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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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Prinzessin philippine von Schwebt, Von Gustav
Scrtljol� P0I5.
Wenige Monate sp�te�', im Juli {767, tauchte dann sogar
fl�chtig der bedanke ihrer Verm�hlung mit Kaiser Joseph II. auf.
?7atf; dem Tode seines Daters, Raifcr Franz' l, znm Mitregenteu
ernannt, suchte dieser ein freundlicheres Verh�ltnis zu K�nig Friedrich.
Ver plan einer pers�nlichen Begegnung w�hrend des Sommers 1765
war an dem widerst�nde matiu*C^crc(las gescheitert.' AI- nun im
Juli \~(>7 poti der abermaligen Verm�hlung Josephs, der bereit?
feine, zweite Gattin durch den Co?t verloren hatte, die Rede war,
sagte Friedrich, nach dem Bericht des �sterreichischen Gesandten, �ganz
l�chelnd, als wollten Sir recht was scherzhaftes erbringen", 511 diesem:
�Si I'Kmpereur voulait une princesse allemande, j'ai aussi
une ni?ce." 2 Damit konnte nur philippine gemeint sein; aber es
bleibt doch �beraus fraglich, ob es dem A�mg mit diese!� Vorschlag
wirklich Ernst war.
Pas umstellend inFaksimile iviedelgegebene schreiben Friedrichs
des Gro�en ist an seine richte, die Prinzessin Philippine 0011 Swmhetv
burg'Schweot gerichtet. Sie war die Tochter feiner Schwester Sophie
und des wenig r�hmlich bekannten Markgrafen Friedrich Wilhelm.
Am {O. (Dftober l?4'> geboren, hatte sie tun das zehnte Lebensjahr
erreicht, als die st�rme des siebenj�hrigen Krieges �ber das Land
hereinbrachen. Sie �erlebte diese traurige Zeit mit dem Berliner iiofe
in Magdeburg. Nachdem bei- triebe zur�ckgekehrt war, bildete, sie
w�hrend des folgenden Jahrzehnts den Gegenstand zahlreicher Neirats-
plane; mehrmals winkte ihr eine Kdnigtfrone. Doch alle diese
Projekte scheiterten, bis fie ;773 dem Landgrafen Friedrich II. pou
Hessen �Rassel die Hand reichte. kleben den brandentnn'gischen vettern Famen dann auch die
schwedischen in Veliacht. Zun�chst war es die K�nigin Ulrike,
Friedrichs Schwester, die im August \76i die Verbindung ihres �ltesten
Sohnes, des Kronprinzen CBnftar, mit philippine anregte. Inseiner
Antwort entwarf Friedrich ein vorteilhaftes^!? �on der Prinzessin :
�Sie ist eine wirkliche Sdionhcit, liebeusiriir�ig, gut erzogen, aber
noch ein wenig sch�chtern; sie besitzt Geist, und ich bin �berzeugt.
da� meine Schwester Sophie fie Dir nicht abschlagen wird."" ?s
blieb indessen bei diesem ersten Gedankenanstansch, und als sechs Jahre
sp�ter pou neuem die Idee einer schwedischen Heirat auftauchte, da
handelte es sich nicht mehr um Gustav, sondern um seinen Bruder
Karl, der als Karl XIII.dereinst ?chwedrns Thron besteigen sollte.
Als derselbe im Oftober l"7o in Potsdam zu besuch weilte, fragte
ihn der K�nig, ob er sich nicht verheiraten wolle. Auf die Erkl�rung
des Prinzen, da� er zwischen einer bramischweigischen Prinzessin nn5
zwischen philippine schwanke, gestand ihm Friedrich, der inzwischen
von seinein g�nstigen Urteil zur�ckgekommen war, ganz offen, das;
die letztere schlecht erzogen sei, da die Mutter, in ihren letzten Jahren
an Wassersucht leidend, sich nicht um sie habe k�mmern k�nnen nnl>
Als K�nig Friedrich sich nach dem tiubcrtnsburger Friedens'
schlu� mit dem plane der X^ernuirflun^ feines Hessen, des pr�sump^
twen (Thronfolgers Friedrich-Ivilheln, trug, stellte er diesem auch die
Prinzessin philippine zur Wahl. M�hrend des Sommers \?65 weilte
sie mit ihrer �lTutter in Sdjlofj 5>anssouei j� Gaste. �!Nau ist", fo
berichtet der Kammerherr der K�nigin, Graf kehndc>rsf, der bekannte
Chronist des berliner Qofes, �auf das Ergebnis dieser Reise sehr
gespannt." Alleindie Entscheidimg des Prinzen fiel auf seine Cousine,
die Prinzessin Elisabeth von Braunf^nwig-MPoIfenimtteL lind als
es sich (769 nach der Trennung dieser ersten Ehe Friedrich^Vilhelms
um feine HHeberDerm�fyftmg handelte, wurde philippine abermals
genannt der Prinz ober erkl�rte sich, einer neuen Familienocrlimdung
abgeneigt, f�r die Prinzessin Friederike von lassen -Varmstadt.'
In die Zwischenzeit f�llt das Projekt ihrer Ehe mit dem
Bruder des preu�ischen Thronfolgers, dem j�ngeren Prinzen lieiitridj.
Seine Schwester wilhelmine, die nachmalige Prinzessin von Oranien,
erz�hlt in ihren Jugenderinnerungen, da� die Familie des Prinzen
Ferdinand, der mit einer Schwester philippinens verheiratet war,
Efimmel und Erde in Vewegnng setzte, um diesen �^iinb zustande zu
bringen. Schon Ende ;765 wei� kchildorff zu melden, das; man sie
f�r Heinrich ausersehen habe, jedoch abwarten m�sse, �was Seine
Majest�t der K�nig mit ihr vorhat". Ein Jahr sp�ter vermerk! er;
�Sie gilt im Publikum f�r die zuk�nftige Vraut des Prinzen Heinrich
und winde ihn anch recht gern heiraten." Hub Heinrich selbst, so
wissen wir aus den Griefen an feine Schwester, war von aufrichtiger
Schw�rmerei f�r die �g�ttliche philippine" erf�llt. Allein noch ehr
er im Mai (767 den Pocken erlag und der Tod damit feinem jungen
Leben ein Ziel setzte, war feine Neigung 311 ihr abgek�hlt.^
1 Uijl.Oobcnjoilrrn >ihihudf l'K*,5. 9(1,
�
� �ciiffct bes (profen !?ugrnt
com 3"'' \"6? : �polilifdfCCotu'i'poiibcilj Frirt'richb t�'5 blo�en' (ittiert: p. C,).
3b. 2(i, 5. 3O9f.; 21. pou �lmct!� ($c f�tidit� Illaria �� ?EbrreflrtS, S�. H, 5. Uj>;
V?'tfw IS?7) irrt, �nui et btirunter prin^eifin il'�t'dnmn' pcrftfH, bereu Ott'
[obling mit t>!>,!l tErl'ilnIlhillfr IfiltiflmV. bereits am 27. iicr�ffcntlirfn ii'ur�. �
!� Ulrike 5d;L*dlicit POm 1-. August. Friedliche Antwort ��m T. feyicml'cr sind,
&0i^ mit tH'ii falfdjrn 17G.> utib U'�6
- gebrueft ber �. lieitien)1(.im, Une
Ko;iir du grand Fr�d�ric, Louise l'lriquc, reine de Su?de, 5. 299f> (paris t8')71;
bat Icfitcrc (milbem f aud; bei tf�tdf ictfni, Hiatoriska Skriftct,
8&. .1, S. .350 (Storfrjolm !�6Y). Hrf)nHdj v�r[mi Cctiti&orff�mixer l�ir�er ihre ��wirnOir--
ban Sdj�rUjrit" un� fd^rcibl int liorcmber J.7O6: �^ir ij� (el'i fd?o"- �ber es fehlt it|t
iiod? lurt bit feinen ipeiclljctjuft, ba \ie eine )rfjti'rui.iJ I.HM._itf frjiebung hattt.
5ie f?blt bas, mtb ihr �em-hmen nuidjt hrtttet ben . ne, 2, ire, is�; �nadfitdif", 8t>. I,5.355.375,)
5'� jdEtlHOE 1772 fd;ilbert fr ftc i� leinent (Cagefnufe (luid; j:i!nnlltitteilmijron fytnn
profeftor Dr.5d?m(W"C�fttn):,,Klle est d'une figure charmnntc et robuste. C'est lu
plus iidlr t?te possible; mais quoique grande, bien fa�te, alla n'a point de KT?cex.
KHe a le ji�ed trup .uni! et Its en trop forts. On la dil fort fcononw et tri's rang�e
Kllu n';i rien d'cftgRgmnt dans si=5 fn�ons, ue i[u? lui vient s?rement da sa premi?re
�ducation qui �tait tr?s mauvaise. Personne un monde ni pouvait avoir un plus
niiiuvais fcOD que fcll le Margrave son p?re (�{� 1771), et elle a �t� fort npjrlig�c,
madame sa nit-rt- �tant -j? malingre et ne se souciant pas beaucoup de cette fille."
1 l?tjl.�olj. Pic vEiimu-iutujcii ?rv prtPjfiflnIPiltriiitiiif i�m Oiitiii'iian t>n\
l)of Friedrich� fies �togcit ((HucIIfn u. Hittrriutfnimjrn 311t Geschichte des l?!l'5 L>olvii=
jollcrii,St, 7, S, \2, 70, 7B ;Urrlin t'Jtl.�) ;StltfVf�tftlder tSr�Rrn Sat>�ftli Kaculinc
non Hessen, E)H�aifl. von H.\illbcr. 86. I. S. 525; Vt>. II,5. 364 �Wien 1H77), (Prof
trhndctrffs ?a. >cl,,�!dl ��fti-ri, �Hiid�tritijc", vd.1, 5. J7J, .175 ,Gc>>l'l> I9M>)- � * l>sl. "*&>
Pic iErinnrniii,I,5. 
    
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