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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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Die ihm obliegende� Verpflichtungen erledigte er anfangs durchaus nach den W�nschen des K�nigs, was dieser gern
anerkannte: �IIest un bon gar�on. Son exactitude et le d�sir qu'il a d'?tre utile, le rendent estimable" sAn
Marquise du Ch�telet am 29, Januar \73$), uno auch Voltaire schreibt, der K�nig werde wohl mit den Empfehlungen
und Lieferungen ?T�?ieriots zufrieden fein und bezeichnet ihn gelegentlich als sicheren Vermittler f�r Sendungen 1, ohne
ein anderes !Nal ihm den Vorwurf der Indiskretion zu ersparend Er sei allerdings bisweilen mit einer Trompete
zu vergleichen, aber auch mit einer (Trompet� des Ruhmes seines Auftraggebers^ Sp�terhin wurde der K�nig recht
unzufrieden mit seinen Leistungen. So schreibt er am 2<$. Mai an Darget nach pari�, er solle ihm Ausgaben
der Memoiren des Chevalier Temple, den Briefwechsel des Karbinals D'Vssat, die Kommentarien C�fars und das
Dictionnaire de l'Acad�mie fran�aise schicken, und f�gt hinzu: �Je d�sire que cette commission soit bien soign�e.
Quand je d�mande un livre, j'entends qu'on doit me l'envoyer en choisissant la plus belle, la plus correcte et
la plus pr�cieuse �dition. Cela est clair, cela est simple; iln'y a que les Thieriots qui ne le comprennent pas."
Da� der K�nig auf gute, handliche Ausgaben gro�en wert legte, geht vielfach aus seiner Aorrespondenz mit Chieriot
hervor. Darum lie� er sich auch von der togik und Metaphysik von Vayle und vom Horaz und (Ddi6 Handausgaben
drucken. ?s war sicherlich nicht Thieriots Schuld, wenn er nach dem Siebenj�hrigen Ariege � vierzig Jahre lang
dauerten Friedrichs Beziehungen zu ihm � den K�nig nicht mehr befriedigen konnte. Ver Hauptgrund daf�r lag in
dem von Friedrich so oft bedauerten R�ckgang der franz�sischen Literatur, die ihm in ihren neueren Erscheinungen
gar nicht mehr behagen wollte. Das muffen wir in R�cksicht ziehen, wenn wir h�ren, wie der K�nig an d'Alembert
in dem schon zitierten Briefe schreibt: �IIbaissait notablement, ses feuilles �taient st�riles et ne contenaient rien
de piquant ni d'amusant." Und wenn der K�nig zuerst auch beabsichtigt hatte, durch d'Alemberts Vermittlung einen
Ersatz f�r den am 23. November (772 verstorbenen Thieriot" zu erhalten, so lie� er den Gedanken doch bald wieder
fallen, weil nichts mehr erscheine, was ihm Freude mache. (Vrief an d'Alembert vom h. Dezember 4 772.) �Si vous
�tiez jeune" schreibt er am \6, Januar resigniert an Voltaires �je prendrais des Grimm, des La Harpe et
tout ce qu'il y a de mieux ? Paris, pour m'envoyer vos ouvrages; mais tout ce que Thieriot m'a marqu� dans
ses feuilles ne valait pas la peine d'?tre lu, a l'exception de la belle traduction des G�orgiques," 6 Es lassen
sich nicht alle von Thienot geschickten, vom K�nig in seinen Korrefponben^eu genannten und in den Schatullrechnungen
aufgef�hrten V�cher in den Vibliotheken nachweisen. Vermutlich sind bas solche, die der K�nig an Me gro�e
K�nigliche Bibliothek abgegeben 7 ober sonst verschenkt hat. Da� letzteres in gr��erem Ma�stabe geschehen ist, zeigt
uns der imk�niglichen Hausarchw vorhandene Auktionskatalog der V�chersammlung von de Catt, die im Mai 5 825
in Berlin versteigert wurde. 3n diesem sind eine sehr gro�e Menge von B��ern aufgef�hrt mit der Bemerkung:
�?in Geschenk von Friedrich II." Db ein solches jedesmal durch den Vuchaufdruck oder nur durch den Vucheinband
kenntlich war, l��t sich nicht ersehen. Der Katalog umfa�t gegen H000 V�nde. Uebrigens spricht de Catt gelegent-
lich von einen� solchem B�chergeschenk, das er im Winterquartier in Freiberg erhielt. 8
Die V�cher des K�nigs sind fast alle ingutem Zustande erhalten. Nur wenige machen den Lindruck, als waren
sie stark benutzt, so im Stadtschlo� die vom K�nig veranla�t� Ausgabe des Horaz in der Uebersetzung von Sanadon J7^7
(P der erste Band einer kucrez-Ausgabe mit Anmerkungen pont Baron de Coutures, paris J692 (P die
pr^arfalica des luc-an in der Uebersetzung von Brebeuf, paris (P \S6a), die Lettres persanes von Montes-
quieu III�d. Banbl und Ve �d. Band I.II, Amsterdam 4730 resp. ;7H0 (P 275, 276), der von Friedrich ver-
anlaste Extrait du dictionnaire de Bayle I.II, Berlin H765, (V 5), Bernier, Th�ologie portative ou diction-
naire abr�g� de la religion chr�tienne, Londres 1768 (V 26), Boffuets Receuil des oraisons fun?bres in der Pariser
Ausgabe von \7$3 (V HO), Racine, ?uvres, Antsterdam und Leipzig \75O, I.II(V Voileau, ?uvres avec
1Roser-D roysen, Nriefmechsel Friedrichs des Gro�en mit Voltaire I. 3tvd^�o'publifationen ai, S. 23, 35.
� " A.a. �., 5. 128.
�
' 21. a. �., S. ?5G- *�
* Vgl.das Gedicht Friedrichs auf �Hhieriots Tod. Kofcr-DtOYfcn, Vriefwechfel Friedrichs des Gro�en mit VoltaireIII.
Archiv.Publikationen 86, S. 256.
� � A.a. �., 5. 255, � � Von Jacques Delille. H76
    
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