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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

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die er ihr schon fr�her m Aussicht gestellt hatte. Jedoch widersprach er mit eindringlichen Worten und gewichtigen
Gr�nden ihrem phantastischen Alane, mit einem gro�en Gefolge nach Preu�en �berzusiedeln, wo der Herzog ihr ein
eigenes Schlo� kaufen solle, in dem sie bequem leben k�nne. Vie Ruhelose verschlo� aber solchen Vorstellungen hart-
n�ckig ihr Ghr.
Im Fr�hjahr verlie� Margarete ganz pl�tzlich den Hof ihrer Schwester. Niemand wu�te, wo sie
geblieben, wohin sie sich gewandt. Endlich traf im Juli aus Stolv in Pommern die Nachricht bei den besorgten
Verwandten ein, da� die F�rstin, �nicht gar gesund im heubtt", auf dem Wege nach Preu�en sei. Dann ist sie
dreizehn Jahre unserm Gesichtskreise entr�ckt.
Erst im Jahre dringt wieder die erste sichere Aunde von ihr zu uns. Es wird berichtet, da� Herzog
Albrecht damals mit der Absicht umgegangen sei, die kandfi�chtige und ihren dritten Gatten Hans Jonas von Goltz
mit einem Gute in litauen auszustatten und zu versorgen. Ungewi� bleibt indes, ob die deshalb eingeleiteten
Verhandlungen zum Abschlu� gelangt sind. Allzu gro�en Hoffnungen scheint sich Margarete nicht hingegeben
zu haben. Denn wir h�ren gleichzeitig von einem regen Briefwechsel mit ihrer, aus der ersten Ehe hervor-
gegangenen, Cochter Georgias An einen polnischen Grafen in Schlochau verheiratet, lud sie die Mutter unter
der Bedingung zu sich ein, �sich nicht namenkundig zu geben". Zur Reise erbat Margarete von der Herzogin
Anna Maria 2 wagen und Pferde, die ihr auch zugesagt wurden. Gb sie aber die Fahrt wirklich angetreten und
sich in Schlochau aufgehalten hat, entzieht sich unserer Aennmis. Wir wissen nur, da� sie in den Jahren 569� 70
ihren Wohnsitz in A�nigsberg gehabt hat.
15? 4 scheint Margarete in Aurland am Hofe des Herzogs Gotthard (v. Asttier) eine Heimst�tte gefunden
zu haben. Am IF. September 1,571. schrieb sie^ n�mlich dem Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, ihrem
Neffen, aus Aurland, sie trage sich mit dem Gedanken, sich in kivland anzukaufen, um �vffmein altte tage zu r�ge
vnd fryden zu kymen". Dann breitet sich wiederum undurchdringliches Dunkel �ber Margarete und ihr Schicksal.
Noch einmal h�ren wir imJuli von ihr. Die �arme, elende, alte, betr�bte F�rstin", wie sie sich nannte�,
befand sich damals wieder in D�nemark. Das ist die letzte Nachricht ?, die sich von ihr erhalten hat. Vald darauf
scheint die Ruhelose verschieden zu fein. Die Mehrzahl der n�chsten Angeh�rigen war ihr bereits im Tode voran-
gegangen, wahrscheinlich auch ihr dritter Gatte und eine Tochter dritter Ehe namens Dorothea.
Von den Z�hnen Margaretes starben die F�rsten Aarl und Vernhard, ohne m�nnliche Nachkommen zu
hinterlassen. Der �berlebende Vruder, F�rst Joachim Lrnst, ein weiser und menschenfreundlicher Herr, war eifrig
bem�ht, die Rechtspflege in seinem kande zu verbessern und die infolge des Zchmalkaldischen Arisges tief zerr�tteten
Finanzverh�ltnisse zu ordnen.
Joachim Ernst war zweimal verm�hlt. Aus seiner ersten Ehe mit Gr�fin Agnes von Varby stammten
zwei Z�hne und vier T�chter. Die dritte von ihnen, Elisabeth, kn�pfte ein neues Verwandtschaftsband um die H�user
1In einem Schreiben, d. d. M�nden, Sonnt?g nach Martini (552, an den Herzog bestimmte Margarete f�r ihren Hofstaat:
einen Pr�dikanten, drei abtige Jungfern, einen Hofmeister, eine Hofmeisterin, Zwei M�gde, eine K�chin, drei Edelknaben, zwei andere
Knaben, einen T�rknecht, einen Iungfernknecht, zwei taufboten usw. Au�erdem gedachte sie mit sich zu f�hren acht tvagenvferde, drei
Zelter usw. DieRosten f?t die Unterhaltung dieses Hofstaates berechnete der Herzog auf ?ooo Gulden imJahr.
� 'Georgia, geb. 28, Hop. 55Z!,
verm�hlt 2^. Gkt. (565 mit Georg Stanislaus latelZki, Grafen zu labuschin.
�
8 Anna Maria, eine Tochter des Herzogs Erich I.von
Nraunschwelg'l�neburg, also eine Nichte Margaretes, geb. (532 (?), gest. 20. M�rz (568 im schl�sse zu K�nigsberg, beigeseht 5. Mai
in der dortigen Vomkirche; verm�hlt (6,Febr. 550 zu K�nigsberg mitHerzog Albrecht. Dieser war bekanntlich in erster Ehe mitDorothea,
einer Tochter des K�nigs Friedrich I.von D�nemark, verm�hlt gewesen. Siehe Hohenzollern-Iahrbuch (906, S. y ff. (Hohenzollern-Vldenburg-
Zchleswig-Holstein). � * Seine Gemahlin Anna war eine Tochter des Herzogs Albrecht Vil.von Mecklenburg (f. oben 2. 260), geb. 6. oder
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