit vorzulegen. Der hochherzige, enge Vedenken von sich
weisende Entschlu� hat sich voll gerechtfertigt und reich belohnt. Nunmehr gewann die Geschichtsforschung die M�glich-
keit und den !Nut, an die Abtragung einer Ehrenschuld heranzugehen, und der Zuwachs an zuverl�ssiger Aunde, die
Verliefung unseres Verst�ndnisses haben dann die Wirkung in die Vreite nicht verfehlt, die in deutschen herzen tieft
eingewurzelte Volkst�mlichkeit des �alten Fritz" lebendig zu halten und immer zu steigern. Wir alle aber, denen es
verg�nnt war, an diese Arbeit Hand anzulegen, wir machen uns das Vekenntnis zu eigen:
Meine tust Hab', meine Freude ich,
Frei und f�r mich im Stillen unabh�ngig.
An Peiner Trefflichkeit und Herrlichkeit,
Am Ruhm und Wachstum Deines gro�en Namen?.
Unsere Feier steht im Zeichen der Dankbarkeit � der Dankbarkeit f�r das, was der Gro�e A�mg uns gewesen
ist, und f�r das, was er noch heute uns ist oder sein kann.
Friedrichs dauerndes Erbe in der Gegenwart geh�rt seinem Volke, geh�rt uns allein; sein Vild in der Geschichte
ist das Gemeingut vieler geworden, der Vesitz aller derer, deren Teilnahme durch dieses leben in seinen heroischen
Umrissen und mit seinein rein menschlichen Gehalt, mit seinen U)echself�l!en, Steigerungen und Gegens�tzen angezogen
wurde und gefesselt wird.
Den Kronprinzen Friedrich hat bisweilen der tr�bselige Gedanke beschlichen, da� seinem 3eben nur eine kurze
Frist zugemessen sei. Ware er gestorben, ohne die Arone getragen zu haben, er w�rde ewig betrauert und ewig ersehnt
in unserm Andenken fortleben. Denn seine fugend in dem hellen ticht der zahlreichen, schon aus erster Fr�hzeit
�berlieferten Zeugnisse w�rde uns den reichsten Vetrachtungsstoff bieten � dieses junge keben, das nach rauhem Sturm
in ein sonniges Idyll ausgem�ndet war, dort in Rheinsberg, wo nun doch der Z�gling der Musen und Grazien,
anscheinend ganz einem verfeinerten Lebensgenu� ergeben, insgeheim in hei�er Ungeduld sich verzehrte, in steter Sorge,
da� die Stunde der Anspr�che seines Staates ungenutzt vor�bereilen k�nnte.
Raum ist er zum Thron gelangt, da schl�gt ihm diese mit Spannung erwartete Schicksalsstunde. Er wirft
sich in seine erste gro�e Unternehmung mit dem guten leichten Sinn, mit der hellen Zuversichtlichkeit, die unser gr��ter
Dichter den Herrscherseelen kongenial nachempfunoen hat:
wer Mut sich f�hlt in k�niglicher Sr�st,
(Ec zaudert keineswegs, betritt mit tust
Des Stufent^roncs untergralme Vahn,
Kennt die Gefahr uni) steigt getrost hinan;
l'es goldiien Reifes ungeheure last,
Er w�gt fie nicht, entschlossen wie gefa�t
Dr�ckt er fie fr�hlich auf das r�hne Haupt
Und tr�gt fie leicht, a?s wie von Gr�n umlaubt.
Immer wieder beruft sich der junge F�rst auf die Stimme im Innern, die ihm Gl�ck verhei�t. Und das
Gl�ck lacht ihm zu. Als er aus zwei Feldz�gen in die Heimat zur�ckkehrt, darf der Drei�igj�hrige sich r�hmen, mehr
als einer seiner Vorfahren f�r die Gr��e feines Staates erreicht zu haben. Er hat die gr��te Grsnzverschiebung
erzwungen, die in der Kriegsgeschichte der neueren Jahrhunderte sich vollzogen hatte.
'Aus dem von INaz Duncker verfa�ten Vorwort ;u dem ersten Vande der �politischen Korrespondenz Friedrichs des Gro�en" (^6?9)<
        
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