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Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

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Aoburg uni� auf Anregung des Ministers Graf Finckenstein auch den von Meinungen ins Auge.^ Lchulenburg sollte
sich zun�chst die Silber bei in Frage kommenden Prinzessinnen verschaffen und dann durch pers�nlichen Augenschein
sich ein Urteil �ber den Charakter derselben bilden. Der �Merkur", wie Heinrich in seiner Ank�ndigung ihn scherzhaft
nennt, langte in Darmstadt, dem ersten Ziel der Reife, am 2. April an. Dom U. ist der Bericht datiert, der die
Charakterschilderung der Prinzessin Friederike und ihrer beiden j�ngeren Schwestern Amalie-Friederike und wilhelmine
enth�lt, und auf Grund dessen die Wahl zugunsten der erstgenannten sich entschied.
Schulenburg r�hmte in seinem Berichte zun�chst die pers�nliche Torge der tandgr�fin um die Erziehung ihrer
T�chter, zu denen sie im Verh�ltnis einer Freundin stehe. Einen offenen Charakter habe sie den Prinzessinnen geben
wollen, und so bes��en diese denn auch nach einstimmigem Urteil einen �ausgezeichneten Charakter". Ls fehle ihnen
auch nicht an Geist, aber, so bemerkte der Berichterstatter ausdr�cklich, dieser sei ungek�nstelt und nat�rlich. Darauf
zur Prinzessin Friederike �bergehend, schilderte 5chulenburg zun�chst ihr Aeu�eres: Zie sei gut gewachst�, das Gesicht
sei rund, der Ceint wei�, das Aussehen gesund, die Stirn hoch, die Augen hellblau, weder sch�n noch h��lich, die
Nase sei stumpf, der Mund klein, die tippen rot, Unterlippe und Ainn ein wenig vorspringend, die Z�hne wei� und
gesund, die Haare aschblond. Sein Gesamturteil fa�te er dahin zusammen: �Imallgemeinen ist die Prinzessin nicht
sch�n, aber anmutig." was ihre geistige Veranlagung betraf, so f�hrte er aus: ihr Geist erscheine nicht packend,
aber sie zeige viel gesundes Urteil, kenne keine Verstellung, sie solle ein ausgezeichnetes Herz besitzen. Mi�trauisch
gegen sich selbst, behaupte sie, den Fremden gegen�ber sch�chtern zu sein, aber sie mache dennoch keinen verlegenen
Eindruck. Sie sei h�flich und aufmerksam gegen jedermann, verf�ge aber noch nicht �ber den Umgangston der gro�en
Welt. Sie gebe sich einfach und bescheiden, sei sehr lebhaft und habe ein fr�hliches und vertr�gliches Gem�t. Nach
einigen Bemerkungen �ber ihre musikalischen und k�nstlerischen Neigungen schlie�t Schulenburg das Charakterbild der
Prinzessin mit den Worten : �Ihr Charakter soll viel Achnlichkeit mit dem ihrer Frau 2Nulter haben, als sie in dem
gleichen Alter stand."�
Bereits am 29. April konnte die Prinzessin Amalie der Freundin mitteilen: �Die fragliche Angelegenheit ist
entschieden und beschlossen, und sp�testens in vier Wochen wird man .Sie um die Prinzessin Friederike bitten." " wie
der A�nig sp�ter der kandgr�sin bezeugte, hatte �das Verdienst der Nlulter" den Ausschlag gegeben und in gleichem
Sinne sprach er sich zu der Aurf�rstin-Witwe Maria-Antonia von Sachsen aus: �Ich habe nicht n�tig, das kob
dieser F�rstin zu singen; ihr Charakter, ihr Herz und ihre edle Gesinnung haben ihr allgemeine Achtung erworben.
Ich kenne ihre Tochter nicht, aber ich bin �berzeugt, sie hat von der Erziehung Nutzen gezogen, die eine solche
Mutter ihr zu geben vermochte." Auch der �Hauptbeteiligte" selber �u�erte sich sehr befriedigt. Er best�tigte seinem
Gnkel, dem Prinzen Heinrich, da� Schulenburgs Bericht einen sehr vorteilhaften Eindruck auf ihn gemacht hatte.
Ebenso erntete das Portr�t Friedenkens seinen v�lligen Beifall. Er brachte es der Prinzessin Amalie, die dar�ber
an die tandgr�fin berichtet: �Er ist damit sehr zufrieden, findet es sehr nach seinem Geschmack und begl�ckw�nscht
sich zu der vorteilhaften Wahl." Ver Prinz war bei diesem Besuch in so ausgelassener Stimmung, da� �die gro�e
Hopfenstange", wie Amalie sich scherzend ausdr�ckt, �vor Freude wie ein Aind im Zimmer umhersprang". s
'
Bericht FinckenfteinZ vom 19. und Antwort Friedrichs vom 20. M�r; {7^: p. 
    
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