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Friedrich der Große als Bauherr

Full text: Friedrich der Große als Bauherr

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mit den Arbeiten Nahls im Potsdamer Stadtschlo� unzweifelhaft, da� dieser A�nstler der geistige Vater der Dekoration
dieses Raumes ist und da� seine Entw�rfe den Ausf�hrungen der genannten beiden Vildhaucr zugrunde gelegen haben.
Die Ausf�hrung der INodeUe in feuervergoldeter Vronze mit Ausnahme der von Giese ganz und gar hergestellten
Reliefs lag in den H�nden des Potsdamer Goldschmiedes Aelly und stellt seiner hohen Bef�higung f�r die Ausf�hrung
derartiger Arbeiten das beste Zeugnis aus.
Line kleine Galerie f�hrt von dem Aorridor vor Schlafzimmer und Bibliothek wieder zu dem Vorsaal des
Schlosses. Der schmale langgestreckte Raum wirkt fast �berreich dekoriert durch die Aamine, die reichen Schnitzereien
an T�ren und Supraporten, den Stuck der Vecke, die Postamente mit V�sten und antiken Figuren, die Ronsolen mit
Mei�ener porzellanvascn und dann auch durch die zahlreichen auf der den Fenstern gegen�berliegenden Wand placierten
Gem�lde, fast ausschlie�lich von Watteau, kancret und Pater gemalt, (vgl. die Abbildung S. 25^.)
Auf der andern Seite des Marmorsaales liegen die f�r die G�ste des A�nigs bestimmten Zimmer mit sehr
viel einfacherer Ausstattung, aber zahlreichen Gem�lden. Das Mobiliar ist unter A�nig Friedrich-Wilhelm IV., der
diese Zirnmer mit der A�nigin Elisabeth bewohnte und der auch hier gestorben ist, fast v�llig ver�ndert, aber die
Gem�lde sind, abgesehen von einigen sp�teren Hmzuf�gungen , fast unber�hrt geblieben. Durch seine Dekorier�ng
bemerkenswert ist der letzte Raum, dessen get�felte w�nde mit von Hovvenhauvt d. I.geschnitzten und naturalistisch
bemalten Tieren, Fr�chten und Blumen bedeckt sind. (vgl. die Abbildung S. 232.) Nach der Tradition hat Voltaire
diesen Raum bei seiner Anwesenheit in Sanssouci bewohnt.
von entscheidender Wichtigkeit f�r das Verst�ndnis der Art und Weise, wie Friedrich seine Vauangelegsnhciten
und Vaumeister behandelte, ist die Tatsache, da� der Ronig bei seinen Entscheidungen auf diesem Gebiete nicht zu-
f�lligen Einfl�ssen folgte, sondern ihnen von ihm eigenh�ndig ausgearbeitete eingehende Finanzpl�ne zugrunde legte.
Aus Grundlage der ihm zu seinen w�nschen eingereichten Veranschlagungen arbeitete der A�nig in jedem Jahre eiu
SpezialProgramm aus, in dem er Einnahme und Ausgabe f�r seine Bauten und was mit ihnen zusammenhing sorg-
f�ltig feststellte. Es haben sich im Geheimen Staatsarchiv und im K�niglichen hausarchir� eine ganze Anzahl derartiger
Finanzprogramme erhalten, von denen ich ein solches f�r das Jahr hier in Faksimile als Probe wiedergebe':
�Tout ce que je fais faire L'an 1745.
La Maison du jardin. 2 pey� 60000 ecus,
Mois de Novembre � 30 000 ]tout de la frize 3 et le Reste ? 30000
pour l'an�e qui Vient
2 chambres ? Potzdam 4 15 000 ecus. j'ai pey� 6000 ecus. Reste ? 9000 de mon
argent de Mois
Le corde garde 5 13,000 ecus je le dois en entier
Les Deux Colonades et. la
Muraille et les Statues. 0 j'ai pey� presque tout mais
je ... Reste 2 5.OOO ecus
que je peye du reste
des �bersch��en
Je fais changer mes chambres
? berlin . . 9000 ecu� pey� 2000. Reste 7000 de mon argen
de mois
1 Geheimes Staatsarchiv.
�
a La maison du jardiu ist schlo� Sanssouci; bas folgende pey� ist sp�terer Zusatz. �
"
�taut de
la frize� soll hei�en, da� Friedrich die betreff en Ausgaben aus den Einnahmen von Friesland bezahlen will.
� * Das Itadtschlo� zu
Potsdam.
�
B Ausbau der Wcichtlokale links und rechts vom Hauptportal de- 3tadtfchlosseZ su Potsdam.
�
9 Die beiden Kolonnaden des
5*a�tfc^Ioffes und die de� lustgarten nach der Breiten Ztra�e 311 abschlie�ende Mauer mit Rindergruppen und Vasen, die erst 5746 fertig wurde.
floiftrtj�lirrn�3nlj(l�u* 1911. 30
        
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