Path:
Zwei Gedichte Friedrichs des Großen in deutscher Übertragung

Full text: Zwei Gedichte Friedrichs des Großen in deutscher Übertragung

241
Und nun setzt Friedrichs poetische Gegenrede ein mit einen: kr�ftigen Quousque tandem
wie lange noch, sag' an, wird sich die feter dein,
Der Ewigkeit geweiht, f�r Gesterreich entweihn?
Sag' an, welch falscher Gott ergriff dich statt ces wahren?
Als K�mpe fron6efi du der Codier der C�saren!
ward denn in diesem Rausche
Die Ciebe dir zum Causche,
Als die Vernunft dahingefahren?
h�rt ihr den feilen Schw�rm? Gewinnsucht l��t sie schreien.
Schamlose Schw�tzer stnd's, der ?�ge papageien, 1
Dies Hohevriestertum, bestellt von Mammons Gnaden,
verpestet alle Welt mit feinen Gpferfiaden.
Und alle winde eilen.
Die D�fte zu verteilen,
Mit ?ug und Fabeln schwer beladen.
Der p�bel h�ngt am Schein. Leichtfertig allezeit, .
Schwimmt er im breiten Strom der Oberfl�chlichkeit.
Im Spiel der Leidenschaft l��t er dahin sich treiben
Un& wird sich allemal dem Ueberschwang verschreiben.
was gestern hat gegolten,
wird heute schon gescholten �
Der Tadel aber wird dir bleiben.
Ich ruf' euch, Richelieu! Don Haro!^ gro�e Seelen!
Hellt auf, was Nacht und Graun bedecken und verhehlen.
La�t dringen unfern Vlick bis in die Herzensfalten
Der M�nner, welche heut an eurer Stelle walten.
lagt unser Auge schauen,
Was eure J�nger brauen
Und was sie tief verborgen halten.
Schon hat dm Mann des Trugs 5 mit ihrer sichern Hand
Die Wahrheit zum Gericht aus Nacht hervorgebannt,
wie t�uschte uns das Vlld, das sich von au�en botl
wer unterdr�ckt erschien, erweist sich als Despot;
Entlarvt wird der Verbrecher,
Der eben noch mit frecher
Gewalt &te Unschuld hat bedroht.
1 von Voltaire, dem robredner der K�nigin von Ungarn, geht die Ode unoermittelt �ber auf die Verbreiter tr�ber Runde und
die M�nzer schiefer Urteile, die Journalisten. Ute Presse hatte w�hrend d� Ersten 5chlesischen Krieges da, wo sie zu jenen Zeiten bereits
gr��ere Vewegungsfreiheit besa�, d.h. in Holland, England und in einzelnen deutschen Reichsst�dten, gegen Preu�en �berwiegend eine
feindselige Haltung eingenommen und f�r die Verbreitung von Nachrichten, Urteilen und Stimmungen sich der offizi�sen Pre�propaganda
der gegnerischen Kabinette zur Verf�gung gestellt. � " von der urteilslofett und zum Urteil nicht berufenen Menge beruft sich der Dichter
auf die Wissenden, auf die gro�en Staatsm�nner des vorangegangenen Jahrhunderts.
�
8 Die Entlarvung des Verbrechens erfolgt zun�chst
nur allegorisch, ohne da� der Mann des Trugs, der Fourbe politique, mit Namen genannt wird.
yohc,iH0!lecn.^hrl?�ch 19U- 5;
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.