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Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

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Provinzen mit der Republik pofcit noch andauerten, w�nschte er alles zu vermeiden, was 311 einer Verstimmung des
Wiener Hofes Anla� aeben konnte. �Karoline lie� es sich gesagt sein. �Diese Antwort hat mir gen�gt", so
erkl�rt sie, �Seine Majest�t wird sich also vor dieser Epoche auf nichts einlassen, und das ist verst�ndlich. Unn�tze
Fragen und Bitten haben hier zu kande kein Gl�ck/"
Am 59. Mai siedelte �die Varm st�dtische Kolonie" nach Verlin �ber, un, hier die Nachricht von der Ankunft
der russischen 3chifse in k�beck abzuwarten, wiederum sind es die milit�rischen Schauspiele, die Aaroline stark fesseln.
Es war die Zeit der Fr�hjahrs revu en. Wie schon in Potsdam, wo sie den Voden eines im freien Felde stehenden
Hauses zu ihrem Veobachtungsposten erw�hlt hatte, wohnte sie mit ihren T�chtern der Heerschau in Verlin bei; fast
30000 Alan� waren hier versammelt, die, wie sie stolz erz�hlt, vor ihrer Aarosse defilierten. Line besondere Genug-
tuung bereitete ihr das wiedersehen mit dem Regiment Wunsch, dem einstigen Regiments ihres Gatten; sie Hab� �vor
Freude gezittert", schreibt sie, als es vorbeizog, und sie habe viele von den Gffizieren und sogar von den Unteroffizieren
wiedererkannt, obwohl sie recht alt geworden seien, aber auch diese h�tten sie �mit freundlicher 2Niene" betrachtet.
Endlich fehlte sie auch nicht bei den auf die Revuen folgenden Man�ver�bmigcn, von denen sie ihrem Gemahl eine
sachkundige Schilderung entwirft. Zwei Feldj�ger, die Prinz Heinrich ihr mitgegeben, hatten sie geleitet, wegen der
Aavallerieattacken gefiel ihr am meisten der letzte Man�vertag; dort, am 23. Mai, sah sie auch Friedrich zum letzten
Male vor ihrer Abreise: �Als alles vor�ber war, erwies der A�nig mir die Ehre und kam an meine Aarosfe, sprach
einen Augenblick mit mir und begab sich darauf nach Potsdam." Als sie dann am 35. ihren bevorstehenden Aufbruch
ihn: anzeigte, sandle er ihr schriftlich seine Abschiedsgr��e und seine w�nsche, �da� das Meer ruhig und g�nstig sei,
da� Amphitrite die erlauchte k�st, die sie tragen solle, respcctiere, da� Zeph-yr allein es wage, w�hrend ihrer Ueberfahrt
zu wehen, und da� sie bei ihrer Ankunft in Petersburg alles Gl�ck finde, das er aufrichtig ihr g�nne." 2
Am H.Iuni hatte die kandgr�fin Verlin verlassen. Am 26. fand ihre erste Vegegnung mit der Kaiserin
Aatharma statt, die in Gatschina, dem tandgut ihres G�nstlings, des F�rsten Gregor Vrlow, sie erwartete. Als sie
gemeinsam die Reise nach Zarskoe 3elo fortsetzten, kam ihnen auf dem Wege Gro�f�rst Paul entgegen. �Va, Sire,"
so bekennt Aaroline dem A�nig am 2?., �sah ich noch verlegener aus als meine T�chter"; sie habe diese ersten
Augenblicke gef�rchtet und sei froh, sie hinter sich zu haben. In einer Nachschrift vom 29. konnte sie melden, da�
die Wahl auf ihre Tochter wilhelmine gefallen sei. Ae werde auf den: Gipfel ihrer W�nfche sein, erwiderte ihr
Friedrich, und die Anstrengungen der langen Reise und die Gefahren der Seefahrt dar�ber vergessend Als er seinem
Vruder, dem Prinzen Heinrich, von diesem Ausgang Mitteilung machte^, beleuchtete er noch einmal die politische
Tragweite dieses Ereignisses: Nicht f�r die Gegenwart, aber f�r k�nftige Zeiten sei es von Bedeutung, wo eine
Schwester der Prinzessin von Preu�en vielen Einfiu� auf die Politik jenes tandes gewinnen und wo die Nachwelt,
ginge es nach seinem Wunsche, sich niemals wieder in einer so verzweifelten tage befinden k�nne, wie er w�hrend
des letzten Aneges: �Ist Ru�land f�r uns, sind wir im Stande, uns gegen alle �brigen Feinde zu verteidigen."
Am 26. August erfolgte der Uebertritt der Prinzessin Wilhelmine zur griechischen Religion; sie empfing den
Namen Natalie-AIexiewna. wie in den ersten Briefen, die der A�nig und Aaroline �ber das russische Eheprojekt
gewechselt hatten, wurde die �^wUsaticm", wie Friedrich es nannte, Gegenstand l�ngerer Er�rterung �; an dem
Disput �ber den Unterschied der Bekenntnisse nahm auch die Aaiserm teil. Friedrich schlo� die Debatte �ber das
Dogma mit der feierlichen Erkl�rung an die kandgr�fin�: �Ich halte die Gro�f�rstin Natalie und ihre erHabens
1 Karoline an l'en Pr�sidenten Friedrich-Uarl von Moser, 22. Mai (773: Walther II,412. Auf eine Aufforderung Katharinas II.
erkl�rte Friedrich sich bann Ende November 511 einer �Coop�ration" mit Ru�land bereit und sandle darauf am N.Dezember an seinen
Gesandten in Wien entsprechende Weisung (vgl. p.?. 3^, 3�Of. 528). Wie sie gleichfalls an Moser schreibt, verzichtete fie, die Frage
einer Anleihe von einer halben Million Taler noch zu ber�hren. Schon 176? hatte sie den K�nig wegen einer Anleihe inHolland um
Rat gefragt und er darauf feinen dortige� Vertreter beauftragt, die Verhandlung zu f�rdern (vgl. p.C. 28, 459; 29, 2?. (39. 215 und
Walther I, 58).
� * Vgl.p. (?, 33, 56<*; Walther I, 53f. � 8 Schreiben Karolinen? vom 2?. Zum und Antwort Friedrichs vom,,. Juli ,??3: Walther I, 56 f.; P. (?. s*, 25f. � *Am (�. Juli ;7?3: p. C. 35, 36. � � Vgl. Walther I, 63 ��5. 67; P. (?, 24,
H37f. \gof. 250. � � Am 5. Oktober (773: Walther I, 65; p. C. 54, (91.
        
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