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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

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Vaters Tode mit der Neumark, Zternberg, Trossen, Z�llichau, Cottbus und peitz ausgestattet werden sollte. Vie
j�ngeren Vr�der sollten entsprechende Dotationen erhalten. Der Aurprinz verweigerte jedoch seine Zustimmung zu
dieser, der Goldenen Vulle wie der Oispositio widersprechenden VestimmunZ. Dadurch ward von der
wachsenden Macht des Hauses gro�es Unheil abgewendet. Der Zwiespalt, den das unheilvolle Testament imkurf�rstlichen
Hause heraufbeschworen, wurde durch den Geraer Hausvertrag von 5599 gl�cklich beseitigt.
Im 72. Lebensjahre stehend, f�hlte der Kurf�rst im Dezember des Jahres l.59? sein Ende herannahen. Auf
seinen Wunsch eilten die Ainder herbei, um dem sterbenden in der stunde des Abschieds nahe zu sein. Vie meisten
trafen den Vater noch lebend an, den am 1.8. Januar 5598 ein sanfter Tod von jeglicher Erdenqual erl�ste.
Elisabeth war noch nicht 35 Jahre alt, als sie mit den j�ngeren Aindern ihren Witwensitz inCrosfen an der
Vder bezog, wo bis zum 56. Mai I.57H, ihrem Todestage, die Witwe des Markgrafen Johann von A�strm residiert
hatte. Hier in Trossen gab Elisabeth am Aug. 5596 ihrem letzten Rinde das (eben: es war der Markgraf
Johann Georg, der am 6. Februar 463? auf den: schl�sse zu Arailsheim als �R�misch Aaiserlichsr wie K�niglich
Majest�t zu Hispanien bestellter Vbrister zu Ro� und Fu�" von einem fr�hen Tode dahingerafft wurde.
Elisabeth brachte noch neun Jahre in Trossen ' zu, bis auch ihr am 5. Oktober 1,607 die Todesstunde schlug.
Am 3^.Oktober fand sie ihre Ruhest�tte an der Heite ihres Gemahls im Dome zu Berlin.
Ueber die Schicksale ihrer T�chter Agnes und Elisabeth haben wir berichtet. (Siehe oben S. 25; ff.) Die vierte
Tochter Dorothea 2 wurde nach dem Tode ihrer Mutter am Dezember im Schlosse zu Verlin deren Schwester-
sohne, dem Herzog Johann Christian 2 von tiegnitz und Vrieg, angetraut. Die edle Frau gewann in der neuen Hemmt
durch ihr landesm�tterliches, f�rsorgliches Wesen, ihre Liebensw�rdigkeit und Menschenfreundlichkeit bald die Herzen
ihrer Untertanen. Die Erinnerung an das volkst�mliche wirken der �lieben Dorel" ist auch heute noch nicht erloschen.
2. Hohenzollern-Schwedt und Anhalt-Dessau.
Die von alters her bestehenden und durch enge Familienbande immer von neuen: befestigten freundnachbar-
lichen Beziehungen zwischen den Hohenzollern und Askaniern dauerten in den folgenden Jahrhunderten fort. Im l?.
war ihr Tr�ger haupts�chlich der F�rst Johann Georg II. von Anhalt, ein Urenkel des F�rsten Joachim Ernst.
Als der Gro�e Aurf�rst zu den f)olen �bertrat, lud er den damaligen Erbprinzen Johann Georg, der w�hrend
des polnischen Aneges im Heere A�nig Aarls X. Gustav von Schweden �seine Fortune suchte", ein, sich den branden-
burgischen Fahnen anzuschlie�en. Um der Einladung einen h�heren wert zu verleihen, erbot sich Friedrich Wilhelm, die
Verm�hlung des wenig beg�terten Vessauer F�rsten mit der reichen Vranierin Henriette Aatharine, einer Schwester der Aur-
f�rstin tuise, zu vermitteln. Johann Georg folgte diesen: Rate und blieb auch nach seinem Regierungsantritt im Dienste
des brandenburgischen Schwagers, der ihn in: taufe der Jahre zum Feldmarschall und Statthalter der Aurmark ernannte.
F�rst Johann Georg hatte zehn Aindcr, zwei S�hne und acht T�chter. Der Thronerbe Friedrich Aasimir^
starb in jugendlichem Alter, wie die meisten seiner Geschwister. Die Hoffnung der Eltern beruhte daher auf dem
Prinzen Leopold, dem nachmaligen brandenburg-preu�ischen Ariegsmanne, dessen Heldengestalt als �der AlteDessauer"
in der Geschichte fortlebt. Er ist der Typus der guten alten preu�ischen Soldatenart, und von dem rauhen, derben
und doch wieder leutseligen Wesen des tapferen, vielerfahrenen Herrn, seinen genialen Araft- und Aernworlen wei�
noch in unsern Tagen ein reicher Schatz von Anekdoten zu erz�hlen.
teopold besa� in Verlin einflu�reiche F�rsprecher: seine Mutter und seine Schwestern Eleonora" und
Johanna Charlotte. Durch sie kam er in ein n�heres, intimes Verh�ltnis zum brandenburgischen Thronfolger, wie
1 Ihre Nachfolgerin auf dem witwenfitz in troffen wurde (6<*o die Kurf�rst,� Charlotte, Gemahlin des Aurf�rsten Georg
Wilhelm, des Gro�en Kurf�rsten Mutter. � * Geb. 28. Vkwber 1090 im Schlosse zu Verlin, geft. ty. M�rz (625 im Schlosse zu Vrieg,
beigesetzt u. Mai (625 in der Vomkirche daselbst. � 3 Geb. 29. Aug. 5595, gest. 25, Dez. � *Geb. (8. Nov. zu C�ln an der
Spree und daselbst gest. am 27. Mai (665.
�
B Geb. (�*. M�rz (67( 311 Vessau, gest. (8. Mai (?5fi daselbst; verm�hlt (3. Sept, (667 311
Dessau mit dem Herzog Georg Joseph Raoziwill. Nach dessen Tode (3. Jan. (689) siedelte die Herzogin nach �crlin �ber, wo fie viele Jahre
residierte und am Hofe eine einflu�reiche Holle spielte.
?JoljcnjolIftn �Jalprbudf I9U. 54
        
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