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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

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dreij�hrigem Witwcnstande eine neue Ehe mit dem Prinzen Friedrich IVilhelm von Solms^ Braunfels 1 ein und
folgte ihm mit ihrem T�chterchcn Friederike in seine Garnison 2tnsbad), di� einmalige Residenz der alten Markgrafen.
Friedrich blieb auf des K�nigs Wunsch in Berlin zur�ck, um hier genieinsam mit seinen vettern, dein Kronprinzen
Friedrich Wilhelm (IV.) und dem Prinzen Wilhelm, erzogen zu werden.
Vald nach Beendigung des gro�en Befreiungskampfes begab sich der Prinz auf die Brautfcfjau nach
Vallenstedt, wahrscheinlich auf Betreiben der �Tante ZTCinnctroft".2 Sie hatte das liebliche Amd, von der ein Zeit'
gen�sse erz�hlt, da� �sie sich durch Wohlt�tigkeit und G�te sehr beliebt gemacht habe", auf wiederholten Besuche�:
bei ihrer Schwester Amalie' kennen gelernt und es in ihr Herz geschlossen. Friedrich war entz�ckt von der holdseligen
Jungfrau, und da auch sie Gefallen an dem ritterlichen ernsten Wesen des stattlichen preu�ischen Prinzen fand, kam
es am 1.0. August zur Verlobung.
w�hrend die Runde von diesem frohen Ereignis den Berliner Verwandtenkreis nnt freudiger Teilnahme
erf�llte, brachte sie dem Herzog Aarl von Mecklenburg A�nigin Tuisens Stiefbruder, eine schmerzliche Entt�uschung.
Es war kein Geheimnis geblieben, da� der Herzog seinerseits ein Auge auf die sch�ne Askanierin geworfen und fast
gleichzeitig mit Friedrich als Bewerber um ihre Hand aufgetreten war. Er hatte sich hierzu der F�rsprache seines
k�niglichen Schwagers, bei dem er wegen seiner milit�rischen Verdienste m hohem Ansehen stand, zu versichern gesucht.
Aber bei dessen Grundsatz, sich in keine Herzensangelegenheiten zu mischen, war auch die Unterst�tzung, die der
vielvermogende F�rst Wittgenstein dem Anliegen des Herzogs zuteil werden lie�, erfolglos geblieben.
In Anbetracht der Jugend der Vraut fand die Verm�hlung erst am 2^.November statt. Die Flitterwochen
verbrachte das junge paar in Vallenstedt. Nachdem es dann die Weihnachtstage in �Hassel verlebt, am Hofe des
Gro�vaters 6, machte es sich auf den Weg nach Berlin, dem seit dem Heimg�nge der A�nigin �ver�deten, freudenlosen
Palmira", wie der festcsfrohc Herzog Aarl die preu�ische Hauptstadt gelegentlich zu titulieren pflegte.
An der (andesgrenze, in Wittenberg, begr��ten des Vheims Abgesandte, der Gberjagermeister Graf von Moltke
und der Aammerherr Graf von kottum die Prinzessin und geleiteten sie nach potsdaw, das am n�chsten Cage erreicht
wurde. Am I.Januar wurde die Reise nach Charlotten b�rg fortgesetzt, und von hier aus erfolgte um Uhr
Tmsens feierlicher Einzug �unter dem Donner der Kanonen und dem Jubelruf der ihr bis Charlottenburg entgegen-
gestr�mten Bev�lkerung". 6
An den Einzug schlo� sich in den n�chsten Wochen
�
auf Anregung des Herzogs Aarl � eine Reihe
prunkvoller Festlichkeiten. Aufsehen erregte namentlich die gl�nzende �Maskerade mit T�nzen", die als �die weihe
des Eros Ilranios" am 8.Januar 1.8^3 im Wei�en Kaale �mit einem seltenen Aufgebot von Pracht und Aunst, und
unter Beteiligung der k�niglichen Familie und der ganzen Hofgesellschaft gefeiert wurde".^ Dem Feste lag die Idee zu
' Geb. 22, Okt. (770, gest. 15. April 5854. � 3 Prinzessin Marianne, Gemahlin des Prinzen Wilhelm (des Aelteren). Ziehe
Hohenzollern �Jahrbuch 1909, S. (5of. � 8 Amalie, Cochter des landgrafen Friedrich von Hessen-Homburg, war seit 52. Zum 1,792 tritt
dem Erbprinzen Friedrich von 2Int|?It-Def}au verm�hlt, � * Geb. 30. Nov. (785 zu Hannover, gest. 25. Sept. J83? als preu�ischer General
der Infanterie und Pr�sident deZ Staatsrats. � 5 Kurf�rst Wilhelm I.von Hefsen-Tasfel. � 6 Eine ausf�hrliche Beschreibung des Einzuges
enth�lt die Spenersche Zeitung vom 6. Januar \B\S.
�
7 Die Spenersche Zeitung vom (3. Jan. \s\8 bringt eine anziehende Schilderung
der �HofmaZkerade". Es hei�t dort:.... �Die Allegorie der erscheinenden Gottheiten sollte an jene fr�here Zeiten erinnern, mo die
Ordnung der ehelichen Gesetze die Menschen zuerst in eine geselligere Verbindung brachte, das schw�chere Geschlecht gegen die rohe willl�hr
des Andern in Schutz nehmend. Hierdurch ward die Neigung frei, nnd ein zartes Vand kn�pfte die Familienverh�ltnisse. Doch erhielt
diese Ordnung erst durch die Ril�pfung an bas Religi�se seine wahre Sanktion. H�here M�chte leiteten durch geheimen Einflu� die
Neigungen, und durch religi�se Gebr�uche und weihen w�rden die Eheb�ndmsse feierlich geheiligt. Ver gereifte Jungling trat jetzt aus
dem Staube der Ungebundenheit in �inen neuen (Drben, in den der Familienv�ter, und die Tochter, aus der stillen Vbhut liebender
Eltern, worin sie bl�hend heranwuchs, hervorgehend, �bernahm die innere Sorgfalt eines eigenen Hauses als treue Geh�lst� und
z�rtliche Freundin des sowohl durch Neigung a?s durch heilige weihen ihr verbundenen Gatten. Durch diese (Erinnerung an fr�here
Gebr�uche sollte die Aufnahme eines neuen Paares in de� Grden der Familienh�upter hier feierlich begangen werden. Hera Celeia mit
den anderen g�ttlichen Wesen erscheint selbst als (Drbnerin de� Festes, und in ihrem Gefolge findet sich au�er ihren priefierittnen und de�
m�nnlichen und weiblichen Hierodulen des (Eros und der pssche, eine Schaar bew�hrter Heldenpaare, die, der hohen G�ttin huldigend, �ber
den Eintritt des neuen paare? in ihren Viden Theilnahme und Freude bezeigen. So schlo� ein leichtes Sanb bas INannichfaltige zu
Einer Gruppe. Dadurch ergaben sich die Motive zu reichen, sch�nen und mannigfaltigen Uostiimen, Zu prachtvollem Aufzuge, gef�lliger
        
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