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Zwei Gedichte Friedrichs des Großen in deutscher Übertragung

Full text: Zwei Gedichte Friedrichs des Großen in deutscher Übertragung

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Des 33un6s Gef�hrten halt er hundertfach umsponnen,
kohn lockt und Ehrgeiz fie; der Sieg scheint ihm gewonnen.
(Europa sieht er schon im Bann der Vienstbarkeit.
Va wendet sich das Gl�ck, und schnell if( er dereit,
Wie Spanten noch eben,
So heute preiszugeben
Des Kaisers Thron im Waffenstreit.
Ich sah voraus! Und eh' der Vlitzstrahl niederfuhr,
Vegegn' ich dem Verrat auf semer fmstern Spur.
Auf Largis dort in �Dien 1 kann zum Veweis ich zeigen �
Ich scheid' aus Fleurys Vund und aus dem blut'gen Reigen;
Im Kampfe um die Veute
ta� ich Me grimme Meute,
2T�ir ward des Friedens kos zu eigen.
Triebfedern spielten hier, profanem Vlick verh�llt,
Chim�ren wirr und wild, Entw�rfe trugerf�llt.
Ihr armen sterblichen! Als dieser Erde G�tter
In Anbetung verehrt, und doch das Ziel der Sp�tter!
Den L�sterzungen allen
Als Opfer heimgefallen,
Harrt ihr umsonst auf einen Retter.
Eine hier nicht wiedergegebene Schlu�strophe kehrt, wie es dem Jahrhundert gel�ufig ist, zur Anthologie
zur�ck. Das Veispiel Phaethons mag uns warnen vor allzu hohem Flug der Entw�rfe. Die Strophe f�llt aus der
Tendenz des Ganzen heraus, aber sie entspricht Stimmungen und Erw�gungen, die f�r den Augenblick des Vreslauer
Friedensschlusses bezeichnend waren.
ii
Anders als die an viele Voraussetzungen gekn�pfte, an politischen Anspielungen reiche und stark mit Allegorie
und Mythologie durchsetzte Ode von ;?H2 erl�utert sich der Schwank von 4 75? im wesentlichen von selbst. Nur f�r
den Eingang des lustigen St�ckleins mag eine Erinnerung an die Vorg�nge in Regensburg, auf die der Verfasser
anspielt, am Platze sein.
Am 22. August 1?5? hatte Kaiser Franz I. die Zitation an den Kurf�rsten von Brandenburg erlassen, da�
er �innerhalb zwei Monaten nach Insinuir � oder Verk�ndigung dieser Kaiserlichen tadung selbst oder durch einen
gevollm�chtiZten Anwalt an unferm kaiserlichen Hof erscheine, um zu sehen, da� Er, Aurf�rst zu Brandenburg, in
Unsere und des Reiches Acht gesprochen und erkl�ret werde". Mitdem schwierigen Auftrag, diese Zitation zu insinuieren,
war der kaiserliche Notarius Georg-Mathias-Iosevh Avril!in Regensbura betraut worden. Ihm verdanken wir
jenes klassische Protokoll �ber seinen und seiner beiden Zeugen Besuch bei dem brandenburgischen Reichstagsgesandten
von Plotho vom �Nachdem nun hochgedachter Freiherr von plotho die Ntationem realem ein-
gesehen und deren I?orm2li2. ihm zu Gesicht gekommen, hat Se. Excellenz sich anf�nglich entf�rbet und kurz darauf
1Im Original hat der K�nig zu �Fargis ? Vienne" die Anmerkung gegeben : �De Fargis, furet politique dont le Cardinal s'est
servi ? Vienne."
SI*
        
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