Path:
Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

168
Lekt�re und Vibliotbeken Friedrichs des Gro�en
Don
Vogdan Nrieger
l
*vfr cn'5� F�rsten haben die geistige Vildung als Grundlage t�chtigen K�nnens und wirksamen Schaffens h�her ein*
gesch�tzt als Friedrich der Gro�e. 3m Gegensatz zu der heuligen Anschauung � ich leugne nicht, fie hat sich uns
aufgezwungen �, die in die Zeit 605 Lernens und der Aneignung einer allgemeinen Vildung 511111 �Tetl schon die
Vorbereitung f�r den spateren Beruf legt, stand er auf dem Standpunkte, da� man die Jugend in erster n'2 arbeiten
und denken lehren m�sse. Dann werde sie den Anforderungen des Gebens an jeder Stelle gerecht werden k�nnen.
�!Das zur Aufkl�rung des Geistes, zur Dervollkoinmnung der Urteilskraft und zur Erweiterung der Sph�re der
Aenntnisse dient, bildet gewi� Teute, die 511 allen F�chern taugen," hei�t es in der Tobrede auf 3 an - Allerdings
haben heute die Vildungsmittel, die �instrument.-i ingenii", einen solchen Nmfang angenommen, da� sie alle anzuwenden
ohne �bergro�e Belastung oder wirkungslose Zersplitterung nicht mehr m�glich ist. Notgedrungen mu�te man des
wegen zu einer Spezialisierung der auf Beruf und T�tigkeit vorbereitenden Arbeit kommen. Als l^aruad* einmal
unsere drei zur Vorbereitung f�r das Nniversit�tssludium gleichberechtigten h�heren Lehranstalten mit den drei Ringen
Lessings verglich und jedem davon seine Vcdeutung zuerkannte, w�hlte er f�r fiel? den die humanistische Vorbildung
symbolisierenden Reif. Friedrich der Gro�e hatte noch keine Wahl. Ihm blieb daher auch die Zersplitterung und
damit die f�r einen heute einigerma�en nach Universalit�t strebenden Menschen unvermeidliche Nnbefriedigung erspart.
Erspart blieben ihm auch Surrogatbildungsmittel von der Art, wie sie aus dem kaum noch erf�llbaren Bestreben,
die Gesamtheit der heutigen Kultur und ihrer Vedingnisse zu erfassen, entstanden sind, Vildungsmittel wie Schriften
mit Titeln: �was mu� der Gebildete voni Griechischen wissen?" und �XDas mu� der Gebildete von der Elektrizit�t
wissen?" Vie Kenutniffe, die sich jemand aus solchen Schriften erwirbt, sind aufgepfropfte, aber nicht genuitiv erworbene
Anmerkung, lieber dem Titel: (Titelvignette tins l'Art �le la guerre, chant I, Seite 7>$\ der ?uvres du philosophe de Sans
souci 1752, Radierung l'on (*5.F. Schmidt.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.