Publication:
1911
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-3359
Path:
223
bei der Benutzung des korinthischen Stiles nicht blo� den allgemein vorgeschriebenen Regeln gefolgt sei, sondern da� er
sich bem�ht habe, die aus der Gesamtheit des Geb�udes entspringenden Proportionen festzustellen und zur Anwendung
zu bringen. In der entsprechenden Zeichnung gibt der Architekt dann auch Rechenschaft von den gewonnenen Resultaten
bei Berechnung der Gr��e eines jeden Teiles der Jaulen und des Geb�lkes. Und auch von der S�ulenhalle der
Vorderfront gibt er detaillierte Zeichnungen, da die im Vergleich zu dem in Italien �blichen Steinmaterial geringere
Tragkraft der hier verwendeten Steine eigenartige Ronstruktionen notwendig gemacht h�tte. In dem au�erordentlich
reichen Skulpturenschmuck der Au�enseiten herrscht ausschlie�lich der antike Ideenkreis, die moderne Aunst der V�hns
erf�hrt an keiner Stelle des ganzen Geb�udes irgendeine Verherrlichung, die unz�hligen Statuen und Reliefs bilden
nur die weitere Illustnerung der Inschrift an der Vorderseite: et Klu�5.
Auf die Benutzung des Geb�udes durch Friedrich kann ich hier nicht naher eingehen, dar�ber l��t sich allein
ein dickes Vuch schreiben. Ich begn�ge mich damit, hier dem k�niglichen Autor selber das Wort zu geben, der in
einer an seinen Intendanten Sweerts gerichteten Epistel �sur les plaisirs" vom 25. August sein Opernhaus wie
folgt beschreibt':
�Cherchez m�ditez-vous un spectacle nouveau,
Allez ? ce palais enchanteur et magique
O? l'optique, la danse et l'art de la musique
De cent plaisirs divers ne forment qu'un plaisir;
Ce spectacle est de tous celui qu'il faut choisir.
C'est l? que l'Astrua 3 par son gosier agile
Enchante �galement et la cour et la ville,
Et que F�licino a par des sons plus touchants
Sait �mouvoir les c?urs au gr� de ses accents;
C'est l? que Marianne 4, �gale ? Terpstchore,
Entend tous ces bravos dont le public l'honore;
Ses pas �tudi�s, ses airs luxurieux,
Tout incite aux d�sirs nos sens somptueux."
Mit Friedrichs des Gro�en Namen in engsten, Zusammenhange steht sein tteblingssitz, �as Schlo� Sanssouci
inPotsdam, und dieser Vorliebe des A�nigs verdanken wir es, da� dieses Schl��chen auf der Spitze eines in Terrassen
geteilten H�gels zu einem Nationalheiligtum geworden ist, zu dem ein gro�er Teil des Verlin durchflutenden Fremden-
stromes in erster kinie wallfahrt. Hat auch der Zugang zum Schlosse durch den f�ark sein friderizianisches Gepr�ge
zum gro�en Teil verloren, geh�rt schon ein kundiges Auge dazu, um im f)arke die Erinnerungen an die Zeit seines
Sch�pfers von den sp�teren Zutaten zu sondern, das Schlo� selber und der Aufgang �ber die Terrassen haben im
wesentlichen ihre urspr�ngliche Erscheinung behalten; hier atmet noch der Geist des Gro�en A�nigs, des Philosophen
von Sanssouci, der hier in einsamer Gr��e den gro�en Teil seiner Tage zugebracht und auch sein (eben beschlo�. Vie
Innenr�ume des Schlosses haben durch sp�tere Vewohnungen namentlich in der Ausstattung manche Aenderungen
erfahren, v�llig zerst�rt ist aber nur das Schlafzimmer, das R�mg Friedrich-Wilhelm II. noch in, Todesjahrs des
Gro�en K�nigs g�nzlich neu herstellen lie�. Hier ist nichts geblieben, was aus der Zeit stammt, in der Friedrich
zwischen diesen Alanden lebte und starb, als der Marmor-Aamin. Die dort angebrachten Vilder und die St�cke der
Einrichtung sind erst als Andenken an Friedrich den Gro�en vor nicht zu langer Zeit in dem Raum untergebracht
worden. Abbildungen oder Beschreibungen des urspr�nglichen Raumes waren bisher nur in sehr unzul�nglicher Form
1 ?uvres, Vd. X, 5. 168.
�
4 (Bioeanna Aftrua, (Dpentf&itgerm von ;?4?� (75? in 8er(in. � * Jelicitto Salim&eni,
(7^4-1790 in Betlitt.
� * Marianne �Codais, TAnZerin, Zchwester der Schauspielerin Vabette, die den Marquis �^rgens heiratete.
                            
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