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Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

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Infolge der ver�nderten Nnist�nde am Petersburger l)ofe konnte Karoline pou
den Ratschl�gen Friedrichs und des Prinzen Heinrich keinen Gebrauch machen.' Als sie
baron sprach, kurz nach der Hochzeit ihrer Tochter, die auf den il). Oftober angesetzt war,
Petersburg zu verlassen, da meinte der "K�nig, sie eile abzureisen, bevor das Unwetter,
das da unten sich zusammenz�ge, losbr�che. Er versprach sich die F�lle der Neuigkeiten
von ihr; aus ihnen wollte er ermessen, �ob man Grlow Weihrauch streuen m�sse oder ob
Graf pauiit sich behaupten werde"."
Seine Erwartung ward nicht betrogen. Am 2H. November langte die ?au6gr�fin
wiederum in potsoani an s, am 26. konnte der K�nig dem Prinzen Heinrich berichten: sie
habe ihn vollst�ndig �ber den Aredit 605 Grafen panin beruhigt 4; fie behaupte sogar,
er w�rde sich mit Vrlow auss�hnen k�nnen, sobald er die Hand dazu b�te. �was mir
gro�es Vergn�gen niacht," fuhr er dann w�rtlich fort, �die Aaiserin hat mir die ver^
kindlichsten Versicherungen geben lassen, da� fie unver�nderlich mit uns auf demselben
Allianzfu� bleiben will. Vas war im h�chsten (Nrade f�r das Ivohl dieses Landes zu
w�nschen, und daf�r bin ich also sehr dankbar." ?r war damit, wie er am 7. Dezember
nochmals best�tigt, vollst�ndig beruhigt. 3m besonderen dankte er dann noch der Kaiserin
Katharina f�r die an Caroline mitgegebenen Auftr�ge, die, wie er sagte, nicht angenehmer
f�r ihn halten sein f�nneu. r'
Auf diese politischen bezieht sich wohl zum Cei! wenigstens die
Aeu�erunZ der Tandgr�fin, da� der A�nig sie �nicht schlecht �ber ihren Aufenthalt in
Ru�land ausfrage".^ Aber Friedrich best�tigt auch seinerseits, da� sie im kobe der Kaiserin
und alles dessen, was Aatharina Sch�nes und N�tzliches gestiftet habe, �unersch�pflich"
gewesen sei. seufzend beschlo� er seinen Vericht an Freund d'Alembert in Paris: das
gen�sse man alles, wenn man reise; sie beide aber, die �wie Ratten im Aellerloch" lebten,
m��ten sich an m�ndlichen Erz�hlungen gen�gen lassend
Auf diesen Vcsnch der Tandgr�sin fielen indessen schon dunkle schatten, w�hrend
der Reise hatte sie sich in Riga eine schwere Erk�ltung zugezogen, die sie nicht verlie�.
3er A�nig inahnte sie in warmer Teilnahme, alles zu tun, damit nicht eine Lungen-
entz�ndung zum Ausbruch k�me. �Es w�re sehr traurig," schrieb er ihr am 5. Dezembers
�wenn nach der glorreichen Vollendung Ihrer Reise ein pl�tzliches Ungl�ck 5ie der Freude
beraubte, es zu genie�en, m�ssen sich, liebe (andgr�ftn, f�r Ihre Familie erhalten,
die Ihrer bedarf, und f�r Ihre Freunde, die 3ie achten und verehren." Auf zwei Cage
ging sie nach Berlin; als sie am 7. von dort nach Potsdam zur�ckkehrte, war sie zu schwach,
um die Treppen zu steigen; sie mu�te sich tragen lassen." Mit ernster Sorge sprach sich
Friedrich zum Prinzen Heinrichs �ber ihre Gesundheit aus, der Hoffnung Raum gebend,
da� ihr �guter Genius" sie erhalte. Vbwohl ihr Zustand sich nicht besserte, trat sie am
die R�ckreise an. Es verlangte sie heimw�rts; sie erkl�rte, nicht eher Ruhe finden zu k�nnen.
1 vgl. p. ?. 24, 505. 24!; iralt^crl, 64- 
    
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