Path:
Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

184
zwang ihn diese Art der Verarbeitung de5 geistig Genossenen zu einer Beschr�nkung; ohne Mes h�tte er, wie er selbst
gesteht, leicht zu viel gelesen. Erhalten sind diese schriftlichen Aufzeichnungen nicht. Zu dem Auszug aus der Airchen-
geschichte von Fleur�, der unter dem Titel �Abr�g� de l'histoire eccl�siastique de Fleury, traduit de l'Anglois
Berne" (Berlin) 766 in zwei B�nden erschien, hat der K�nig nur die Vorrede gemacht. Den �Extrait du diction-
naire historique et critique de Bayle, divis� en deux volumes avec une pr�face, Berlin \765'S hat er zwar
selbst gemacht, nachtr�glich aber, wie aus seinem Brief an Voltaire vom 25. November \765 hervorgeht, verworfen,
da er ihm nicht gefiel. Die neue Ausgabe wurde nach des K�nigs Idee vom Marquis d'Argens umge�ndert l
und 5?6K gedruckt; sie erschien \767. Nach einem Briefe der Markgr�fin von Bayreuth an Voltaire vom \2. Juni J752
hatte ihr Brubcr schon imJahre l?�O die Absicht, einen �Esprit de Bayle", also einen Extrakt aus seinen Werken
schreiben zu lassend Die vom K�nig veranlagte Ausgabe diente ihm zu handlicherem Gebrauch und schnellerer
Information, bann aber auch durch die Erm�glichung eines billigeren Preises einer allgemeineren Verbreitung. (Brief
an den Prinzen Heinrich vom 29. April \76^.) vielfach wird angenommen, da� der K�nig Randbemerkungen oder
andere Notizen in seinen B�chern gemacht habe. Der Gedanke liegt bei einem ?efer, wie es Friedrich der Gro�e war,
bei jemandem, der sich immer inein pers�nliches Verh�ltnis zu dein Schriftsteller setzte, den er gerade vorhatte, sehr nahe.
Dennoch beruht die Annahme auf einen� Irrtum und hat ihren �u�eren Grund vielleicht darin, da� es ein Exemplar pou
MonlesquieuZ Consid�rations sur les causes de la grandeur des Romains et de leur d�cadence in der Bibliothek des
K�nigs im Potsdamer Stadtschlo� gegeben hat, das er mit Randnoten versehen und das Napoleon imJahre (806 mit
nach paris genommen hat. Dieser lie� sich bei der Besichtigung des Schlosses auch die B�cherschr�nke des K�nigs auf*
schlie�en, nahm einen 23an6 seiner Werke heraus und zeigte ihn seinen Generalen. Auch den Katalog lie� er sich zeigen.
Aus der Vibliothek des Neuen Palais wurden, wie ein vom Kaftellan Reichenbach aufgestelltes Verzeichnis aller von der
Kaiserlichen Commission dort ausgef�hrter Gegenst�nde ergibt, die drei V�nde der ?uvres du philosophe de Sanssouci,
von denen Band IIund IIIvon Voltaire durchkorrigiert waren, und zwei Manuskripte, die �loge de M. de la Mettrie
und der Essai sur les formes du gouvernement et sur les devoirs des souverains nach Paris mitgenommen. Die
B�nde der ?uvres du philosophe de Sanssouci mit den Korrefturen Voltaires befinden sich jetzt im Hohenzollern-
Il?ufeum, BandIin der KgLHausbibliolhek zu Berlin, weiteres �ber die Beraubungen der Bibliotheken in den Pots-
damer Schl�ssern ergibt die Pr�face envoy�e de Berlin vor Les conseils du tr�ne, donn�s par Fr�d�ric II,dit le
Grand .. publi�s par P. R. Anguis, parts J823, S. XII, XIII.3 Unter den hier aufgef�hrten acht B�chern und Hand-
schriften � sie decken sich zum Teil mit den vom Kaftellan Reichenbach aufgef�hrten; das von Droysen unter Nr. 8
aufgef�hrte St�ck d�rfte die Eloge auf de la Mettrie fein � befindet sich nun auch ein k)inweis auf die Consid�rations
von Montesquieu, ohne eine Notiz dar�ber, da� der Band Anmerkungen des K�nigs enth�lt. 2T�enepal erz�hlt in seinen
Souvenirs historiques (3, J60), er habe dem Kaifer das Buch gezeigt, und dieser habe es in seiner Bibliothek behalten.
F�lschlich bezeichnet er es als ein der Bibliothek in Sanssouci entnommenes Buch; das von ihm erw�hnte Signum ?
weist es in die Bibliothek des Stadtschlosses in Potsdam. Aus des Kaifers Bibliothek entlieh es Talleyrand, ohne es
wieder zur�ckzugeben. So ist es verschollen geblieben. Dadurch, da� im Jahre 5358 ein franz�sischer V�cherliebhaber,
Chassant, eine Ausgabe der Consid�rations mit Randbemerkungen fand, die eine Notiz als Abschriften der originalen
Bemerkungen des K�nigs bezeichnete, sind uns diese erhalten geblieben. Sp�ter fand sich bann noch ein anderes
solches Exemplar in der Bibliothek des Institut de France. 4 Wie aus dem van de 
    
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.