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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

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Jahres J5^0 empfiehlt sie ihren �hertzlieben Hern vnb gemahel", sich und die Ihrigen der Gnade des Herzogs Albrecht
von Preu�en, ihres Gro�oheims, und bat ihn, da sie �mit ville Kinbetleyn befallen", sie mit einem �st�ckleyn recht
schaffen e^nhorn" und �wey�em bemfteyn", die damals als untr�gliche Heilmittel galten, zu versehen.
Im Herbst des Jahres tr�bte sich jedoch das Verh�ltnis der F�rstin zu ihrem Gemahls Margarete verlie�
infolgedessen Zerbst und begab sich unter vielen Gefahren und mancherlei Abenteuern nach k�beck. In,Hasen fand
fi� einen d�nischen Aauffahrer, der sie Neujahr (55( nach ?liKping auf Falster brachte, Von hier sandte Margarete
dem Aomge Christian III.,ihrem Vetters einen wortreichen Klagebrief und schilderte ihm darin mit der Gespr�chigkeit
gedr�ckter Gem�ter ihre trostlose Sage. Christian nahm sich der Verlassenen mitleidig an, stattete sie mit dem Not-
wendigsten aus, wies ihr das Klofter Margebo zum Wohnsitz an und war auch sonst bem�ht, die Verwandtschaft f�r
ihr Schicksal zu interessieren.
Vas einf�rmige (eben in dem stillen Asyl wollte indes einer Dame, die noch erhebliche Anspr�che an die
Freuden des tebens stellte, auf die Dauer nicht zusagen. Schon am Mai sprach Margarete den Wunsch
aus, �f�r ihr Geld in einer Herberge zu Aopenhagen untergebracht zu werden, da sie des Alasterlebens nicht gewohnt
sei", wenige Wochen sp�ter scheint sie in der Tat das sch�tzende Gbdach ihrer weltentr�ckten Alause verlassen und sich
wieder nach dem Festlande gewandt zu haben.
ImSeptember finden wir die ungl�ckliche F�rstin, in deren ganzem Wesen immer mehr die pathologischen
Merkmale der Hysterie zutage treten, in Arivitz, dem Witwensitz ihrer Schwester, der Herzogin Anna^ von Mecklen-
burg-Schwerin. Hier weilte Margarete noch im Januar und stand in lebhaften� Vriefwechsel und Gedanken-
austausch mit dem Vcrliner und A�striner Hofe und ihrer zweiten Schwester, der Grasin Elisabeth von Henneberg.
Inzwischen waren die Verhandlungen ihrer Vr�der mit der Regierung in Zerbst bzw. den S�hnen Margaretes,
die inzwischen Febr. Witwe geworden war, wegen der ferneren Versorgung der Mutter zum Abschlu� gelangt.
Und die alte Mutter, Aurf�rstin Elisabeth, beeilte sich, die Tochter von der g�nstigen Wendung ihres Schicksals in
Aenntms zu setzen und sie zu einer Erkl�rung �ber die Wahl ihres k�nftigen Wohnortes aufzufordern. Margarete
aber durchkreuzte in ihrer unberechenbaren Art alle diese wohlgemeinten f)l�ne und Vorschl�ge. Die Unrast ihrer
Seele trieb sie von bannen.
In den ersten Septembertagen hielt sie in Begleitung einer Magd und eines Vereiteis ihren Einzug in M�nden
und zwar �so sehr verweint, da� sie ganz alt und ungestaltet worden ist". Die Ungl�ckliche fand am gr�flich Henne-
bergischen Hofe liebevolle Aufnahme und Pflege. Vald aber mu�te die teilnahmsvolle Elisabeth die Erfahrung
machen, da� die Schwester �nicht alle Zait bei sich selbst ist", �viel vornimmt", was nicht gef�llt und �gar zu
wunderlich" ist.^
Zu ihren Gunsten rief Elisabeth die Vermittlung des gutm�tigen Herzogs Albrecht von Preu�en an, der
immer hilfsbereit f�r verwandte und Freunde einzutreten bereit war und auch Margarete seine Hilfe nicht versagte,
1 liebet die n�heren Umst�nde dieses Zwistes haben sich zuverl�ssige Nachrichten nicht erhallen. Margarete macht in sp�teren
Vriefen ihre und des F�rsten Umgebung, durch die sie verleumdet worden, f�r ihr Schicksal verantwortlich, wieweit diese Vohauvtung
zutrifft, ist nicht zu ergr�nden, wir m�ssen es uns daher versagen, 311 diesen Dingen hier Stellung zu nehmen. Wohl ist ein Aufsatz
von 3<>?�* ?>ottjt (in Schmidts Zeitschr. f�r Geschichtswissenschaft IV, S, 327 ff.) Margarete und ihren Schicksalen gewidmet. Doch sind
Voigts Angaben nicht �berall zuverl�ssig; namentlich schweben seine Mitteilungen �ber den Konflikt im F�rstlichen Haufe anscheinend
v�llig in der ruft.
� 3 Christian III.war ein Sohn des K�nigs Friedrichs I. von V�nemark und der Markgr�fin Anna von Brandenburg,
einer Schwester des Aurf�rsten Joachim l.
� Anna, geb. (2?. Ana.) us? (zu Berlin), gest. 3. Mai !5l4 im Schlosse zu Kiel, beigesetzt in
der Klosterkirche Vordesholm; verm�hlt (o. Avril1502 311 Stendal, mit Herzog Friedrich von Schleswig'Holstein-Gottoiv, nachmaligem (*523)
K3ntg von D�nemark, geb. 2. Sept. oder ? f �fr. \$7\, gest. (0. April1553.
�
s Eigenh�ndiges Schreiben Margaretes an K�nig Christian
imReichsarchiv zu Kopenhagen. � * Anna, geb. 520?, gest. 59. Juni <56? im Schl�sse zu l�bz, beigesetzt 25, Juni (567 imvom 311 Schwerin;
perm�lilt^Oan-^s^�HBerltitmitbemfjerjogyfbredjtVll., domSch�nen,vonMMenburg'Schwerin,geb.28.Iuli(^86), gest. 3^.(5^7. �� Elisabeth, geb. 24. Aug. (5(0, gest. 25. Mai (558 im Schlosse zu Ilmenau, beigesetzt im Alofter ve�ra; verm�hlt I. (2- M�rz ;525 im
Schlosse zu Verlin mit Herzag Erich I,von Vraunfchweig^l�neburg, geb. {6.Febr. gest. 26, 311I1 �540; II.30. Mai ;5^6 zu M�nden an
der Iverra mit dem Grafen 33oppo XVIII.von Henneberg-Schleusmge�, geb. 20, Sept. (5(3, gest. <*.M�rz (57^.
�
e Briefe (Elif?bettis art
den Herzog Albrech� von PreuHen im K�nigsberger Staatsarchiv (f. auch Voigt a. a.G.S. 25;).
        
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