Path:
Friedrich der Große als Bauherr

Full text: Friedrich der Große als Bauherr

227
war, und sp�ter von Friedrich beim Neuen Palais ebenfalls so eingerichtet wurde. Da� diese Ucbertragung dcr
urspr�nglich f�r das antike tandhuus aufgestellten Grunds�tze trotz mehrfacher Umwandlungen f�r unser nordisches
Alima manche Unzutr�glich keilen im Gefolge hat, ist Friedrich auch gewi� mit der Zeit klar geworden, aber an und
f�r sich huldigte er bei seinen Anordnungen der Mode und den� Fortschritt, w�hrend seine Vaubeamten r�ckst�ndig
und eigensinnig waren, denn sie h�tten 2Nittel und Wege finden m�ssen, die Erf�llung der W�nsche des A�nigs in
zweckentsprechender und zugleich praktischer Form zu erm�glichen.
Vis zunl November kam das Schl��chen bereits unter Dach, und blieb f�r das Aeu�ere noch die
Herstellung der Vildhauerarbeiten sowie die Versetzung der Balustrade mit ihrem Skulpturenschmuck �brig. Ebenso
wurde der Bau der Aoloimade im n�chsten Jahre begonnen, aber erst beendet. An der Vorderfront des Schlosses
mit ihrer durch Ailaster streng gegliederten Front sowie an der Aolonnade mit ihren 96 gekuppelten kannelierten
S�ulen erkennen wir die ma�volle feinf�hlige Hand Knobclsdovffs und in der Aolonnade die r�on Friedrich gepflegte
Erinnerung an das Rheinsberger Vorbild, hatte er doch in seinem oben erw�hnten Entw�rfe f�r die Aolonnaoe
Durchschnitt duich t?ltlflfjilttnietmib Meine !?i,!erie in Schlo� Sanssouci. Zeichnung von Hess� lg50 im I?olie�3�Uftii Museum
daneben geschrieben: ,,calonaclc canelcc corinticn mais le reste corne ? Rheinsberg." Critt uns in dieser i>or^
nehmen, ruhigen, klassischen Front mit ihrem runden, durch die Aolonnade eingefa�ten Ehrenhof die der Zufahrts
stra�e zugewendete Zeremonialseite des Geb�udes entgegen, so herrscht auf der Gartenseite das �ppigste �berm�tige
Varock. Hier ist ein toller Vacchantenzug von zahlreichen als pilafter das Dach tragenden Nymphen, Satyrn und
Faunen aus dem Stein gehauen, die uns einerseits lebhaft an die Au�enfigurcn des Dresdener Zwingers, anderer-
seits an die Erz�hlung von Vielfeld erinnern, da� Friedrich f�r Rheinsberg inmitten eines Labyrinths den Bau eines
Vacchustempels plante, bei dem zw�lf Satyrn von kolossaler Gr��e als S�ulen dienen und eine umgekehrte f)unsch^
bowle tragen sollen, die die Kuppel bildete. l)ier tritt die urspr�ngliche Vestimmung des Schl��chens als Weinbergs^
Haus in den Gestalten dieser weinfrohen, mit Reben, Fr�chten und Blumen geschm�ckten Gesellschaft deutlich zutage.
Hat Friedrich doch in den ersten fahren von Sansfouci nur als von seinem Weinberg gesprochen, und sind 5. V. die
B�cher seiner dortigen Bibliothek auf dem Einband mit einem V (vigne) bezeichnet. Erst im kaufe der Zeit hat der
\7^6 a� der Gartenfront angebrachte Name Sanssouci den urspr�nglichen verdr�ngt. (Abb. Seite 2^7 und 222.)
von dem durch die Kolonnaden gebildeten Ehrenhof tritt man durch den Hauptcingang direkt in den
Vorsaal des Schlosses, aus dem gradezu eine C�r in den 2Narmorsaal, links eine solche in die kleine Galerie f�hrt,
die eine direkte Verbindung zwischen dem Vorsaal, dem Schlafzimmer und der Bibliothek des A�nigs sowie zu den
29*
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.