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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

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Grunde, jenen h�heren M�chten �ine Huldigung darzubringen, die �als Vorsteher gl�cklicher Eheb�ndnisse von dem
Alteiwrne unter dem H�rnen Hera Celeia, Eros Nranios und steche g�ttlich verehrt wurden".
�Zu diesem Zweck ist, wie imFestprogramm zu lesen ist, die weihe des ehelichen Bundes zwischen Eros un&
Psyche angenommen, gekr�nt von Hymen, unter dem Vorstand� der Hera Ceteia und der Grazien.
Die Feier wird degangen von den m�nnlichen und weidlichen hierodulen des Eros und der Psyche, von den
Gberpriestennnen und f)riesterinnen der Hera, und von den sechszehn Heldenpaaren, welche sich durch Ergebenheit in
den ehelichen Verh�ltnissen auszeichneten, bei deren Auswahl, haupts�chlich auf Verschiedenheit der Zeitalter und der
V�lker, sowie auf das Mancherlei charakteristischer Aost�me R�cksicht genommen ward. Vie Anf�hrung geschieht
von zwei Cempelheroldcn der G�ttin, und dann von Comus, dem Festgotte selbst. Aber auch TNomus, der sp�hende
und alles bespottende Viener der Nemesis, schleicht sich ein, der sich jedoch am Ende in den Genius des Guten
sAgachod�mon) umwandelt.
Nachdem der Zug vollendet ist, und das Ganze sich gruppiert hat, beginnt der Tanz und die Huldigung.
Der Abzug geschieht in derselben Ordnung wie der Einzug."
Im ganzen nahmen an der Festlichkeit 2500 geladene G�ste teil. 5eit den Tagen der K�nigin tuise hatten
die ver�deten R�ume des alten Schlosses nicht wieder solchen Glanz gesehen.
Das junge f>aar, dem im Jahre 1.820 das erste Aind, Prinz Alexander, geboren wurde, weilte zun�chst in
Verlin, dann nahm es seinen Wohnsitz am Rhein, wohin milit�rische Pflichten den Prinzen riefen. Im I�gerhof
zu D�sseldorf, wo der zweite 5ohn, Prinz Georg, der nachmalige Dichter geboren wurde, schlug es seine
Residenz auf. Der Sommer wurde meist in Rheinstein verbracht.
�(Ein betnrmtes schlo�, voll Majest�t
Auf des Serges Felsenstirn erh�ht" �
n�mlich auf den Ruinen des alten Voigtsberges in den Jahren !.825^^329, schaut es in das romantische Tal, wo
der gewaltige Strom mit dem ganzen Ungest�m ungez�gelter Naturkrast seine sch�umenden U)ogen gen Norden w�lzt.
�Srttppirung, leichtem Tanze und Gebehrdenfpiel, bas, durch eine charakteristische Musik belebt, sich leicht den Anspruch auf Veifall per*
hei�en durfte. Der Idee entsprach die Auff�hrung. Nicht leicht d�rfte man bei einer andern Vorstellung dieser Art ein reineres mannich"
f�chere? und prachtvolleres Kost�m erwarten. Zauberhaft war her Aufmarsch so vieler sch�nen Gestalten, der durch eine lange Reihe von S�len
und Gallenen unter dem Spiel von drei stark besetzten Mufik-CHVren nach dem Hauptsaale sich hinzog. Die lieblichen, mit Silberfloc
verschleierten, Gestalten des ?ros und &er Psyche, gekr�nt von Hymen, auf dem ersten wagen stehend, und dann die auf dem zweiten
wagen folgende Hera, vollder h�chsten Majest�t, bildeten gleichsam den Mittelpunkt des Zuges, und nur der Glanz der folgenden Heldenpaare
mit den vorausgehenden Eroten vermochte bas Auge von jenen auf diese 511 lenken. Die am Schl�sse folgende groteske Gestalt des Momu5
erinnerte jedoch, da� auch hier, wie �berall im Heben, ein Ptmcip des Widerspruches wohnet, und der st�rkste Glanz auch die dunkelsten
Schatten zur Seite hat. Vie Grnpvirungen und T�nze, aufs sinnreichste ersonnen, waren von jener Anmuth und Charakteristik, da� jedes
Auge bedauerte, sie wie Wellen auf Wellen zerflie�en 311 sehen und sie nicht bis zur S�ttigung ftiircn zu k�nnen. Ueberrafchend war der
Moment, wo die weiblichen Hierodulen, in der Mitte zu vier, und auf den vier Lcken zu drei sich gruppiren, und so im schwankenden
Ureise sich um ihre eigenen Mittelpunkte bewegen. Eine gleiche Ueberraschung gew�hlte der Moment, wo nach dem raschen Gesammttanz
der m�nnlichen nnd weiblichen Hierodulen die Mnsik fanft einf�llt, und der jatte Reigen der Grazien beginnt. Doch �hnliche Ansichten
bietet der Tanz mehrere. Nesonders sch�n lie� die Huldigung der \$ Heldenpaare, welche nach ihrem Charakter der liebe: in die
Heroischen, in die Romantischen, in die Z�rtlichen, und in die Vesonnenen abgeteilt, vier zu vier vortraten, und bann mit eigent�mlichen
Gruppen und T�nzen von den weiblichen Hierodulen gleichsam umsponnen wurden, vorz�glich nahm fich die Bewegung am die
Romantischen ans. Endlich traten die Gottheiten von ihrer Hohe: Hera mit den Grazien und Priesterinnen hinter, und (Eros und Psyche vor
den Altar, welchen Hymen mit der Fackel entz�ndele. Alle Vlicke und Gebehrden der vereinigten Gruppen wenden sich dahin, und eine Pause
macht den Akt feierlich, w�hrend dem vortretenden UTomus, der sich bis jetzt blo� durch Necken und Spott bemerkbar machte, jetzt st�ckweise,
gleich schuppen die ha�lische Maske entf�llt, und, in den Agathod�mon umgewandelt, er zur Seite der andern sch�tzenden M�chte sich zeigt.
So gestaltet fich der Schlu�stein des Feengeb�udes, bas wie auf einen Sauberschlag entstand, um in einem langen feierlichen Znge dem
erstaunten Auge wieder zu entschwinden," �Line Wiederholung der �Vuadrille" fand am 2. Februar, �auf der Redoute im Gpernhause"
statt.
�
A. Hirt, Die Hiersdulen. mit Seilagen von Aug. VSckh und PH. Vuttmann. Berlin \8[B. � Die Festlichkeit rief eine �anti*
qnansche Er�rterung" in der �Zeitung f�r die elegante Welt", Nr. \6 v.22, Jan. *8*8 hervor, die fich vornehmlich gegen �den gelehrten
Erfinder und Ordner des Fest�, den Hoftal Hirt" und seine Ansicht von dem Institut der Hierodulen richtete. Diese merkw�rdige
�Sycophaotcrei" findet in dem vorliegenden V�chlein geb�hrende Neleuchtung und Zur�ckweisung.
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