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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien

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Iahami, der vierte Sohn, war Vischof von Hil�esheim und beschlo� sein Celwn in tauenburg. Die �brigen
S�hne Rudolf, Heinrich und Friedrich sind nur dem Hamen nach bekannt.
Dem Vater folgte in der Regierung der zweite Sohn, Herzog Magnus I. (Eine seiner C�chter, Katharina,
wurde die Gemahlin des �chwedenk�nigs Gustav l.wasa. �
Erst zu der Zeit, da das herzogliche Haus Sachsen tauenburg aus askamschem Stamme nicht ohne eigene
Schuld seinem fr�hzeitigen Ende entgegenging, suchten und fanden zwei feiner Angeh�rigen wieder verwandtschaftlichen
Anschlu� an das Hohenzollerische Geschlecht. Es waren die beiden Vr�der Julius Heinrich und Franz Aarl, ein
Fiirstsnpaar, das, reich begabt und f�r ihre Zeit hochgebildet, aber, leichtfertig und wankelm�tig, sich nicht scheute
� gleich den meisten S�hnen des Herzogs Franz II. � um des eigenen Vorteils willen zum Verr�ter an seinem
cpangelischen Glauben zu werdend
Herzog Julius Heinrich hatte in Wolfenblittel am 59. April 1586 das licht der Welt erblickt, hatte auf der
Universit�t Helmstedt studiert, nahm dann nach vor�bergehendem Aufenthalte in der. schwedischen Armee kaiserliche
Anegsdienste, trat zum katholischen Glauben �ber und wurde �R�n�sch kaiserlicher Majest�t Rriegsrat, Cammerer und
bestallter Gbrister zu Ro� und Fu�".
Seine erste Lhe mit des Grafen Edzard van Gstfriesland Pachter Elisabeth hatte l.62^ der Tod getrennt.
Seine Bem�hungen uni eine zweite Gemahlin blieben lange Zeit erfolglos. Es ist eben das Schicksal des Renegaten,
da� Freund und Feind ihm mit Mi�trauen begegnen und sich h�ufig sogar gegen seine besten Absichten und Pl�ne
ablehnend verhalten. Endlich aber f�hrten ihn Beharrlichkeit und Ausdauer zum erw�nschten Ziel: am 2?.Februar
reichte ihm die verwitwete F�rstin Elisabeth Radziwill die Hand zum Ehebunde.
Elisabeth stammte aus der kinderreichen Familie des Aurf�rsten Johann Georg von Brandenburg. Ihre
2Nutter war jene Askanierin, der wir noch (S. 261, ff.) ausf�hrlich gedenken werden. Noch zu deren tebzeiten begehrte
F�rst Augustus^ von Anhalt, ihr j�ngerer Vruder, die Tochter zur Gemahlin. Vie Heirat zerschlug sich jedoch aus
Gr�nden, die wir nicht kennen. Dann erschien der evangelische F�rst JanuK Radziwill auf dem Plan und bot dem
brandenburgischen �Fr�ulein" Herz und Hand an.
Elisabeth befand sich damals � es war im Dezember 5 6^2 � mit dem Aurf�rsten Johann Sigismund, ihrem
Neffen, und dessen Gemahlin auf der Jagd in den ostpreu�ischen Grenzgebieten. Vei dieser Gelegenheit hat der polnische
F�rst sie kennen gelernt.
wahrend der Aurf�rst der Verlobung nicht abgeneigt war, trat ihr die Aurf�rstin Anna aus politischen und
pers�nlichen Gr�nden und mit dem Hinweis auf die Tatsache entgegen, da� ihre Mutter einst aus �hnlichen Erw�gungen
die Werbung des Vaters des F�rsten Janusius um die Hand einer ihrer T�chter' zur�ckgewiesen habe. Auch die
fr�nkischen Vr�der Elisabeths, die Markgrafen Christian und Joachim Ernst, machten Bedenken geltend und rieten
dem Aurf�rsten, �sich hiermit (mit der Heirat) so geschwinde nit zu �bereilen, in Betrachtung, da� deroselben Hauses
r�putation billig wohl in acht zu nehmen were". Als Johann Sigismund erwiderte: �Das Freulein sei nun ziemlich
> Ihr j�ngerer Vruder, Herzog Franz Albrecht, geb. 9. Nov. ;5y8, suchte anf�nglich sein Gl�ck in schwedische� und kurpf�lzischenDiensten, trat bann in die tigiftische und schlie�lich in die wallensteinsche Armee, vollzog kurz vor der Ichlacht bei l�tzen feinen �ber-
tritt Zur protestantischen Partei, wurde darauf Feldmarschall in kurf�chstschen Diensten, beteiligte sich an der Durchf�hrung der verr�terischen�lfate lvallenfteins und �bernahm endlich als Generalfeldmarschall den Oberbefehl �ber die kaiserliche Armee inder �bedang, geriet aber,
in einem Gefecht bei Schweidnitz verwundet, inschwedische Gefangenschaft und starb am |0. Juni l�<^2 einen ehrlichen Zoldatentod. Auf dem
vielgewandten Abenteurer lastete lange Zeit der schreckliche � allerdings unbegr�ndete � Verdacht, der M�rder des Zchwedenk�mgs Gustav II.
Adolf 311 sein. Auch ward er IC34, als der Teilnahme an de� Mallensteinschen Machenschaften verd�chtig, nebst seinem Vruder Julius Heinrich
in wiener� Neustadt gefangen gesetzt. Doch ergab die bis zum August {655 dauernde Untersuchung keine besonders schwerwiegenden v�r-
dachtsmomente. Siehe v. Duve, Mitteilungen zur n�heren Kuitbe des wichtigsten der Staatsgebiete und Zust�nde der Vewolmer des
Herzogtums tauenburg von der Vorzeit bis zum Schl�sse des Jahres 1651. Ratzebuig (857. S. *7off- � Allg.V.V.7, S. 2?2ff.
�
1 Geb. H.Juli (575 zu Dessau, gest. 22. Aug. 5653 311 pl�hkau; verm�hlt 25. Jan. ;k;8mit Tibylla von Zolms-laubach, geb. w.Oft. (590,
gest. 23. M�rz 165Y 311 Pl�hkau. � * Es handelte sich um die Herzogin ?eonore, die am 2, Nov. ;h�5 die zweite Gemahlin des Kurf�rsten
Joachim Friedrich wurde.
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