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Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

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hatte Caroline das kob Friedrichs abgelehnt, �vielleicht d�rfte der A�nig", erwiderte sie dem Gemahls �seine Ansicht
�ndern, wenn er mich kennen lernt; ich habe nicht soviel Geist auf tager, wie n�tig, uni seine Anerkennung zu
erringen; er verlangt leichten und lebendigen Geist, und ich habe nur, wessen ich bedarf, Vernunft und gesunden
Menschenverstand." Es schien, als sollte sie mit ihrem resignierten Urteil recht behalten; denn so enge Freundschaft
sie mit den �brigen Mitgliedern des preu�ischen A�nigshauses schlo�, dein Monarchen selber blieb sie fern. So datiert
auch das erste Schreiben, das sie an ihn richtete, erst aus den Tagen, da sie den preu�ischen Voden, wie sie glaubte,
auf immer verlie�. �Verwegen ist es, da� ich es wage, Eurer Majest�t zu schreiben," so beginnt sie ihren Abschieds-
brief vom 20. Oktober !?57, �ich habe lange geschwankt, aber meine Anh�nglichkeit siegt. Empfangen Sie, Sire,
mit g�tiger Nachsicht die erste und vielleicht auch die letzte Huldigung, die ich so frei bin, Ihnen darzubringen." Sie
spricht dann von ihrer Verehrung f�r den �Heros" und den �gro�en Mann" und von ihren W�nschen f�r die
Erhaltung des K�nigs und den Erfolg seiner Waffen. Die Antwort Friedrichs vom 3. November ist verbindlich,
geht jedoch �ber die Grenze konventioneller H�flichkeit kaum hinaus. Nur ber�hrt es wie dunkle Vorahnung, wenn
er davon spricht, �vielleicht eines Tages" sie wiederzusehen. Noch zweimal schrieb sie im kaufe des Urieges an den
A�nig, das erste Mal, um ihn zum Siege �ber den �hochm�tigen und stolzen Feind" bei teuthen, und dann, um
ihn zum Siege von Torgau zu begl�ckw�nschen. Preist sie in jenem ihn mit Heller Vegeisterung als �vollkommenstes
Werk des Himmels", so in diesem als Hort Deutschlands: �Seine Freiheit, Sire, h�ngt von Ihrer Erhaltung und
dem Gl�ck Ihrer Waffen ab." Auch in den Antworten auf diese Vriefe beschr�nkt Friedrich sich lediglich auf einen
in verbindlicher Form gehaltenen Dank.^ Dann verstummt auf mehrere Jahre die Korrespondenz fast v�llig, und
erst die Wiederverm�hlung des preu�ischen Thronfolgers bringt sie von neuen� in Flu�.
Die erste Ehe des Prinzen Friedrich-Wilhelm mit seiner Cousine, Elisabeth von Vraunschweig-Wolfenb�ttel,
verlief �beraus ungl�cklich. Nur eine Tochter war aus dieser Verbindung entsprossen. Da die Vr�der des N�nigs,
die Prinzen Heinrich und Ferdinand, erkl�rten, die weitere Nachkommenschaft aus jener Ehe nicht anerkennen zu
wollen', sah Friedrich sich gen�tigt, die Scheidung einzuleiten. Sie erfolgte im April 176Y.
Um so weniger glaubte der K�nig, mit der Scheidung und Wiederverm�hlung des Prinzen z�gern zu d�rfen,
als die Zukunft der Monarchie gef�hrdet erschien. Seine eigene Ehe wie die des Prinzen Heinrich war kinderlos
geblieben. Prinz Ferdinand hatte bisher nur eine Tochter; ebenso der Kronprinz, und da der einzige Vruder desselben,
Prinz Heinrich der J�ngere, bereits im Mai i^?6? gestorben war, stand das Haus Hohenzollern auf nur wenigen
Augen. Starb die m�nnliche tinie aus, so drohte auch f�r Preu�en das Schicksal, das nach dem Tode Kaiser Karls VI.
�ber Vesterreich hereingebrochen war. Die Vesorgnis war keineswegs �bertrieben; denn schon rechnete F�rst Kaunitz
mit dem Eintritt dieses Ereignisses, das er als gewichtigen Faktor bei feinen politischen Kombinationen in Rechnung
stellte^, w�hrend andererseits die russische Kaiserin Katharina II.,die Alliierte des K�nigs, und ebenso ihr Minister,
Graf panin, unmittelbar den Wunsch �u�erten, die Thronfolge in Preu�en gesichert zu sehen; der letztere schlug sogar
als letztes Mittel vor, die beiden alten Markgrafen von Vrandenburg-Schwedt nochmals zu verheiratend Ihre Sorg�
verhehlte auch die Prinzessin Amalie ihrer Freundin, der nunmehrigen landgr�fm, nicht, indem sie am 20. Dezember 1,768�
ihr schrieb: �Es scheint, da� der Himmel mit der Rasse von Brandenburg nicht mehr Zufrieden ist, und da� er ihr
Ende sehen will, was mich allein tr�stet, ist die Hoffnung, sie nicht zu �berleben."
Stand also die Frage sofortiger Wiederverm�hlung des Prinzen Friedrich-Wilhelm von vornherein fest, so
doch nicht die Wahl der Gattin. Seine Cousine, die Prinzessin Philippine von Vrandenburg-Schwedt, wurde Zun�chst
genannt, aber er erkl�rte sogleich, er wolle keine Prinzessin aus dem Kreise der Familie. Unter den F�rstenhausern,
die ihm darauf in Vorschlag gebracht wurden, entschied er sich f�r Hessen -Darmstadt. ? Die erste Andeutung erfolgte
1 Am 23, Vltober (7
    
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