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Zwei Gedichte Friedrichs des Großen in deutscher Übertragung

Full text: Zwei Gedichte Friedrichs des Großen in deutscher Übertragung

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Doch horch! wer ruft mie zu? Ich h�re Pallas' Stimme:
�Velehre, kl�re auf fie alle, die die schlimme
Verleumdung hat ber�ckt. Den Trug gilt's aufzudecken.
Das preugenbanner willdie H�lle dir bestecken.
Dein Vaterland zu r�chen,
ka� laut die Wahrheit sprechen,
3a� sie die k�ge niederstrecken."
Du stolzes Gesterreich, wm R�meraar getragen,
In Eisen m�chtest du die armen Deutschen schlagen.
Der Schmied ist schon am Werk, die Sklavenkette droht 1,
Doch anders ordnet es des Schicksals Machtgebot.
Um Hilfe uns zu schaffen,
Steht eine Welt in Waffen;
Ringsum bist du von Glut umloht,
?in altes Erbe war an dein Gebiet gebunden^
Der V�ter Schw�che einst durch Uebermacht entwunden,
Dein Zepter dr�ckte hart das mir selbeigne Tand.
Jedoch der Unschuld Recht lieh St�rke meiner Hand:
F�r Ungarns K�nigin
Fuhr Schlesien dahin
In zweier harten Schlachten Vrand.
Im alte�! K�nigsbau, des touvie f)rachtpalast,
Tr�gt Frankreichs Atlas stark des gro�en Reiches ?aft. 3
Unsterblich ist fein ?etb, die Seele g�ttlich-hell,
Dank Isis und Apoll und dank Machiavel!.
Mit glei�ender Geb�rde
T�uscht Himmel er und Erde,
Der Falschheit unergr�nd'ter Huell.
1 F�r die in den n�chsten f�nf Strophen auf Athenas Gebot enthaltene historische Erz�hlung mu� vorausgeschickt werden, da�
Friedrich hier von einer Geschichtsauffassung ausgebt, die ihm gleichsam inFleisch und Blut �bergegangen war und die sich allgemein kenn-
zeichnen l��t als der damalige Standpunkt des deutschen Protestantismus und der deutschen libert�t, d. h. des landesf�rftlichen Anspruchs
auf Inst�ndigkeit gegen�ber dem AuZgreifen der kaiserlichen Machtf�lle. Don diesem Standpunkt aus erschien ihm der ganze Verlauf der
neueren deutschen Geschichte als ein fortgesetzter Kampf der Reichsft�nde gegen die OergewaltigungZoersuche der Habsburgischen Kaiser.
Nicht nur Karl V. und die Ferdinande, auch seinen �lteren Zeitgenossen, den letzten HabZburgifchen Kaiser, hat Friedrich solcher tyrannischen
Gel�ste geziehen, wie er in der Folge gegen feinen j�ngeren Zeitgenossen Joseph II,diese Anklage wiederholt hat. Unter diesem Gesichts-
punkte erscheint ihm inunserer �be der europ�ische Koalitionskrieg gegen Gefterreich, der sich nebe� anderen Zwecken den gesetzt hat, den
(Erben der �sterreichischen Macht, den Herzog von Lothringen, von dem Kaisertum auZzusch lie�en, als eine bewaffnete Erhebung gegen die
�sterreichischen Anschl�ge auf tats�chliche vererblichung der deutschen Wahlkrone. � a Nachdem so der weite Hintergrund gezeichnet ist,
behandelt diese Strophe den besonderen Streit zwischen �efierreic^ und Preu�en und seine Anl�sse. Hie preu�ischen Anspr�che auf
Schlesien, die Unterdr�ckung der schleichen Protestanten durch die �sterreichische landesherrschaft, die von Friedrich oft hervorgehobene
F�rderung, die feine Sache durch die freudige Zustimmung dieser evangelischen Schlesier erfahren hat, alles bas findet feinen Platz
in vier Zeilen von treffsicherer Pr�gnanz. � a Jetzt erst wird uns die Gestalt vorgef�hrt, gegen welche die �be ihre Spitze richtet,
der neunundachtzigj �hrige Kardinal Fleurf. Es folgt in der n�chsten Strophe die dein Verfasser der Gde stets gegenw�rtige Erinnerung
an Fleurys Untreue gegen die Verb�ndeten von 1?25; ans ihrer Iahl wird hier nur der K�nig von Spanien, ein K�nig f�r brei
genannt: Spaniens damaliges Schicksal scheint Fleury jetzt dem Witteisbachischen Kaiser, f�r dessen Wahl und Krone der IVaffrnbund
Zusammengetreten ist, bereiten zu wollen.
        
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