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Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

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nicht nur bas franz�sische Heer, sondern auch die pariser Bev�lkerung ergriffen hatte. Sie wei� zu erz�hlen, da� die
H�lfte der Damen in paris bas Vildnis des Siegers von Ro�bach neben dem Bette stehen habe, da� man dort Dosen
verkaufe, deren Deckel sein Portr�t schm�cke. 1
l^raf die Ungl�cksbotschaft von der Niederlage des Herzogs von Vevern vor Vreslau am 22. November sie
�wie ein Dolchsto� in die Vrust", so versetzte die Siegesnachricht von keuchen sie in Vegeisterung: �Ich rang einige
Almuten nach tust, mein Blut kochte", schreibt sie nach deren Empfang, �wir haben also diese anma�enden und
stolzen Feinde geschlagen, die ansingen, sich f�r un�berwindlich zu halten." Und noch am �chlu� des Briefes wieder-
holte sie begl�ckt: �6N00 Mann und H0 Ranonen Tiegesbeute! wie klingt das meinen Vhren s��." Als sie zu
Beginn des neuen Jahres vernahm, da� 3oubise ein franz�sisches Hilfskorps von 2H (XX)Mann inB�hmen kommandieren
sollte, da w�nschte sie aus Herzensgrund: �O da� doch diese gleichwie ihre Verb�ndeten Tage erlebten, die denen von
Ro�bach und teuthen gleichen, und da� sie unseren Heroen als Troph�en dienten!" 2
Neben diesen heroischen Empfindungen kommt auch der �cherz in den Briefen zu seinem Recht. 3o schickt
Aaroline im Fr�hjahr ihrem Gemahl den damals im Volksmund umlaufenden Vers:
Fritz tanzte neulich bei Kolin
Und fiel im Donjen nieder,
Doch Fritz f�llt so geschwind nicht hin,
So stelzt und tanzt er wieder.
Sei Ro�bach tanzt er Menuett,
Sei ?iffa h�lt er ein Ballett,
Da fiel Ctzeresia nieder;
Sic tanzt seitdem nicht wieder.'
Dann meldet sie zwei satirische Inschriften an dem Palais des Herzogs von Richelieu, der 4 75? die franz�sische
Armee auf dem westlichen Kriegsschaupl�tze kommandierte, und des Prinzen Houbise; jene lautete: �Generalbureau
der hannoverschen Kontribution", diese: �Das Haus ist zu vermieten, da der Herr Prinz von Soubise nach Verlin
gereist ist, um die Kriegskunst zu lernen." wir h�ren von dem franz�sischen Grenadier, der nach der Niederlage
des Grafen Clermont bei Arefeld mit einer Schaufel in der Erde grub und der auf dessen Frage, was er treibe, fest
ihm ins Auge blickend erwiderte: �Ich suche den Marschall von wachsen." Die pariser Bev�lkerung habe dann auch
an der Pforte seines Palastes ein Pasquill angeheftet, das ihn auf einem Arebse reitend darstelle. In dieses Kapitel
geh�rt ferner das �M�rchen aus Namur" von dem �sterreichisch gesinnten, fanatischen Abbs, der auf Vitten seiner
Anh�nger Fasten und Gebete verdoppelte, um den Triumph des kaiserlichen Hauses �ber seine Gegner vom Himmel
zu erstehen, drei Tage es fortsetzte, dann aber seinen Freunden erkl�rte: alles sei vergeblich, da er die Jungfrau Maria
mit ihren Engeln �en uniform? prussien" gesehen und da diese sich also f�r den A�mg erkl�rt habe. Ven Gipfel-
punkt des Drastischen erreichte indessen die Geschichte von einer angeblich in Frankreich herrschenden Aaninchenkrankheit

    
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