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Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

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ab. �Ich h�re kein Niort von M�hren, bas mich doch so ungeheuer interessiert", schreibt Caroline voller Sorge am
\3. Juni, und indem sie bang des Koliner Ungl�ckstages gedenkt, ruft sie-. �Vlm�tz, Glm�tz, der J8, nahtl Dag
dieser Tag f�r uns so interessant werde, wie er grausam f�r uns gewesen!" Einen Monat spater vernahm sie die
Schreckensbotschaft: �Die Belagerung von GIm�tz aufgehoben, die Russen verw�sten und pl�ndern Pommern � Gott,
liebste Prinzessin, welch eine l�ge f�r mich!" hei�t es in ihrem Vriefe vom {3.Juli. Gs war nicht anders, Friedrich
mu�te M�hren verlassen, da er weder Vlm�tz nehmen noch die Gesterreicher zur Schlacht im offenen Felde zwingen
konnte. Da� selbst seine Feinde den �stolzen und brillanten" R�ckzug des K�nigs bewunderten, erf�llte die Prinzessin
mit Genugtuung.^ Die �rgste Gefahr drohte nunmehr von den Russen. T�rken und Perser m�chte sie gegen diese
aufbieten. Va drang endlich die Aunde von dem Siege Friedrichs bei Zorndorf am 25. August zu ihr; noch fehlte
die Vest�tigung. �Briefe/' schreibt sie am 7. September, �um Gottes willen, Briefe! oder ich vergehe." Und als
tags darauf die Briefe einlaufen, da ruft sie: �Ach, ich atme wieder; Gott fei gelobt, Prinzessin meiner Seele, f�r
das, was mir die Brief� meldeten." Sie lie� f�r diesen Steg ein feierliches Cebeum singen, mit dem Wunsche:
�M�ge der Himmel uns den Frieden schenken, aber einen guten, glorreichen, mit einem Worte einen solchen, dessen
Artikel ich auffetzen m�chte." 2 And diesem ersten Wunsche f�gte sie den weiteren hinzu, wie sie dieser Cage in
herrlichem Vilde schreibt 3*. �Ich sah vor einer Viertelstunde einen Sturm aufziehen, ich sah den Rimmel sich ver-
finstern und den Regen auf uns niederstr�men; dem allem folgte binnen wenigen Minuten ein klarer und heiterer
Himmel. W�re doch dieses, sagte ich mir, das Sinnbild unserer tage. Ich nehme es zum Vorzeichen. M�chte doch
ebenso schnell f�r uns die Ruhe wiederkehren!" Allein ein neuer Ungl�cksschlag f�r Friedrich folgte, der Ueberfall
bei Hochkirch am \%. Oktober. Gleichwie bei der R�umung M�hrens, so tr�stete fie auch jetzt sein �sch�ner R�ckzug":
�Man sagt, nichts sei so stolz und so sch�n gewesen. Unsere Feinde erkl�ren bas; ihr?ob ist keiner Voreingenommenheit
und Schmeichelei verd�chtig." Mit neuer Bewunderung erf�llte sie die Anekdote, da� ein alter Grenadier vom Regiment
Aalckstein den K�nig, der sich zu sehr exponierte, am Rocke ergriffen und mit Tr�nen in den Augen zu ihm gesagt
habe: �Um Gotteswillen, Vater, nicht hierher! " �Wenige K�nige/' bemerkt sie dazu, �giebt es, bei denen ein Grenadier
Gelegenheit finden d�rfte, �hnliche Vorstellungen zu erheben. Unser K5ntg, er lebe, er triumphiere! (Es giebt kein
Gl�ck, das ich ihm nicht w�nsche." Noch eine zweite interessante Episode wei� sie zu berichten: Nach der Schlacht
habe Friedrich zu den Offizieren gesagt: �Ich bin Ihnen verpflichtet, meine Herren, da� Sie aus Anh�nglichkeit f�r
mich versucht haben, durch Ihre Tapferkeit meine Fehler wieder gutzumachen; ich f�hle, da� ich das Ungl�ck dieses
Cages nur meiner allzu gro�en Sorglosigkeit zuschreiben kann/"
Das Ungl�cksjahr I?59 brach an. �Man will," schreibt Caroline am 5.Januar der Prinzessin Amalie,
�das unm�gliche in diesem Jahr versuchen, um uns zu zerschmettern. Halten wir uns tapfer, liebe Prinzessin, zeigen
wir nach allen Seiten die Z�hne, und ist der Feldzug beendigt, so wird der Winter uns den Frieden bescheeren."
Mit vereinten Ar�ften planten Russen und Oesterreicher den A�nig zu fassen und durch ihre Uebermacht zu erdr�cken.
Da f�llt der Prinzessin ein Scherzwort ein, das man nach Ro�bach auf Soubise pr�gte: er sei derjenige inFrankreich,
der am besten mit seiner W�sche versorgt sei; denn die Pompadour wasche ihn wei� und der K�nig von Preu�en
b�gle ihn.� �Ich w�nsche," so erkl�rt die Prinzessin, �da� Seine Majest�t dieselbe Ehre dem Marschall Daun und
Herrn Saltykow und allen denen erweise, die ihre Ar�fte mit den unsren messen wollen." Am 3!.. Juli teilt sie mit:
1 An2lmalie, Zum, 53.Juli,e. August ;?58: Walther I,2�^. 266. 273.
�
a An Amalie, 2?. Juli, 7. un& September n?58:
lvalther I, 270. 279. 280.
� ' An Amalie, 2?. August \Z59: Walther I,276.
� *
schreiben an Amalie vom \2., an den Erbprinzen
vom 26. November, an ihre Ichw�gerin vom 5?. 5e3ember l?58: Walcher I, 28?; II,<^3f. 2(9f. F�r die Schlacht vgl. Roser, K�nig
Friedrich der Gro�e, Bd.II,S. !�9ff-, Generalstabswerk, TeilIII,B�. �, S, 2?6ff. (Berlin ;9^o). Visher ist nur bekannt, da� Major
von Chinielinsky vom Bataillon Retzow den K�nig bat, feinen gef�hrdeten Platz zu verlassen. Die Ansprache an die Offiziere ist sonst
nicht weiter best�tigt. � B Ver svottoers hei�t nach Raums (SO. 7, 5.289):
En vain vous vous flattez, obligeante marquise,
De mettre en beaux drap� blancs le g�n�ral Soubise,
Vous ne pouvet laver, ?. force de cr�dit,
La tache qu'? son front imprime la disgr�ce;
Et quoi que votre faveur fasse,
En tout temps on dira ce qu'? pr�sent on d�t:
Que. *iPompadour le blanchit,
Le roi de Prusse le repasse.
V*
        
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